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Intelligenzblatt
fur die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen,
Kreiſe Friedberg, Gruͤnberg und Hungen
und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
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WM 73.
Mittwoch, den 20. September
1843.
Die Lehr⸗ und Erziehungs-Anſtalt der Herrn Lucius und Kniſpel in Darm⸗ ſtadt.
In Nro. 67. dieſes Blattes theilten wir den Plan obiger Erziehungsanſtalt mit, in Folge deſſen mehrſeitige Anfragen lei uns einliefen, die uns veranlaſſen, folgende weitere Mit⸗ Heilungen in das Blatt aufzunehmen.
Die Redaction.
Im Jahre 1832, ſetzte der verſtorbene Candidat Jäger n Darmſtadt den Plan ins Werk, 12 Knaben aus höheren Ständen zur Erziehung und zum Unterrichte bei ſich aufzu⸗ ſehmen. Jäger war ein Mann von gediegenen Kenntniſſen, urchdringendem Scharfſinn, von reifer Erfahrung und ſel⸗ ener Beurtheilungsgabe, von raſtloſem Eifer und beharrlicher Dillenskraft. Schon die erſten Erfolge ſeiner neuen Wirk⸗ amkeit beurkundeten den berufenen und äußerſt befähigten dädagogen. Die Anſtrengung jedoch der Erziehung und des Enterrichtes jener Knaben, die, an Alter und Kräften ſehr ſerſchieden, der Eintheilung in beſondere Klaſſen bedurften, krohte der Geſundheit des Alleinſtehenden Gefahr, weshalb * ſich, wie durch zahlreiche, dringende Bitten um Aufnahme ſeuer Schüler, zur Erweiterung ſeiner Anſtalt genöthigt ſah, tit welcher auch die Eltern ſeiner Zöglinge einverſtanden varen. Durch tüchtige Mitlehrer unterſtützt, erbob nun Jäger ein Inſtitut zu hoher Bluthe, ſo daß demſelben einige Zeit aber 60 Schüler und davon 16 als Penſionäre angehörten. Die zunehmende Kränklichkeit des Mannes aber, und der päter zu häufig vorkommende Wechſel ſeiner Hülfslehrer ver— minderten allmählich die Frequenz dieſer Anſtalt, welche, ver— waiſt durch den am 5. November 1840 erfolgten Tod ihres Vorſtehers, unter der oberen Leitung eines bewährten Freun— des des Verſtorbenen, des Hr. Gymnaſtallehrers Dr. Wagner, is zu Oſtern 1841 noch fortbeſtand.— Zu dieſer Zeit tra⸗ en die Schüler der erſten Klaſſe des Inſtitutes in das Gymna— ium zu Darmſtadt, etliche in andere Anſtalten über, und Aus— wärtige kehrten in ihre Heimath zurück. Da aber gleichwohl enes Inſtitut ein Bedürfniß der Stadt Darmſtadt und in demſeſben ein beſonders nützlicher Wirkungskreis zu finden war, ſo hatten inzwiſchen Herr Candidat Lucius und Herr Tandidat Knispel, aus Nebe zur Sache und in Folge viel⸗ facher Aufforderungen, ſowie mit Genehmigung des Großh. Oberſtudienrathes, zur Fortſetzung des Inſtitutes ſich ent⸗ ſchieden und zu dieſem Zwecke das trefflich eingerichtete Local deſſelben gewonnen.— Am 22. April 1841 fand die Wieder⸗ eröffnung der Anſtalt durch Herrn Lucius und Herrn Knis⸗ vel ſtatt, zu welcher bereits die übriggebliebenen Schüler des sordem Jäger'ſchen Inſtitutes, und davon 2 als Penſionäre, rußerdem aber 7 neue Zöglinge angemeldet worden waren. Dieſe 32 Schüler wurden in die vorhandenen drei Klaſſen
eingetheilt, indem eine erſte Klaſſe durch die fähigſten Schüler der zweiten Klaſſe gebildet wurde, wenn auch dieſe noch nicht das elfte Jahr erreicht hatten, welches in der Folge als Norm für die Aufnahme in die erſte Klaſſe ſeſtgeſetzt wurde.— Anfänglich nahm die Anſtalt, wie dieſes auch früher im Jäger'ſchen Inſtitute der Fall war, nur ſolche Schüler auf, welche mindeſtens das ſiebente Lebensjahr erreicht und bereits einige Fertigkeit im Leſen, Schreiben und Rechnen erlangt hatten. Für die Eltern war es jedoch immer ſehr ſchwierig, mehrere Kinder aus bekannten Familien zu einer Privatſtunde zu vereinigen, und noch mehr, den gewünſchten, zuweilen ſchon auf ſolche Weiſe ſehr in Anſpruch genommenen Elemen⸗ tarlehrer für dieſelben zu gewinnen. Auf vielfaches Anſuchen errichtete man daher an der Anſtalt eine Borbereitungs⸗ laſſe und war ſo glücklich, einen ausgezeichneten, ſtandigen Hauptlehrer für dieſelbe in Herrn Schaffnit zu finden, der zuerſt in Gemeinſchaft mit Herrn Schlapp wirkte, bis letz⸗ terer durch überbäufte Geſchäfte und öfteres Unwohlſein zum Rücktritte ſich genöthigt ſah.— Den Eltern kam bei dieſer Einrichtung ohne bedeutendere Koſten der Vortheil zu Stat⸗ ten, daß ihren Kleinen ſtatt einer früher im Hauſe ertheil⸗— ten Privatſtunde täglich zwei Lehrſtunden und ebenſoviele Kör⸗ perübungsſtunden in der Anſtalt gewidmet wurden. Die Direk⸗ toren aber geriethen ſeitdem nur ſelten in die Unannehmlichkeit, mangelhaft und verſchiedenartig vorgebildete oder gänzlich ver⸗ nachläſſigte Knaben zum Nachtheile der weiter vorgeſchritte⸗ nen in das Inſtitut aufnehmen zu müſſen und erſt nach lan⸗ ger Zeit und mit großer Schwierigkeit auf eine angemeſſene Stufe fördern zu konnen; vielmehr iſt es ihnen nun möglich, die Kleinen in ihrer früheſten Entwicklung zu beobachten und in der erſten und wichtigſten Periode des Unterrichtes auf die zweckmäßigſte Weiſe geleitet und vorbereitet zu ſehen, um ſie dann zu rechter Zeit in die III. Klaſſe des Inſtitutes über⸗ zuführen.— Seit Sſtern d. J. erhalten die Clementarſchüler auch Singunterricht mit der III. Klaſſe, und die reiferen, welche im Herbſte bis dahin verſetzt werden ſollen, ebenfalls gemeinſchafklichen Unterricht mit derſelben in der bibliſchen Geſchichte und Naturkunde. Ueberdieß widmen ſeit einiger Zeit die Vorſteher ſelbſt den benannten Schülern zu weiteren Denk- urd Leſeübungen, zur Mittheilung der erſten geogra— phiſchen Kenntniſſe und insbeſondere zur Beaufſichtigung der zu fertigenden Schularbeiten wöchentlich mehrere Stunden. in welchen auch die jüngſten Elementarſchüler beſchäftigt wer⸗ den können, wenn ſie nicht etwa dieſe Zeit bei den Eltern zubringen und zu Hauſe ſich vorbereiten ſollen.— Auf dieſe Weiſe findet gegenwärtig für die IV. Klaſſe im Allgemeinen Morgens und Mittags vor und nach der Spielſtunde eine Lehr- und Arbeitsſtunde ſtatt.. Hauptſaͤchlich waren die Vorſteher bisber ſtets ſorgfältig bemüht, den Gang einzelner Unterrichtsdisciplinen nach den neuerdings in der pädagogik mit Recht gegen ältere Methoden geltend gemachten Grundſaͤtzen zu regeln. So iſt


