Ausgabe 
18.1.1843
 
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Intelligenzblatt

für die

Provinz Oberbeſſen im Allgemtinen, Kreiſe Friedberg, Gruͤnberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

8. 9 12 N 2 2 9 7 . 5. Mittwoch, den 18. Januar 1843. 2 5 2 ee ee 9 Abonnementspreis: pr. Semeſter 40 kr., durch die Poſt bezogen 48 kr. pr. Jahr 1 fl. 12 kr., durch die Poſt bezogen 1 fl. 24 kr. Inſeratgebühren: die beiden erſten Zeilen zuſammen 7 kr., die dritte und jede folgende Zeile 2 kr. Aufnahme

der Inſeraten: Alle bis zum Sonntag Abend eingehenden Inſerate kommen in das Mittwochsblatt, und alle, welche bis zum Mittwoch Abend eintreffen, in das Samſtagsblatt.

Amtlicher Theil.

Die Großherzoglich Heſſiſchen Kreisraͤthe der Kreiſe Friedberg und Hungen an ſaͤmmtliche Großh. Heſſ. Buͤrgermeiſter des Kreiſes Friedberg, ſowie an ſaͤmmtliche Großh. Heſſ. Fuͤrſtl. und Gräfl. Solmſiſche Bürgermeiſter des Kreiſes Hungen.

Betreffend: Die Verbreſtung nützlicher laudwirthſchaſtlicher Werkzeuge.

Der landwirthſchaftliche Verein für die Provinz Oberheſſen, welcher ſich bei ſeinen Bemühungen um Beförderung der landwirthſchaftlichen Cultur zur Aufgabe gemacht hat, zur Verbreitung nothwendiger und anerkannt beſſerer landwirthſchaftlicher Werkzeuge das Möglichſte beizutragen, deshalb auch ſchon ſeit meh⸗ reren Jahren nicht unbedeutende Verwendungen zu fraglichem Zwecke hat eintreten laſſen, hat uns auf die großen Vortheile des Gebrauchs der Walze bei dem Ackerbau aufmerkſam gemacht und uns um unſere Mitwirkung zur Verbreitung dieſes Werkzeugs, namentlich durch Beihülfe aus Gemeindemitteln, erſucht. In dem deßfalls uns zugekommenen Schreiben des Herrn Vereins-Präſidenten wird Folgendes bemerkt:

Dieſes Werkzeug, obgleich eins der nützlichen und nothwendigſten Geräthe zu einem vollkommenen Ackerbau, iſt bei uns im Allgemeinen noch viel zu wenig, ja ſogar in vielen Gegenden noch gar nicht im Gebrauch. Und doch iſt das Walzen bei allen Bodenarten anwendbar, ja den Pflanzen unter gewiſſen Umſtänden eben ſo förderlich, als die Auflockerung des Bodens ſelbſt und daher auch die Walze zur möglichſt guten Ackerbeſtellung ein in der That unentbehrliches Geräthe.

Die Vortheile des Walzens ſind mannigfacher Art und hanptſächlich folgende:

1) Gibt es in dem lockern Boden eine Bindung, und macht hierdurch einestheils ſeine eigene, manchmal zu große Lockerheit, anderntheils diejenige unſchädlich, welche ihm uͤberdies das Pflügen gibt. Eine ſolche Bindung iſt auf Boden der Art um ſo wichtiger, als ſie die dem Pflanzenwachsthum ſo nöthige Feuchtig keit, welche gerade in demſelben am ſchuellſten entweicht, zuſammenhält. Denn nur ein mäßiger Zutritt der Luft zu der Oberfläche des Bodens iſt den Pflanzen gedeihlich; wenn alſo dieſer zu ſtark iſt, ſo daß die Wurzeln der Luft und der Sonne allzu ſehr ausgeſetzt ſind, ſo verdünſten ſie zu viele Feuchtigkeit, verdorren, kränkeln, oder ſterben gänzlich ab. Auf Boden, der zum Austrocknen geneigt iſt, und dieſes je nach dem Stande der Witterung befürchten läßt, iſt daher das Walzen jedesmal gut angebracht. Dabei ſind übrigens folgende Regeln nicht außer Acht zu laſſen.

Auf ſandigem Boden darf z. B. nach dem Unterbringen der Saat gewalzt werden, ſobald der Boden trocken genug iſt. Dagegen iſt es bei mehr gebundenem Boden, einen ungewöhnlichen trocknen Zuſtand deſſelben bei der Saat ausgenommen, ſowie überhaupt bei feuchter Witterung zu widerrathen, weil ſich im erſten Falle leicht eine Borke bildet, die dem Aufgehen und Fortwachſen der jungen Saat hinderlich ſein würde. In dieſem Falle iſt es alſo ſicherer, erſt dann zu walzen, wenn die Saat einige Zolle hoch iſt, und der Boden ſich in dem zum Walzen günſtigen Zuſtande befindet;