chenſchule aus. Wer die Katechismuslehre ver⸗ ſäumte, bekam Strafe angeſetzt, die dem Kirchenkaſten zu gut kam; und ſolche Strafe zu erhalten, galt fur Schimpf und Schande. Daß dem noch nicht lange iſt, kann aus den Formularien zu Kirchen voranſchlä⸗ gen erſehen werden, wo die Rubr. N. IX Art. 14. die Bezeichnung„Kirchenſtrafen“ fuhrt. Da aber die humane Zeit dieſen Zwang abgeſchafft hat, wird nicht nur dieſe Rubrik in den Kirchen⸗Rechnungen, ſondern auch gar oft die Kirche ſelbſt leer gelaſſen.
Die Mehrzahl der niederen Claſſen bedarf aber offenbar der meiſten Zucht, und warum wird das Reich der Volksſchule kein eroberndes? Nach unten durch die Kleinkinderſchulen, nach oben durch die Fortbildungsſchulen? Die Schulen ſind beſſer als vor 50 Jahren; aber daß gerade unter den Erwach⸗ ſenen, auf welche die Volksſchule hätte einwirken ſollen, Viele durch Geſittung und Bildung ſich aus⸗ zeichnen, liegt nicht in der Volksſchule allein. Die jungen Leute treten in die Singvereine, deren Sta⸗ tuten manche Artikel enthalten, nach denen man ſich ordentlich aufführen muß. Im Soldatenleben ver⸗ dirbt ein ordentlicher Kerl ſo leicht nicht, es wäre denn, daß er der freien Stadt Frankfurt diente; ſpäter kommen die Einladungen zu Bienen⸗, Obſt⸗ baum⸗, Gewerb⸗, Beſſerungs⸗, Mäßigkeits⸗, Land⸗ wirthſchaft⸗, Dombau⸗ und anderen Vereinen. Ein ganz roher Menſch tritt dieſen Vereinen nicht bei. Wer aber beitritt, wird doch wohl reicher an Er⸗ kenntniß, an Einſicht, auch wohl an Achtung. Er muß doch die Rolle eines Solchen ſpielen, der ſeine Schulzeit benutzt hat und ſich heute noch für die Wirkungen der Schule intereſſirt. Er ſpielt an⸗ fangs eine Rolle; der geiſtige Gewinn beſteht darin, daß das Spiel zuletzt Natur wird. Um nun gar Gemeinderath, Kirchen⸗ oder Schulvorſteher zu wer⸗ den muß man einen ordentlichen Wandel führen und ſeine Schulzeit gut benutzt haben. Heut zu Tage findet ein des Schreibens unkundiger Stadtſchreiber keine Anſtellung mehr. Die Kirche äußert dabei ſchein⸗ bar keinen großen Einfluß; dennoch werden die, welche ſich das Anſehen geben, ihr fern ſtehen zu wollen, durch ſie mehrfach wohlthätig berührt. Liebe und Wohlthätigkeit, was ſie gebietet, will auch die Schaar derer, welche man beſchuldigt, ſchon auf Erden ein Paradies bauen zu wollen; und daß Chriſtum lieb haben, beſſer ſei, als Alles wiſſen, ſehen auch die⸗ jenigen ein, welche ihre Vernunft zu ihrem Führer gemacht haben, und die Kinder dieſer Welt verſöh⸗ nen ſich mit dem Aus ſpruche Chriſti: Ihr muͤſſet von
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Neuem geboren werden.
Aber, wie viele beſuchen die Schule dürftig, di Katechismuslehre gar nicht, die Kirche äußerſt ſelten Denn daß diejenigen, welche auf das Fleiſch ſaͤen, das Verderben erndten werden, und daß Hurer und Säufer keinen Theil haben am Reiche Gottes, hoͤren ſie nicht gerne; nuͤtzlichen Vereinen treten ſie nicht bei, Vertrauen und Achtung ihrer Mitbürger wollen ſie nicht erwerben— das ſind diejenigen, auf welche Schule und Kirche nicht wirkt. Nun ihr Herren Geiſtlichen und Schulbeamten, wolltet Ihr Euch dieſer verlaſſenen Schafe nicht annehmen, wolltet Ihr dieſe Gegner Eurer Wirkſamkeit nicht entwaffnen? Ihr Herren Richter und Amtleute und Advokaten, das ſind die Leute, welche Euren Beruf erſchweren, das ſind diejenigen, an welchen ihr die Menſchheit zu verachten Euch gewöhnet; ihr Herren Doctoren und Apotheker, das ſind die Leute, die an Leib und Seele faul, muͤhſam von Euch zuſammen⸗ geflickt werden; ihr ſehet ſie und zweifelt an der Menſchheit beſſerer Natur; Ihr Herren Forſtbeamte, Euch ſind die Leute auch bekannt, die in Euren Re— vieren freveln, Eure Anlagen zerſtören, Eure Nacht, ruhe rauben und manche verdrießliche Laune verur⸗ ſachen; auch Ihr, meine Herren Baumeiſter, ken, net ſie, ihr habt es mit Meiſtern zu thun, welch unmeiſterhafte Arbeit liefern und von den Verſtei⸗ gerungen fortgejagt werden müſſen, weil ihr es müde
ſeid, ihre beſchmierten Rechnungen zu revidiren und 20% von ihrem übel verdienten Arbeitslohn in Ab— zug zu bringen; ihr Herren, die Ihr Mitglieder nützlicher Vereine ſeid, ihr kennet ja diejenigen, welche Eurem Wirken widerſtreben, ihr kennet die— jenigen, welche ihr beſſern wollet, und verliert die Hoffnung auf Erfolg, weil Euch des Laſters und der Gewohnheit Macht zu gewaltig dünkt; Ihr Her⸗ ren Beamten an Central⸗, Bezirks⸗ und Local⸗Un⸗ terſtützungsanſtalten; ihr kennet die Faulen, welche nicht ſchaffen mit ihren eignen Händen, und denen Ihr helfen müſſet, wenn ſchon die Schrift ſagt: Wer nicht will arbeiten, der ſoll auch nicht eſſen. Ihr
Herren vom edlen Kriegerſtande, nehmt nicht übel, daß ich jetzt erſt an Euch komme, welche Qual habt ihr mit dem Recruten, der nicht weiß, was Rechts und Links iſt und zuletzt unter den Stock geſtellt werden muß, weil kriegeriſche Luſt und kriegeriſches Ehrgefühl in ihm nicht rege gemacht werden kann!—
Sind die Menſchen nul! in dieſer Weiſe geſetzlich rechtſchaffen, eifrig, ehrba und gemeinnützig, ſo ſind ſie zwar noch keine Hell gen, aber doch leidlich; und wer nun beigetragen ha hierzu, Schule, Kirche oder Zeitgeiſt, ſo bleibt e doch wahr, daß dieſe drei Elemente des Volksbe wußtſeins ziemlich mit einander verwandt ſind.
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