Ausgabe 
15.11.1843
 
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und die angrenzenden

Zntelligenzblatt

für die

ern Oberbeffen im Aligeweinen, Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen

Bezirke im Beſonderen.

Mittwoch, den 15. November

1843.

Ueber Fortbildungsſchulen.

Wäre ich Landſtand, ich wüßte, was ich thäte; aber ich habe nicht Irdiſches genug, es zu werden. Da jedoch unter den Leſern des Intelligenzblattes Viele ſind, denen es an Intelligenz, an Einfluß und an gutem Willen nicht fehlt, ſo will ich einmal mir vorſtellen, ich ſei in einer Deputirtenkammer und

will reden. Was von meinen Gedanken gut iſt, mogen ſie benutzen, was verkehrt iſt, mögen ſie beſ ſer machen. Ich würde übrigens alſo meine Worte ſetzen:

Geliebte Herren und Freunde! Als die Juden⸗ Emancipations⸗Frage verhandelt wurde, iſt von dem Weſen des chriſtlichen Staates viel Schönes geſpro chen worden, Wir wollen denn einmal bei dem Satz ſtehen bleiben:Wir leben in einem chriſtlichen

Staat. Aber, was will der chriſtliche Staat? Ant⸗ wort: Chriſtliches Leben erhalten und befördern. Wie geſchieht das? Antwort: Durch Kirche und Schule in ſchweſterlichem Verein. Dieſes Frage- und Ant wort⸗Spiel iſt in gar vielen Kammern aufgeführt worden, und bietet fuͤrwahr viel Ergötzliches dar.

Wir haben mancherlei Schulen, z. B. Gymna⸗ ſen und Hochſchulen in den alten Litaneien wird uͤr dieſelben gebetet. Die liebe Jugend treibt auf lverſitäten viel heidniſchen Unfug; Wer's indeſſen bunt macht, wird zu den lieben Eltern geſchickt, ud Wer ſich beſſert, kann Weltlicher oder gar Geiſt⸗ licher werden. Jedenfalls wird an den künftigen Staats- und Kirchendienern ſo viel geſchult und ge⸗ chtigt, daß es manchmal noch ganz leidliche Chri⸗ len gibt.

Dieſe

Art von Schulen iſt nicht uͤbel; ſie umfaßt

die Menſchheit bis gegen das dreißigſte Jahr, vor⸗ ausgeſetzt, daß nicht fruͤher das Studium geſchloſſen wird.

Eine andere Art Schulen ſie ſtehen nicht in der alten Litanei ſind Real-, Handels-, Gewerbs⸗, Militärſchulen; auch dieſe umfaßt die Menſchheit und zwar die induſtrielle und ſtreitende bis ins acht⸗ zehnte, zwanzigſte auch wohl dreißigſte Jahr. Die Jugend wird hier in itren! ſchlimmſten Jahren in Aufſicht und Zucht genommen; dieſe Art Schulen iſt noch neu.

Eine dritte Art Schulen ſind die ſ. g. Volks⸗ ſchulen ſtehen wieder in der Litanei. Sie ſind für den Theil der Staatsangehörigen, welcher weder Staats- und Kirchendiener noch Glied des höheren Gewerbs- und Handelsſtandes, noch Offizier werden will. Man ſtreitet viel über den weſentlichen Unter⸗ ſchied zwiſchen Volks- und Realſchule. Einige ſagen; Volksſchule iſt fuͤr die niederen, Realſchule fur die mittleren Claſſen des Volks. Andere ſagen: Volks⸗ ſchule will Menſchen⸗ und Chriſtenbildung Realſchule will Berufsbildung. Jedenfalls hat es die Volks⸗ ſchule mit dem größten Theil des Volks, mit dem Landmann und dem Profeſioniſten, mit denen jungen Leuten, welche die Compagnieen und Regimenter des Kriegheers bilden, zu thun. Und ſeltſam, dieſe Schule nimint die Jugend im sten Jahre an, bearbeitet ſie nach Methode und Plan 8 Jahre lang, überliefert ſie im 14ten Jahre der Kirche und bekümmert ſich nicht weiter; denn indeſſen kommen und gehen neue

Jahrgänge, die neue Anſtrengung verlangen. Die Kirche dehnte ihre Gewalt ſonſt auf die Schul⸗ flüchtigen vom 14ten bis zum 20ten Jahre als Nachſchule der Volksſchule oder Vorſchule der Kir,