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und Habgier geweſen ſein. Der Hexenthurm zu Lind⸗ heim iſt noch ein überlebender ſtummer Zeuge jener Gräuel, die nicht ſelten mit der Bibel und dem Dogma auf die frechſte Weiſe entſchaldigt wurden.
Um eine Probe von dem anſprechenden einfachen Styl des Verfaſſers— derſelbe, der das Unglücks jahr 1842 geſchrieben— zu geben, und zugleich das Intereſſe des Leſers für das beſprochene Büchlein zu wecken— eine Abhandlung von Horſt in den Beiträgen für die Geſchichte der Wetterau, Frank⸗ furt, Körner 1801, bietet eine intereſſante Verglei⸗ chung— geben wir nachſtehend den Anfang des zweiten Kapitels. a
An einem Novemberabend des Jahres 1662 trat aus dem Ganerbenhaus derer von Oynhauſen in die Burg zu Lindheim eine große Männergeſtalt, in einen Reitermantel gehüllt. Der Novemberſturm ſaußte über die Burg hin und trieb die Wetterhähne auf der Gan⸗Erben Häuſern um, daß ſie in kläglichen Tönen ſich zu antworten ſchienen, indeß der Regen in dichten kalten Tropfen herniederfiel. Die Geſtalt blieb einen Augenblick auf der breiten Burgſtraße ſtehen; dann wandte ſie ſich nach dem Unterthor hin, doch plötzlich wieder, ihren Entſchluß ändernd, ſchritt ſie ſeitswärts in ein enges Gäßchen hinein. Das Gäßchen fuhrte an der Kirche vorüber, deren Schie⸗ ferdach im Sturm raſſelte und deren alte Fenſter unheimlich klangen. Doch die Geſtalt ſchien keine Furcht zu empfinden und nicht unbekannt auf der Stelle zu ſein, wo ſie ſtand. Sie wandte ſich vor der Kirche rechts und trat durch einen engen Gang, der zwiſchen dem Haus der Junker Stümmel und der Schule durchführte, und gelangte, das Flüßchen links laſſend, an die Burgmauer. Da wurde der Weg be⸗ ſchwerlich, denn die Mauer war an vielen Stellen ein⸗ gefallen, und das Waſſer des Flüßchens war überge⸗ treten. Aus einem Hauſe an der Mauer, deſſen kleine gebrechliche Umriſſe man ſelbſt in der Dunkelheit er⸗ kennen konnte, erſchallte der Geſang eines geiſtlichen Lieds. Da blieb die Geſtalt einen Augenblick ſtehen und horchte, ſchuͤttelte dann mit dem Kopf und ſprach in tiefem Tone: Der Pfaff wird doch das Pſalmen⸗ plärren nie müd; lohn ihm der Geier ſein Brüllen. Damit ging die Geſtalt weiter und gelangte ans Unterthor. Deſſen beide mit eiſernen Nägeln beſchlagene Fluͤgel ſtanden noch offen. Die Geſtalt trat in die Mitte der Pforte und ſah über die Straße nach Lindheim hin. Da ſich Niemand nahte und kein anderer Laut gehört ward, als das Klappern der nahen Muhle, ſo trat ſle an die innere Seite der Pforte, und öffnete ein Thürchen, das angelehnt war, und ins Innere der Pforte zu führen ſchien. Eine alte Treppe krachte unter den ſchweren Tritten des Mannes und ein gewichtiger Schlag auf eine Thürklinke eröffnete ihm den Einblick in ein ſpärlich erleuchtetes Stübchen. Eine duͤſter brennende kleine Lampe zeigte eines jener kleinen Gemächer, wie ſie ſich auf den Pforten der Burgen und Städte fanden, zum Dienſte der Burg⸗ und Stadtwächter beſtimmt. Das Gemach, von dem wir hier reden, war aber von ganz beſonderer Häß⸗
lichkeit. Es hatte nur ein nach Lindheim hingehendes kleines ſtark mit eiſernen Stangen verwahrtes Fenſter, deſſen Glas aber längſt zerbrochen und deſſen Oeff⸗ nung mit Stroh und alten Lumpen ausgefüllt war.
Bekanntmachungen von Behörden.
d ννον Arbeits- Verſteigerung. (113) Freitag den 17. Februar l. J., Vormittags 10 Uhr, werden in Oberrosbach in der Wohnung des Wirths Bingmann, die zur Erbauung einer neuen Revierförſters-⸗Wohnung mit Oekonomie⸗Gebäuden daſelbſt erforderlichen Bauarbeiten, öffentlich an die Wenigſtnehmenden verſteigert, als: 1) Maurerarbeit mit Materialien voranſchlagt zu
3351 fl. 13 kr. 2) Steinhauerarbeit 639% 12 3) Zimmerarbeit 1239„ 37% 4) Dachdeckerarbeit 548„% 20 5) Schreinerarbeit 622% 58„
6) Schloſſerarbeit
7) Gla ſerarbeit 284„ 54„ 8) Weiß binderarbeit 624„ 46„ 9) Spenglerarbeit 37% 10) Pflaſterarbeit 131%
Zuſammen 7934„ 39„
Riſſe, Voranſchläge und Bedingungen liegen auf dem Büreau des unterzeichneten Kreisbaumeiſters zur Einſicht offen.
Zu gleicher Zeit wird an dem oben bemerkten Tag Nachmittags um 2 Uhr die alte Revierförſterswoh⸗ nung öffentlich an die Meiſtbietenden auf den Abbruch an Ort und Stelle verſteigert. a
Friedberg den 1. Februar 1843.
Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter f
Stockhauſen.
Arbeits-Verſteigerung. (117) Samſtag den 18. Februar l. J., Vormit⸗ tags 10 Uhr, ſollen in dem Local des Gaſtwirths Hieronimuß die Reparaturarbeiten fuͤr 1843 an den Kameral⸗Grundlaſten und Forſtgebäuden zu Fried⸗ berg, Butzbach, Ockſtadt, Obermörlen, Griedel, Rockenberg, Oppershofen, Kaichen, Büdesheim, Hel⸗ denbergen, Burggräfenrod, Vilbel, Rodheim, Winter⸗ ſtein und Oberau, als Maurer-, Steinhauer⸗, Schrei⸗ ner⸗, Schloſſer⸗, Glaſer⸗, Weißbinder⸗, Spengler⸗ und Pflaſtererarbeiten, welche im Ganzen zu 2150 fl. voranſchlagt ſind, an die Wenigſtnehmenden öffent⸗ lich verſteigert werden.
Es wird dieſes mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß nur ſolche Handwerker zum Gebot zugelaſſen werden, welche die nach der Ver⸗ ordnung vom 31. Januar 1828 vorgeſchriebene Prü⸗ fung beſtanden, oder bereits vor Erlaß derſelben Meiſter geworden waren.
Friedberg den 1. Februar 1843. Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter Stockhauſen.
5 Bekanntmachung.
(126) Anna Margaretha Schimpf, Tochter des
Versteigerung
rosbach,. 0 10⁵ Mul 10 Uhr, wild htehende dit in den Domal Niriers, in A lch verſteigert. ſodern der wenn der Adſ Nen Bedingur kannt gegebt
Oberrot
9 (127) Mon 10 Uhr, ſal Schall zu Aſſe Etücke über di
Falſraße von
aſſenheim vor Wenigſenehmet J) Maurera 9 Steinhau 3) Zimmerg 4) Schloſſer 5) Fundame Wuſerſc
Nſſe, Vor. dem Büreau d Friedberg
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148) Mitt Mittags um 1 darfs hieſſger en Wenigſneh Argeben werden Jubbach 8
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