Ausgabe 
15.2.1843
 
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Intelligenzblatt

für die

Provinz Oberbeſſen im Allgemeinen,

Kreiſe Friedberg, Gruͤnberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

13.

8

Mittwoch, den 15. Februar

1843.

Amtlicher Theil.

Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg

an ſaͤmmtliche Großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes.

Betreffend: Den Nachlaß der Eliſabetha Dietrich von Oberſeemen.

Johannes Theis, unehelicher Sohn der Eliſabetha Dietrich von Oberſeemen, ſoll ſich im

hieſigen Kreiſe als Dienſiknecht, oder in irgend einer anderen Weiſe aufhalten.

Bejahenden Falls ſehe

ich einer berichtlichen Aeußerung über das Betragen deſſelben entgegen.

Friedberg den 6. Februar 1843.

Küchler.

5 Oeffentliche Nachricht. Für die Dauer der Krankheit des Karl Weckerling iſt zum Taxator in Brand-Verſicherungs⸗ Sachen und als Feuergeſchworner Johannes Weckerling beſtellt worden.

Friedberg den 8. Februar 1843.

Der Großh. Heſſ. Kreisrath des Kreiſes Friedberg a

Die Schreckensjahre von Lindheim. Ein Beitrag zur Sittengeſchichte des ſiebenzehnten Jahrhunderts. Fuͤr das Chriſtenvolk erzaͤhlt. Hanau, bei Friedrich Koͤnig 1843. Preiß 24 kr.

Dieſes Büchlein, welches uns in einfachſter Dar ſtellung eine trübe grauenvolle Vergangenheit aufs lebendigſte vor Augen führt, verdient die Aufmerk ſamkeit nicht nur der, belehrende oder unterhalt ende Lectüre Suchenden, ſondern auch der hiſtoriſchen For⸗ ſcher, welchen hier neue intereſſante Documente) zur Culturgeſchichte des Zeitalters des 30jährigen Krieges vorgelegt werden.

Die traurigen Schickſale des Dorfes Lindheim hängen mit dem unglücklichen Hexenglauben unſerer Vorfahren zuſammen und mit den empörenden, Grauen und Schauder erregenden Martern, mit welchen die Verblendung, die Habgier oder die Rachſucht jene Ungluͤcklichen zu quälen pflegte, die eines Einver⸗

*) Beſonders in dem Tagebuch des Pfarrers Höͤlcker von Lindheim.

ſtändniſſes mit dem Teufel beſchuldigt waren. Es iſt faſt unglaublich, wie das Rechtlichkeitsgefühl unzäh⸗ liger Richter ſo verhärtet ſein konnte, daß ſie die An⸗ wendung der Folter zur Erpreſſung des Geſtändniſſes ſanktioniren konnten; wie gänzlich abgeſtumpft mußte alle menſchliche Empfindung in ihnen ſein, daß ſie jene Henkerjuſtiz und Büttelprozedur bei den Ver⸗ hören mit anſehen konnten, wo die armen Verklagten oft alles geſtanden, was man nur hören wollte, damit ſie nur der Qualen der Folter ledig wurden. Aber der dreißigjährige Krieg mit ſeinen Graͤueln und Verheerungen gehört auch in jene Zeit.

Ein roher Menſch, früher Soldat, Namens Georg Ludwig Geis, übernahm, als Amtmann von Lind⸗ heim, mit Bewilligung der adligen Gan-Erben, im Jahr 1662, die Rolle, als oberſter Inqutſitor die Unterſuchungen und Executlonen bei den Hexenpro⸗ zeſſen leiten. Helfershelfer waren der Büttel, und die von Geis ſelbſt aus ungebildeten Landleuten gewählten Blutſchöͤffen. Die Beweggründe zu den unmenſchlichen Grauſamkeiten des Amtmannes ſollen eine unerwie⸗ derte Neigung zu einem adeligen Fräulein, Rachſucht