Ausgabe 
13.9.1843
 
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Ueber den Wirthshausbeſuch angehender

Juͤnglinge.

In öffentlichen Blättern wie in beſonderen Schrif⸗ ten hat man ſchon öfters auf die Schlaffheit hinge⸗ wieſen, die in der Kinderzucht eingeriſſen ſei, man hat insbeſondere ſehr lehrreiche, aber bedenkliche Ver⸗ gleichungen zwiſchen der alten und neuen Zeit an⸗ geſtellt, wobei freilich die Gegenwart bedeutend ver⸗

lieren muß. Solche Darſtellungen betreffen indeſſen

meiſt die höheren Stände, während insbeſondre von dem Treiben auf dem Lande geſchwiegen wurde. Einſender iſt jedoch der Anſicht, daß man auch das ruͤgen und mit aller Strenge bekaͤmpfen ſoll, was gerade bei dem Kern des Volkes eine duͤſtere Zukunft vorbereiten kann und benutzt darum dieſes viel ge⸗ leſene Blatt, um uͤber verſchiedene Punkte ſeine An⸗ ſichten zu veröffentlichen.

Eine unangenehme, ja Sorgen erweckende Er ſcheinung iſt es gewiß, daß auf dem Lande junge Leute von 15 46 Jahren an Sonn- und Feſttagen mit langen Tabackspfeifen durch die Straſſen ziehen, die Kegelbahnen beſuchen und ſich unter die Zecher an den Schenktiſchen einmiſchen. Die nächſten Fol⸗ gen ſind Trotz und Widerſetzlichkeit gegen Eltern und Lehrmeiſter, Gewöhnung zum Muͤſſiggange und frecher Uebermuth im Reden und Handeln; die entfernteren Folgen jedoch ſind die, daß aus ſolchen frühreifen Jünglingen einſt kraftloſe Männer empor⸗ wachſen werden, die weder ihre häuslichen, noch ihre Bürger⸗Pflichten redlich erfüllen können, die nament⸗ lich in der Stunde der Gefahr nicht im Stande ſein werden, einen Kampf für des Lebens heiligſte Güter zu beſtehen.

Beſonders verderblich iſt es, daß eine große Menge ſolcher jungen Leute ihre eigne Kaſſe führt und ge⸗ rade dadurch der väterlichen Gewalt ſich entzieht. Angelockt durch einen ſichren, nicht allzu ſchweren Verdienſt treten unverhältnißmäßig viele, kaum der Schule entlaſſne Knaben, bei Maurern oder Holz⸗ machern in Arbeit, ſie ubernehmen Arbeiten an den Chauſſeen und ruͤhmen ſich ihrer glänzenden Einnah⸗ men. Gerne wollen wir zugeſtehen, daß da, wo der Vater den Verdienſt ſeiner Söhne aufbewahrt, ein Gewinn aus ſolchen Beſchäftigungen hervorgeht; allein in unzähligen Fällen legen die Söhne dem Vater keine Rechenſchaft ab, ſie vergeuden ihr Geld auf freche Weiſe und treten alle häusliche Zucht und allen Gehorſam mit Füßen.

Wer kann dieſem weit verbreiteten Uebel ab⸗

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helfen? Zunächſt die Eltern,

Möchten dieſe Zeilen, die nur anregen ſollen,

manchen Vater, dem eine bange Zukunft bevorſteht,

aufmerkſam machen auf ſich und ſein Haus und ihn ermuntern, das hereinbrechende Uebel zu bekämpfen, dieweil es noch Zeit iſt. F.

U

Herr, hilf uns, wir verderben.

So ſprach, mit bang beſorgtem Tone, 5 Manch Menſchenherz in dieſer Zeit Und ſieh', Gott ſchaut vom hohen Throne, Beſieht die Erde weit und breit: Und ſendet ſeinen Sonnenſchein, Daß Korn und Waizen ſoll gedeih'n.

Nun ſtaunt der Menſch ob ſolcher Fülle, Die rings um uns die Erde beut, Und ſteht vor großer Ehrfurcht ſtille Indem er ſich des Gebers freut, Der, eh's der Menſch nur recht bedacht, Schon Alles anders hat gemacht.

Es kommen reich beladne Wagen Zu unſern Oörfern jetzt herein; 2 Man hört von: Haus zu Hauſe ſagen: Nun wollen wir uns wieder freu'n, Ob dieſer ſchönen Erntezeit; Hinweg mit aller Traurigkeit!

Hinweg mit allen bangen Sorgen, Bleib' fern, du ungebetner Gaſt! So ſpreche, Chriſt, an jedem Morgen Und nach des Tages Müh' und Laſt: Ja, jeder Pulsſchlag ſei ein Dank Und jeder Odem ein Geſang.

Zu Gott, dem Geber guter Gaben Richt' euren Blick ihr Chriſtenleut; Und die ein gut Gewiſſen haben O! ſeid zu jeder Zeit bereit:

Zu treten vor des Höchſten Thron Und danket ihm durch ſeinen Sohn.

Das ſind die rechteu Opfergaben, Die ſieht der reiche Vater gern, Von Chriſten, die noch Herzen haben, Zu loben ihren Gott und Herrn: Für ſeinen Segen in der Zeit Und auch noch in der Ewigkeit.*

Bekanntmachungen von Behoͤrden.

Edietal ladung.

(1132)

die mit Einſicht und Strenge eingreifen, die dabei ſelbſt ein Beiſpiel den Mäſſigkeit und Selbſtbeherrſchung geben mußten..

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