Woraus denn folgt, daß man mit 22 Ctr. Braunkohlen ebenſo weit auslangt wie mit einem Stecken Holz.
Es koſtet aber ein Stecken gutes Buchenholz, 1) im Wald 8-9 fl, wofür i ee 2) Fuhrlohn, wenn das Holz noch naß iſt,
circa 18 Cte. auf circa 3 Stunden, à 6 kr., 1 fl. 48 kr. 3) Kleinmacherlohn eirea 42 fr. Summa 1 fl.— kr.
Dagegen koſten 22 Ctr. Braunkohlenklötze z. B. auf dem Bauernheimer oder Dornaſſenheimer Werk, wo ſie eben am theuerſten ſind:
1) auf der Grube, der Ctr. à 12 kr., macht 4 fl. 24 kr.
2) Fuhrlohn auf 2—3 Stunden, pr. Ctr. 6 kr. 2 fl. 12 kr,
3) Umformen der Krümmchen ohngefähr 9 kr.
Summa 6 fl. 45 kr.
Es koſten alſo die Kohlen weniger 4 fl. 15 kr.
Aber halt! ruft mein Nachbar Hannes, das Holz koſtet mich gar keinen Fuhrlohn, das hole ich mir ſelbſt mit meinem Fuhrwerk, und ich mache mir es auch ſelbſt klein, koſtet wie— der nichts. Gut, Nachbar Hannes; dann hole dir auch die Kohlen ſelbſt. und mache dir die Krümmchen ſelbſt; oder noch beſſer, wirf ſie auf den Miſt, ſparſt du beinahe grade ſo viel und noch mehr, denn der Miſt davon wird mehr werth als die Klötze. Koſtet das Holz aber 8 fl. 30 kr. und die Kohlen nur 4 fl. 24 kr., ſparſt du doch noch extra das Reſtchen 4 fl. 6 kr.
Aber das Holz, ſagt Hannes, koſtet auch nicht immer 8 fl. 30 kr., manchmal nur 7 fl. und noch weniger; und der peter und der Dommes und der Joſt haben auch Loosholz, und die Pachter auf dem Herrngut, das ſind doch reiche und kluge Leute, die bekommen oder kaufen Stockbolz, das koſtet noch weniger! Gut Nachbar; iſt aber auch alles viel ſchlech— ter, und langt man nicht ſo weit damit, wie mit buchen Scheitholz, wird man alſo auch weniger Klötze brauchen als 22 Ctr. auf den Stecken.— Wenn aber auch alles ſo nicht wäre, wie es doch iſt; ſo koſtet das ſchlechtere Holz ebenſo viel Fuhren oder Fuhrlohn wie das gute, und auch mehr Macherlohn, beſonders das Stockholz; und wenn am Ende das Loosholz all' iſt, ſo muß man doch anderes Holz oder Braunkohlen kaufen.— Was iſt nun das Wohlfeilſte: ſchlechtes Eichen- und Stockholz den Stecken zu ö fl. 30 kr. bis 6 fl. und 7 fl. oder 22 Ctr. Braunkohlen zu 4 fl. 24 kr.?
Aber da kommt Nachbar Hannes ſeine Frau und fragt womit ſoll denn das Fleiſch geräuchert und das Brod und die Kuchen gebacken werden? und woher gar die Aſche zum Waſchen und Tuchbleichen? Gut Frau Nachbarinn, Ihr habt Recht.— Aber das Fleiſch zu räuchern, dauert nur 4 Wochen und das Backen geſchieht auch nicht alle Tage; für beides giebt's Rath; kann man doch auch mit Braunkohlenfeuer den Backofen heiß machen. Der Winter aber dauert wenig⸗ ſtens 16 bis 20 Wochen; und was gar die Aſche betrifft, ſo giebt der Stecken buchen Holz nur 17— 18 Pfd., alſo ſehr theure Aſche, von anderem Holz die iſt ſchlecht und noch theurer; und am Ende kann man viel wohlfeiler und ſaube— rer waſcher)d, wenn man's lernen will, mit der neumodiſchen Potaſche, Soda genannt, wie es die Frau Baſe in der Stadt macht, die's dem Seifenſieder abgelernt hat.— Zudem will auch im Frühjahre, Sommer und Herbſt gekocht werden, und wenn man die Erſparniß von 2 bis 3 Jahren nimmt, und den alten weilburger Ofen und bie alte Heerdplatte dazu, ſo kann der Nachbar Hannes der Frau Nachbarinn dafür einen funkelneuen Kochofen kaufen und einen Sparheerd obenein. Gelt, Frau Nachbarinn, Ihr habt Recht, aber die Klötze ſind doch wohlfeiler als das theure Holz!
Wem aber die Braunkohlen in Bauernheim oder Dorn— aſſenheim noch zu theuer ſind, der kann bis Neujahr noch aufs Dorheimer Werk fahren, wo ſie zu 11 kr. verkauft wer⸗ den, alſo 22 Ctr. nur 4 fl. 20 kr. koſten. Und wem auch das noch zuviel iſt, der fahre, wenn's ihm nicht zu weit iſt, nach dem Weckesheimer und Wölfersheimer Werk, wo die Klötze jetzt im Fabrikpreiſe feil ſind und nur 8 und 9 kr. gelten; da kann er noch was mehr ſparen, ſo lange die Wege gut bleiben oder ihm ſonſt nichts paſſirt.
22 428 J*
Doch da kommt eben Nachhars Vetter Großhans gerade von Frankfurt zurück, und meinte, das ſei Alles gar nichts. Die viele Aſche und der Staub und Ruß und Geſtank, den die Braunkohlen geben, das wiege allen Vortheil auf. Auch meinte er, der Wirth im Weidenbuſch und die Leute in Bo⸗ names und Urſel thäten viel klüger, daß ſie anfangen Stein⸗ kohlen zu brennen; damit lange man doch noch viel weiter. Gut Herr Vetter, mit 8 Ctr. Steinkohlen reicht man freilich ſoweit wie mit 1 Stecken buchen Holz oder mit 22 Ctr. Braunkohlen. Aber die 8 Ctr. Steinkohlen koſten bis Fried⸗ berg leider über 8 Gulden, und wenn ſie nur 7 Gulden und 6 Gulden koſteten, dann wären ſie immer noch 3 bis 2 Gulden theurer als die Klötze, und dafür kann man viel Klötz⸗ aſche wegfahren, viel Staub wegwiſchen, den Ofen oft fegen, auch viel Wachholder, Köllniſch Waſſer und Berliner Räucher⸗ pulver, vom Feinſten kaufen gegen den Geſtank.— Die Eiſenbahn iſt aber noch nicht fertig, daß die Steinkohlen noch wohlfeiler würden, und die in der Wetterau geſuchten Stein⸗ kohlen ſollen erſt noch gefunden werden.— Alſo Herr Vet⸗ ter, auch Ihr habt Unrecht.—
N νιν Edietal ladung.
(1526) Friedrich Klaus von Griedel, geboren am 30. Mai 1752, demnach bereits über 90 Jahre alt, und ſeit einer Reihe von Jahren verſchollen, wird aufgefordert, ſo gewiß binnen 3 Monaten Nachricht von ſich zu geben, als ſonſten ſein Ableben unter⸗ ſtellt werden wird.
Binnen gleicher Friſt ſind etwaige Anſprüche an den, erſt kürzlich zur Kenntniß des Gerichts gelang⸗ ten, an ſich unbedeutenden Beſitzthum, dahier anzu⸗ zeigen, auch Reichzeitig genugend zu begründen, als ſonſten keine Rückſicht darauf genommen werden wird.
Hungen den 18. November 1843.
Großh. Heſſ. Fürſtl. Solmſ. Landgericht Hofmann. Güter⸗ Verpachtung.. (1550) Dienſtag den 12. Dezember, von Vormit⸗ tags um 9 Uhr an, ſollen in hieſigem Rathhauſe wegen geſchehenen Nachgebots die dem Auguſtiner Schulfond gehörenden Güterſtücke, als:
1) 1 Hube und 1½ Morgen Acker und 8 Morgen Wieſen in der Schwalheimer und Dorheimer Gemarkung,
2) 26 Morgen Acker und 2 Morgen Wieſen in der Dorheimer Gemarkung,
3) 20 Morgen Acker, Wieſen und Garten in der Niederwöllſtädter Gemarkung,
einer nochmaligen öffentlichen Verpachtung ausgeſetzt werden.
Friedberg den 29. November 1843.
Der großh. heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz. Güter ⸗ Verpachtung. (1551) Dienſtag den 12. Dezember ſollen nachfol⸗ gende dem vereinigten Armenfond zuſtehende Güter⸗ ſtücke wegen geſchehenen Nachgebots einer nochmali⸗ gen öſſentlichen Verpachtung ausgeſetzt werden, als:
7) Vormittags um 11 Uhr, der hieſige Hospitalhof ſammt ohngefähr 6 Morgen 3 Viertel Obſt⸗ Baum⸗ und Grabgarten, 3¼ Morgen Kappes⸗ garten und 98 Morgen Ackerland,
Vorm 9119 ban Nach 9 100 Gem 8 9 0 1 Haie ti 4R0
(559)
ernagel
Hotgens Schänke det Woh Pormitte Haſtaith, Mulch 9 der Lan! Wittwe
meiſtbie
Fri
(157 10 Ul Nachle botiger


