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iſt jeder Tag gut, jeder Tag von Gott beſtimmt, ſo wahr er ſein großes Himmelslicht täglich herauf⸗ führt nach der ſchauervollen Nacht und es ſcheinen läßt bis zum Niedergang. Die Sonne, ſie iſt die rechte Zauberlampe. Mit ihr, in ihrem Schein mußt du graben, wenn dir's gelingen ſoll. Nicht umſonſt läßt ſie Gott am Tage ſcheinen. Nur Thoren können des Nachts, können mit der Laterne das Kleinod ſuchen. Sie werden's nimmer finden.
Ich will dir eine Anleitung zur Ordnung im Schatzgraben mittheilen.
Erſtens: ſei frühe auf. Die Morgenſtunde hat Gold im Munde, ſagten die Alten, und ſie haben Recht. Sie iſt das wahre Ende des Regen⸗ bogens, deſſen Farben am öſtlichen Himmel ſtrahlen, wo der Keſſel voll Gold ſteht. Die Stunde, welche du früh verſchläfſt oder verträumſt, du bringſt ſte nimmer wieder ein. Am Morgen gelingt uns je⸗ gliche Arbeit beſſer. Denn wir gehen an ſie mit ge⸗ ſtärkter Kraft, mit neuem Muth.
Zweitens: Haſt du mit den Deinigen in des Morgens Frühe, wo Gottes Licht dich ruft, dein Lager verlaſſen, ſo ſtimmet fröhlich ein Morgenlied an oder bringet dem Herrn euer Gebet. Sprechet euern Dank für den gnädigen Schutz, worin ihr ſicher geruhet im Dunkel der Nacht, bittet um Gottes Segen und Beiſtand zu eurem Tagewerk, und ge⸗ lobet ihm, daß ihr ihn ſtets vor Augen und im Herzen haben wollt! Denn:
Alles iſt an Gottes Segen Und an ſeiner Gnad' gelegen;
Dieß iſt mehr als Geld und Gut! Wer auf Gott ſein' Hoffnung ſetzet, Der behält ganz unverletzet
Einen freien Heldenmuth.
Uns ſelbſt giebt ein andächtiges, herzliches Mor— gengebet höhere Kraft zur Arbeit, hohere Freudigkeit, höheren Muth. Dem frommen Beter gelingt Alles beſſer, er fällt nicht leicht in Sünde und Schande.
Drittens: Haſt du dein Morgengebet geendet, ſo gehe flugs an deine Arbelt in der Werkſtatt, auf dem Felde, in der Scheuer ꝛc., und beginne ſie und treibe ſie in Gottesnamen mit Ernſt und Luſt. Ge⸗ denke und ſinge wenn's dir ſauer wird:
Zur Arbeit, nicht zum Müſſiggang,
Bin ich, o Herr, auf Erden!
Drum laß mich, Herr, mein Lebelang, Kein Müſſiggänger werden!
Viertens: Bei allem, was du thuſt, überlege zuvor wohl, daß du alles zur beſten Zeit thuſt, und thueſt alles auf die rechte Weiſe, nichts halb, nichts obenhin. Ein Tag früher oder ſpäter geſäek, ent⸗ ſcheidet oft über den Ertrag der Ernte. Laß dich nie in gewagte Dinge ein, ſondern gehe ſtets behut⸗ ſam und mit ſorglicher Erwägung deiner Kräfte und Mittel zu Werke. Ein kleiner Gewinn, der gewiß iſt, iſt beſſer als zehn große Vortheile, bei denen dein Vermögen auf dem Spiele ſtehet.
Fünftens: Haſt du dein Tagewerk vollbracht, ſo gönne dir, wie die nöthige Nahrung, alſo auch Erholung. Wer am eigenen Leibe ſich es abkargt, der iſt kein tuͤchtiger Arbeiter, kann kein wackerer
Schatzgräber ſein. Zur Arbeit bedarf man Kräfte, die Erſchöpfung unſeres Körpers aber fordert, daß wir demſelben durch Speiſe neue Nahrung zuführen. Darum hüte dich vor dem Fehler des Geitzes wie gegen Andere, ſo gegen dich ſelbſt. Ich ſpreche nicht von Uebermaaß. Es ſchadet; aber was dein Körper an Nahrung und Kleidung bedarf, gewähre es ihm. Deine Arbeit bringt's doppelt ein. Aber auch die nothwendige Ruhe, die erforderliche Geiſteserholung verſage dir nicht. Ein allzuſtraff geſpannter Bogen verliert ſeine Kraft. Ueberarbeite dich nicht, wolle Gottes Segen nicht erſtuͤrmen. Die da ſpät auf ſind und tief hinein arbeiten in die Nacht, thun ſich Schaden an ihrer Geſundheit, rauben ſich die Kraft für den folgenden Tag und verkürzen ihr Leben. Zwar heißt's auch hier: Keine Regel ohne Ausnahme! Es treten oft Zelten, Umſtände und Verhältniſſe ein, die eine Verlängerung des Tagewerkes bis tief in die Nacht fordern. Wohlan, füge dich, auch wenn's dir ſauer wird! Es gibt im Leben oft Geſchäfte, welche ohne großen Nachtheil nicht verſchoben werden können auf den andern Morgen. In der Regel aber weiche nicht von der Lebensordnung ab, die dir gebietet, am Tage zu arbeiten, des Nachts aber zu ruhn. Es iſt Gottes Ordnung, der die Nacht nicht ſenden würde nach dem Tage, wenn ſeine Welt und ihre Bewohner, alſo auch der Menſch, der Ruhe nicht bedürften. (Schluß folgt.)
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Ferner ſind für die Abgebrannten in Bromskirchen bei mir eingegangen: von Sp. 1 fl. 45 kr. ö C. Bindernagel.
Bekanntmachungen von Behoͤrden.
NN NN Edicetal ladung.
(1041) Eliſabethe Roß von Koͤlzenhain hat fol⸗ gende, theils auf den Namen ihrer Eltern, Balthaſer Roßen Eheleute, theils auf den Namen des Marcus Bernhardt in den Flurbüchern ſtehende, Grundſtücke
a., Gemarkung Kölzenhain: Bü. S. N. i Alt. Neu.
8/8 /½51 428 Acker auf der Steinmauer, 214½8 1/61 233 Wieſe die Huthweide, 1310 257/80 III/31 191 Wieſe auf der Langenwieſe, 289/&1 17381 35 Wieſe die Hofgärten,
56/6 IV/I12 138 Acker am Runkelsgarten, 100% VI/51 313 Acker auf der Haide,
251/13 IIJ/196 93 Wieſe auf der Langenwieſe, b., Gemarkung Bobenhauſen: 497/18 XVI/I31 223 Acker vor dem Wald, 478/39 XV/ꝰ37 233 Acker auf der Schwan, verſteigern laſſen und kann, nachdem ihre Geſchwiſter ſich ihrer Rechte auf die in Rede ſtehenden Grund⸗ ſtücke zu ihrem Beßten begeben haben, das ihren verſtorbenen Eltern zugeſtandene Eigenthum, auch die Tilgung einer bei dem Kirchenkaſten zu Bobenhauſen am 9. Dezember 1776 von Johann David Roß contrahirten Darlehnsſchuld von 50 fl. und eines
(1042 haben d gelegene, 725
das ſie v verkauft, lundlich alle die an das ſolche anzuzei Rückſic werden
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