heilig, ſchwören, ein Mann zu ſein und dieſe Nacht beſtimmt— der Sache ein Ende zu machen.
— Und wieder ſtand er auf der Lauer. Im Dorfe war's todtenſtill— die Nacht finſter; da hörte er den ſchweren Schritt des Alten vom Teiche herab. Sein Herz zog ſich krampfhaft zuſammen, ſeine Haare ſträubten ſich, ſeine Glieder zitterten, Hans fühlte
es, wie er unfähig ſei, das Gewehr anzulegen, ab⸗
zudrücken—; er vergaß ſeines Schwures.
Da trat der Alte in den dunkeln Flur— ſein Fuß ſtieß an ein Gefäß, das man vergeſſen hatte fortzuſchaffen.„Das hat die Beſtie hergeſtellt,“ ſagte er laut für ſich,„die H—. Aber warte nur, morgen trete ich Dich todt.“—
Mit dieſen Worten hatte er ſein Todesurtheil geſprochen. Alle Schrecken ſeiner künftigen Lage über— mannten den lauernden Hans; Haß, Verzweiflung zog in ſein Herz: ſie gaben ihm die nöthige Kraft zur That; konvulſiviſch legte er an, drückte los— der Schuß krachte und der Alte wälzte ſich, ohne einen Laut von ſich zu geben, in ſeinem Blute.
Lieſe, die oben gelauert, zerſchlug das Fenſter und ſtürzte mit dem Licht herab, das Dorf gerieth in Alarm— die Bewohner eilten herbei; Lieſe ſpielte ihre Rolle mit ziemlicher Täuſchung. Aber Hans, bleich, zitternd, entſtellt, keines Wortes mächtig, einem Wahnſinnigen vergleichbar, verrieth ſofort in ſich den Mörder. Dazu des Bauers Gewehr, welches in der Stube fehlte.— Noch in derſelben Stunde hatte der Schulze das Geſtändniß beider Schuldigen. 6
Lieſe weinte nicht. Sie ſagte:„Es iſt beſſer ſo — das Elend hat doch ein Ende. Ich werde mit Dir ſterben, Hans; aber unſer Kind wird leben und der Alte kann's nicht mehr todt treten.“ Kurz nach der That ſpürte ſie keine Reue; ihr Weſen zeigte nur von dumpfer Ergebung. 8
Ihre Schuld fällt ſchwerer in die Wagſchale. Es war ihr Vater, gegen den ſie ihren Liebhaber be⸗ waffnet; ſie, die Aeltere, hatte ihn zur That gereizt, gedrängt. Sie war es zuerſt, die den Mord anregte. Doch ſieht ſie ihrem Schickſal ſtandhaft entgegen, während Hans verzweifelt.—
Beide erwarten den Tod, zu welchem ſie in zwei Inſtanzen verurtheilt worden ſind, und werden ihn erleiden, wenn ſie der König nicht begnadigt. Das Kind, im Gefängniß zur Welt gekommen, lebt.
(Morgenſtern.)
Guter Rath.
Der gute Rath iſt ſonſt zuweilen ſehr theuer; wir können aber hier einen geben, der ſehr wohlfeil und dabei nicht ſcheinbar, ſondern wirklich gut iſt.
Aller Orten hört man von dem großen Segen, den es beſonders an Kartoffeln dieſen Herbſt gege⸗ ben hat, ſo daß manche Leute in Verlegenheit ſind, wo ſie Alles unterzubringen vermögen, Manche auch gerne eine Gelegenheit wiſſen möchten, wo ſie dem Vater im Himmel für ſo großen Segen ſich dankbar
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beweiſen können. Für Beide wiſſen wir Rath. Das Kellerchen, welches unter dem Hauſe der Kleinkin⸗ derſchule auf dem Hauck zu Friedberg ſich befindet, hat noch viel Raum für Kartoffeln, die man ſonſt nicht wohl unterbringen kann, und für den Dank, der für eine Kartoffelgabe(auch eine kleine iſt willkommen) von den Kindern gen Himmel geht, iſt mirs auch nicht bang, denn aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge geht er gar ſinnig aufwärts.
Von einem Freunde der Kleinkinderſchule.
Bekanntmachungen von Behoͤrden.
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Holzſaamen⸗Lieferung. (1449) Dienſtag den 12. Dezember dieſes Jahres, Vormittags 10 Uhr, ſoll auf dem Bureau des un⸗ terzeichneten Großh. Kreisraths die Lieferung des für die einzelnen Gemeinden des hieſigen Kreiſes pro 1844 erforderlichen Holſaamens, beſtehend in
1) 100 Pfund Ahorn,
2) 15„ Lerchen, 3) 221„ Fichten, 4) 512„ Kiefern
unter den alsdann bekannt gemacht werdenden Bedin⸗ gungen an den Wenigſtnehmenden öffentlich verſteigert, wozu Steigluſtige hierdurch eingeladen werden. Grünberg den 1. November 1843. Gr Heſſ. Kreisrath des Kreiſes Grünberg. Ouvrier. Geldausleihung. (1436) Im Monat Dezember d. J. konnen gegen gerichtliche Sicherheit aus dem Oberwiddersheimer Kirchenfonds 9000 fl. ausgeliehen werden.
Hierauf Reflectirende belieben ihre deßfallſigen Anmeldungen baldigſt perſönlich oder in portofreien Briefen bei dem Unterzeichneten anzubringen.
Kohden bei Nidda den 28. Oktober 1843. Der Dekanatskirchenrechner L a n z
Main⸗Neckar⸗Eiſenbahn. Verſteigerung von Erdarbeiten. (1450) Montag den 13. d. M., des Vormit⸗ tags um 9 Uhr, ſollen auf einer Strecke von 700 Klafter Laͤnge die Planirarbeiten zur Er⸗ bauung der Main-Neckar⸗Eiſenbahn in der Section Langen, im Revier Mitteldick an Ort und Stelle in mehreren Looſen, an die Wenigſtneh⸗ menden oͤffentlich verſteigert werden. Die Zu⸗ ſammenkunft iſt auf dem Bahnfelde an dem Aufſeherhaͤuschen bei der Bruͤckenbauſtelle uͤber den Hengſtbach.
Langen den 2. November 1843. N
Der Großh. Heſſ. Sections⸗ Ingenieur
der Section Langen. E. A d
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