Ausgabe 
7.10.1843
 
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bäulichkeiten, ſondern auch, wenn nur der geringſte Sturm ſich erhöbe, die umliegenden Häuſer und Scheunen, die alle bis in ihre Firſten voll Getreide geſtopft ſind, in der augenſcheinlichſten Gefahr waren. Wohl mancher Seufzer tiefer Bekümmerniß rang ſich da aus mancher Bruſt und manches Gebet ſtieg zu dem Throne des Hoͤchſten empor: daß er doch mit gnädigen Augen die Noth ſeiner Kinder anſehen und ihnen helfen möge nach ſeiner Barmherzigkeit. Und er half; er half, daß er nicht anfachte des Windes Wehen alſo, wie eine Stunde vor oder eine Stunde nach dem Brande, er half durch Men⸗ ſchen, die vom Geiſte brüderlicher Liebe beſeelt zum Schutze Eines unter ihnen herbeieilten. Nur Wenige ſah man muͤßig ſtehen; faſt Aller Hände waren thaͤtig zu retten und zu löſchen, und namentlich bei aller Anerkennung, die ich den Männern zugeſtehe namentlich muß des ausgezeichneten Eifers, den die Dienſtmägde und andere Frauensperſonen hieſiger Stadt und, wie man ſagt, auch des benachbarten Fauerbach beim Herbeitragen des Waſſers bethätig⸗ ten, mit aller ſchuldigen Achtung und dem gebüh⸗ renden Danke gedacht werden. Auf den Heerd, wo es entſtanden war, wurde das Feuer gebannt; nur die Scheuer mit ihrem Inhalte wurde von ihm verzehrt, oder durch das Waſſer unbrauchbar gemacht; nicht einmal Stall und Waſchküche, die Nachbarn

der Scheuer nach rechts und links, noch weniger der Flügel des Wohnhauses, der mie Stull und Scheuer

unter einem Dache ſteht, wurde ergriffen. Dafür ſei Lob und Preis dem, der es gethan und Dank Allen, die mithalfen den Rathſchluß des Allerbar⸗ mers ins Werk zu richten. Darüber, wie das Feuer entſtanden, enthalte ich mich irgend eine Vermuthung auszuſprechen; bei der Vorſicht, mit welcher man in dem Hauſe des Herrn Advokaten Trapp mit dem Lichte umgeht, läßt es ſich kaum denken, daß eine Un⸗ vorſichtigkeit ſollte die Urſache ſein; daß die Scheuer gelodert habe, als ein Feuerzeichen der Bosheit und Habſucht, will ich zur Ehre der Menſchheit nicht glau ben, und daß eine Katze, die man verbrannt aus dem Schutte zog, den Brennſtoff aus einer Feuereſſe in die Scheuer getragen hätte, wäre zwar nicht ohne Beiſpiel, klingt doch aber wunderlich. Gott weiß es, wie es gekommen, dem Unſchuldigen wird er ver⸗ zeihen, den Schuldigen möge er zur Erkenntniß brin⸗ gen und beſſern!

Zum Schluſſe dieſer Mittheilung nur noch Fol⸗ gendes:was iſt es doch, fragte auf dem Spazier⸗ gange am andern Tage, nach einer Unterredung uber das, was ich oben geſchrieben habe, ein Mann den andern,was iſt es doch, das den einen Menſchen

ſo unwiderſtehlich treibt, dem andern Menſchen, wenn

er in Noth iſt, zu helfen?Ob das wohl die Erbſuͤnde iſt!? ſagte der Andere. Was duͤnkt Dir von der Sache, lieber Leſer?

*. 352* Scheuer des oben genannten allgemein geſchätzten und geliebten Mannes ſtand, mußte Jeden uͤberzeu⸗ gen, daß nicht allein deſſen geſammte geräumige Ge⸗

Oeffentliche Dankſagung.

Die allgemeine Theilnahme, welche ſich bei dem mich und die Meinigen in der vorgeſtrigen Nacht

betroffen habenden Brandunglücke durch die thatigſte Hülfeleiſtung kund gegeben, veranlaßt mich, hierfür

gegen das Publikum offen und unverholen meinen wärmſten und tief gefühlteſten Dank auszuſprechen, überzeugt, daß ohne Gottes und der Menſchen treuen Beiſtand mein Obdach und

Raub der Flammen geworden waͤre.

Zugleich fühle ich mich verpflichtet, noch beſon, deren Dank denen zu zollen, welche Kraft ihres Be⸗ rufes, mit der angeſtrengteſten Thätigkeit die Löſch⸗

anſtalten geleitet, ſowie auch allen Einzelnen, die

raſtlos, muthvoll und mit wahrer Selbſtverläugnung

jeder Gefahr getrotzt, um des verheerenden Elements

Meiſter zu werden.

Auch allen treuen Nachbarn und Freunden, die mir in den Stunden der Gefahr und nach deren Entfernung mit Rath und That zur Seite geſtanden, ſei mein innigſter Dank dargebracht.

Wolle eine güuͤtige Vorſehung ähnliches Mißge⸗ ſchick förder von Uns Allen ferne halten.

Friedberg den 4. Oktober 1843. Trapp III., Hofgerichtsadvokat.

Coneert.

Sonntag den 8. d. M. beabſichtigt der hieſige Singverein im neuen Saale des Gaſthauſes zum Deutſchen Hof dahier ein Concert zu geben, deſſen Ertrag den Brandbeſchädigten in Bromskirchen zu⸗ fließen ſoll.

Anfang Abends% Uhr, Eintrittspreis 12 kr., höhere Gaben werden mit Dank angenommen.

Butzbach den 2. Oktober 1843.

Der Vorſtand.

Bekanntmachungen von Behoͤrden.

N Hofraithe⸗ Verſteigerung. (124) In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts ſoll Montag den 23. October l. J., Vormittags um 11 Uhr, in hieſigem Rathhauſe die Hofraithe des Schrei⸗ nermeiſters Joſeph Veith in der Kapitelgaſſe, an Michael Jung und Thomas Becker I. gelegen, be⸗ ſtehend in Wohnhaus und Ställchen mit Nro. 315. bezeichnet, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Friedberg den 11. September 1843. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz. Bekanntmachung. (1333) Da die Mobiliarverſteigerung der Verlaſ⸗ ſenſchaft des Carl Weckerling nicht beendigt werden konnte, ſo ſoll Mittwoch den 11. October 1. J. und die folgenden Tage, von Morgens 9 Uhr an, damit fortgefahren werden, und wird der Verſteigerung aus⸗

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