Ausgabe 
7.1.1843
 
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Ein Schmiedt aus der Umgegend hatte Carolans Wittwe einen Heirathsantrag gemacht, und wollte ſich durchaus keinen Korb geben laſſen. Nachdem ſte ihn über ein Jahr vergeblich abgewieſen, ſagte ſie eines Tages zu ihm, ob er denn glaube, daß der Plagegeiſt ihres Hauſes der D'olocher hatte ſich wieder ſpüren laſſen den zweiten Mann verſchonen werde, da er den erſten geholt? dieß beleidigte den Schmiedt, der ein ſehr handfeſter Mann war, und er ließ ſich verſprechen, wenn er's mit dem Geſpenſt aufgenommen, und ſiegreich aus dem Kampfe hervor⸗ gegangen wäre, daß ihn die Frau heirathen wolle. Er wollte gleich denſelben Abend die Probe machen, aber heute ſei's zu ſpät, ſagte die Wittwe, er möge es morgen unternehmen. Der Schmiedt ging, kehrte aber noch unterwegs bei einigen Freunden ein und trank ſo viel Whiskey, daß er ſchwur, noch dieſen Abend den D'olocher zu beſtehen, obgleich der Regen in Strömen vom Himmel herab goß. Die Frau ſeines Freundes lieh ihm einen alten Mantel und einen alten abgetragenen Bieberhut. So mag er mich für eins ſeiner Schätzchen halten, ſagte der Schmiedt und ging gerade auf dieſen verrufenen Platz, die Hölle, zu. Kaum war er hler angekommen, ſo hörte er plötzlich dicht neben ſich ein abſcheuliches Grunzen, dem er im erſten Schrecken der Ueber⸗ raſchung mit einem Gebrüll antwortete, das die ganze Nachbarſchaft in Allarm brachte. Ehe er ſeinen Bie⸗ berdeckel aus den Augen ſchieben konnte, ward er wieder eine Mauer gedrückt und fühlte die Hauer und den Ruͤſſel eines ungeheueren Schweins gegen ſeine Bruſt ſtoßen.

Da! du garſtiges Beeſt rief der Schmiedt erboſt, da! und noch einmal eins! und verſetzte dem Ge ſpenſt mit ſeiner nervigen Fauſt bei jedem Wort ein Stoß auf die Bruſt, der einen Ochſen zu Boden geworfen häfte. Das Schwein wankte und fiel rück⸗ lings auf's Straßenpflaſter. Der Schmiedt ſprang ihm mit gleichen Füßen auf die Bruſt und johlte ſeine Siegesfreude ſo laut in die Gaſſen, daß alle Häuſerbewohner von nahe und fern mit Laternen und Schuͤreiſen zuſammengelaufen kamen. Das Geſpenſt wurde auf die Hinterbeine geſtellt; ſeine Hülle fiel auf die Erde und Michael Carolanl ſchrien ein Dutzend Stimmen, als ihm ebenſoviel Laternen unter die Augen leuchteten. Er wurde ins Spital des Blackdoggefängniſſes gebracht und ſtarb den andern Tag. In ſeinen Bekenntniſſen gab er an, daß der Einfall mit dem Betrugſpiel ihm und ſeinem Weibe durch den ſeltſamen Lauf der Dinge, mlt dem er an⸗ fangs nichts zu thun gehabt habe, an die Hand gegeben worden ſei, und daß er, da er den Kriegsdienſt doch verlaſſen müſſen, durch die Noth gezwungen, dieſe Täuſchung als Unterhaltungsmittel fortgeführt habe.

Die unbedeutenden Beraubungen die er von Zeit zu Zeit an den Weibern verübt, dienten ihm als Mittel zu den nöthigen Anſchaffungen, während es, ſo lange das Morden der Schweine fortging, ſeinem Tiſche nie an Schweinefleiſch oder Schinken mangelte.

Bekanntmachungen von Behoͤrden.

d ιν

Hofraithe-Verſteigerung. (1489) In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts Friedberg ſoll Montag den 9. Januar 1843, um 11 Uhr Vormittags, in hieſigem Rathhauſe die Spi⸗ ritus- und Eſſig⸗Fabrik des Jean Foucar dahier, in der Uſavorſtadt dicht an der Uſa gelegen, beſte⸗ hend in einem zweiſtöckigen Wohnhauſe, mit Maga⸗ zin, Remiſe, großem Speicher und Stallung, ſowie auch ein zweiſtöckiger Fabrikbau, ſammt den darin befindlichen Diſtilir⸗-Apparaten, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden, wobei bemerkt wird, daß, wenn ſich Steigliebhaber finden, die Localitäten und die Apparate getrennt dem Verkaufe ausgeſetzt werden.

Friedberg den 26. November 1842. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz. Aufforderung. (1583) Alle, welche Forderungen oder ſonſtige An⸗ ſprüche an Gr. Bürgermeiſter Ohmeis zu Obererlen⸗ bach bilden zu können glauben, werden aufgefordert, ſolche im Termin Montag den 9. Januar 1843, Vorm. 10 Uhr, dahier zu begründen, als ſonſt ſie bei dem aufzu⸗ nehmenden Inventar unberückſichtigt bleiben werden. Groskarben den 20. December 1842. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Muhl. Limpert. Fruchtverſteigerung zu Obererlenbach. (4) Donnerſtag den 12. Januar 1843, Nachmit⸗ tags um 1 Uhr, ſollen auf der Falkenſteiniſchen Mühle dahier, von den dießjährigen herrſchaftlichen Fruchtvorräthen ungefähr: 100 Malter Korn und 25% Waizen öffentlich an den Meiſtbietenden verſteigt werden. Obererlenbach den 30. December 1842. Der Gräfl. Ingelheimiſche Rentmeiſter Staus. Edictal ladung.

(1588) Adam Dippel, Müller in der Seemüͤhle bei Dorfgüll, hat ſich freiwillig bis zur demnächſtigen Ordnung ſeines Schuldweſens, der beantragt gewe ſenen Curatel unterworfen, und ſind namentlich Henrich Knöpper, Bürgermeiſter, und Johannes Sames J. zu Dorfgüll als Curatoren beſtellt worden.

Wer ohne Zuſtimmung der Curatoren ſich in Rechtsgeſchäfte mit Adam Dippel einläßt, hat zu ge⸗ . daß keine Klage aus demſelben zugelaſſen wird.

Zugleich wird zu Anzeige der bereits vorhandenen Schulden Termin auf

Mittwoch den 1. Februar 1843, Morgens 10 Uhr,

unter dem Anhang beſtimmt, daß diejenigen Glaͤu⸗ biger, welche ſich anzumelden verabſäͤumen, bei Re⸗

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