Ausgabe 
4.2.1843
 
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38.

und ſorgfaͤltigere Fuͤtterung der Kuͤhe, deren wir, ſtatt ber früheren 3 magern, jetzt 45 ſchöne ſchmucke Milchkühe im Stalle hatten, ſo viele Milch üuͤbrig, daß ſie die jungen Schweine, ſo lange ſie die grö beren Nahrungstheile nicht freſſen konnten, damit fütterte und damit die alten Mutterſchweine ſchonen konnte. a Durch dieſe beſſere Einrichtung meiner Wirth⸗ ſchaft wurde ich in den Stand geſetzt, die Kapital⸗ Zinſen zu bezahlen und nach einigen Jahren ſogar Rückzahlungen auf die ſchuldigen Kapitalien leiſten, und ſpäter dieſe ganz abtragen zu können. Eine ſolche wohlthuende Belohnung unſeres gemeinſchaft⸗ lichen Fleißes erhöhte unſere Thätigkeit immer mehr. Mann und Frau zogen aber auch an einem Strange, wie der Bauer zu ſagen pflegt, d. h., wir beratheten uns gegenſeitig über unſere Wirthſchafts-Angelegen⸗ heiten; kein Theil gab ohne des andern Wiſſen Geld aus; ich beſuchte nicht, wie manche meiner Nachbarn, die Wirthshäuſer oder ſpielte Karten und räſonirte über andere ſchlechte Wirthſchaften, während dem Vorfalle der eigenen; eben ſo kaufte meine Frau nicht heimlich Kaffee und backte Kuchen, um damit ſchwaz⸗ hafte Nachbarinnen zu traktiren, die nach vielen Orts⸗ oder anderen Neuigkeiten und Klatſchereien, und nachdem ſie ſelbſt zum Ruin' des Haushaltes beige⸗ tragen haben, zuletzt die Neuigkeiten ausbringen, die Wirthfchaft wäre ihrem Ende nahe. Eben ſo kauften wir, da ich wohl weiß, wer Kredit verlangt, oder geborgt haben will, im Voraus ſchon die Zinſen zahlen muß und nichts vom Preiſe abdingen kann, nur das, was wir bezahlen konnten. Trägt mein Nach⸗ bar auch einen beſſern Rock oder trinkt Bier, wenn ich Waſſer trinke, oder fährt mit ſchönen, wohlge⸗ nährten Pferden, die ihn Geld genug koſten, während ich hinter meinen ſchönen glatten fleiſchigen Ochſen hergehe, ſo verfuͤhrt mich doch nicht der Neid, dieſen meine Mittel überſchreitenden Aufwand zu machen; ich ſuche nur darin meinen Stolz, die beſten, ſchön⸗ ſten Früchte im Felde zu haben, meine Wirthſchaft immer nach einer geregelten Ordnung zu fuhren, und mit Freude über das glücklich vollbrachte Tagewerk Abends ſorgenlos zu Bette gehen zu köunen. Dieſer Wunſch iſt mir durch mühevollen Fleiß in Erfüllung gegangen, und ich habe das große Vergnügen, daß diejenigen meiner Nachbarn und Feinde, die mir bei der Uebernahme des Gut's den Untergang ſchon im Voraus prophezeiten, ſpäter mir nachahmten und mei⸗ nem Beiſpiel nachzufolgen ſuchten, und, ſtatt daß ſie glaubten, ich würde ſie um Geld anſprechen, ich denſelben ſchon oft aus der Noth habe helfen können.

Jetzt lebe ich im Krelſe meiner, von ihrer Jugend auf zur Thatigkeit und Sittlichkeit angehaltenen und dadurch wohlgerathenen Kinder, dle meinem Beiſpiele folgen, mich lieben und für die guten Vermögens⸗ Umſtände, in denen wir leben und die mich in den Stand geſetzt haben, ſie alle gehoͤrig unterrichten und einige ein Handwerk lernen zu laſſen, mir Dank wiſſen und mich ehren. Eben ſo bin ich nebſt meiner Frau von unſeren Nachbarn für das gute Beiſpiel,

das wir ihnen gaben, und durch deſſen Nachahmung ihr Wohlſtand erhöht iſt, geliebt und von dem Schul⸗ lehrer, Prediger und der Obrigkeit geachtet, leben alſo ſehr glücklich. N

Wem habe ich nun dieß Alles, namentlich die Begründung meines Wohlſtandes eigentlich zu ver danken? Neben meiner und meiner Frau Thätig⸗ keit dem von mir ſorgfaltig beachteten Dünger und der dadurch möglich gewordenen Verbeſſerung der Wieſen und des Futterbaues.

Deßhalb überfällt mich, ſo oft ich ſchlechte, ver⸗ nachläſſigte Wieſen ſehe, oder wenn ich beim Ein⸗ ſchreiten in ein Dorf bemerke, daß die Miſtſtätten ohne Sorgfalt angelegt ſind, und die Miſtjauche als das beſte unſchätzbarſte Dungmittel in die We⸗ ge läuft und ganz unbeachtet bleibt, Trauer und Mißmuth wegen ſolcher nicht zu verzeihender Saum⸗ ſeligkeit und der in der That nur durch das ver⸗ altete Vorurtheil: der Vater und die Voreltern haben auch, ohne die Miſtjauche einzuſammeln, Früchte gezogen, entſtandenen und fortgeerbten Faulheit des Landmannes, der ſonſt den Nutzen dieſer Dün⸗ gung wohl kennt und zu beurtheilen weiß.

Liebe Landleute, ich wünſchte Euch durch mein Beiſpiel die Wahrheit recht einleuchtend zu machen und an das Herz legen zu können, daß die Sorg⸗ falt auf Erzielung vielen Düngers, das Zurathbe halten deſſelben und ſeine Verwendung zum beſſern Wieſenbau und dadurch vermehrten Futterbau die Grundlage zum Wohlſtande des Landmanns iſt und bleibt. Es koſtet ja nichts als Fleiß, Schippen, Hacken und einen unermuͤdeten Arm.

Bekanntmachungen von Behoͤrden Fruchtverſteigerung. (67) Montag den 6. Februar, Nachmittags um 2 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe nachſtehende, der Stadt gehörende Fruͤchte öffentlich meiſtbietend ver

ſteigert, als: W Sim. Kpf. Geſch. Msch. 3 1

1 1 3% Waizen, 225 2 1 2 Korn,

33 4 2 1 Gerſte und 4) 13 3 1 Hafer.

Friedberg den 18. Januar 1843. Der Beigeordnete Bender. Kornverſtei gerung. (68) Montag den 6. Februar, Nachmittags um 2 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe, 40 Mltr. Korn von dem Fruchtvorrathe des Auguſtiner Schulfonds, von der Aernte von 1842, Zweimalterweiſe, öffent⸗ lich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 18. Januar 1843. Für den Bürgermeiſter der Beigeordnete Bender. Güter ⸗Verſteigerung. (83) In Auftrag der Beiſtände der Pfarrer Graf' ſchen Erben zu Aſſenheim ſollen Montag den 6. Februar l. J., Vormittags 10 Uhr, zwei denſelben

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(10) 10 Uhr, des Wirth Reverforſ daſelbſt er, Werigſeneh 9 Maur.

2 Suben 3) Zim 0 Dach 6) Schre 6) Schle 7) Glaſe 8) Weiß. 9 Spen,

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