Ausgabe 
4.1.1843
 
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1 2.

die zwölfte Stunde auf dem neuſten Grabe des Kirch⸗ hofs ſitzend, über die linke Achſel blickt, alle die in dem kommenden Jahr ſterben werden, in weißen Lei⸗ chenhemden voruͤberziehen ſieht. Aber ſo ungeduldig iſt man das Künftige zu wiſſen, ohne zu bedenken, daß uns ſeine Kenntniß nur Nachtheil brächte.

Ein Tag bringet, was ein ganzes Jahr verwei⸗ gert, ſagt das Sprichwort. Darum muthig ihr Klein⸗ gläubigen; getroſt ihr Armen, die unter den wieder⸗ belebten Geſtalten des vergangnen Jahres nur Klagen, Kummer und Thränen gewahren, getäuſchte Hoffnun⸗ gen, unerfüllte Wünſche, vereitelte Pläne: es kann über Nacht anders werden. Muth iſt eine Cardinal⸗ tugend, ſagt ein weiſer Kirchenlehrer. Es kommt ein Tag, da du Den preißen wirſt, der dich nach ſeinem Rathe geleitet und väterlich geführt was deinen blöden Augen jetzt noch nicht überſichtlich iſt.

Geſchenke und freundliche Wünſche ſind ein ſchöner Gebrauch am Beginn des neuen Jahres: man will die Bande der Achtung, des Vertrauens, der Freund ſchaft und Liebe, die unter dem Jahreswechſel nicht leiden ſollen, von neuem knüpfen und an ſichre Dauer über allem Wechſel erinnern. So wunſchen wir denn auch unſern Leſern, mit denen wir im letzten Jahre in Ernſt und Scherz verkehrt, ein geſegnetes neues Jahr. Möchten wir uns Alle, wenn wir wieder am Beginne eines neuen Zeitabſchnittes ſtehen, geſund und heiter wiederfinden.

Das ſchwarze Schwein.

Das Blackdog⸗Gefängniß in Dublin, welches jetzt abgebrochen iſt, hat zu einer Zeit viel von ſich reden gemacht, wegen einer geheimnißvollen Geſchichte, in welcher ein ſchwarzes Schwein die Hauptrolle ſpielte.

Die Schildwache hörte einſt Nachts ſich beim Namen rufen: Michael, bſt! biſt du's Michael? Hm! Brummte der Gerufene ärgerlich und wandte ſich ab, um ſeine kurz vorgezeichnete Bahn auf und ab zu wandeln.

So, Michael, brummen kannſt du wenn dich ein guter Freund um nichts bittet, als einen Strick, ſich daran aufzuhängen?

Der blüht dir ja doch ohnedieß morgen. Gib Dich zufrieden, arme Creatur, und halte, um aller Heiligen Willen das Maul, denn bei Deiner Stimme gruſelt mir's, als ob mir ein kalter Ladſtock dem Buckel hinunter führe. Ein Weibsbild, mit ſo kaltem Blut und noch dazu den eignen Schatz.

Rede mir nicht weiter davon, ich habs von den Richtern und Geſchwornen oft genug hören müſſen. Aber Michael, morgen auf dem langſamen Karrn durch alle Straßen geſchleppt zu werden, und die vieltauſend Augen zu fühlen, die mich zehntauſend⸗ mal umbringen um der ewigen Barmherzigkeit willen, ſchaff mir einen Strick.

Geh' bete, rief die Wache heftig bewegt, geh' in dich, und denk an deine blutige Schuld. Hier wandte er ſich wieder ab und ging vorüber.

Meinen Fluch über dich, Michael Carolan, kreiſchte

der arme Sünder, der Fluch eines Sterbenden. Halt ein, Olocher, ſchrie der andere voll Entſetzen, nimm dein Fluch zuruck hier iſt ein Strick! Er warf den Strick hinauf, den der Verurtheilte haſtig ergriff und durchs Gitter zog. Michael horchte bebend auf das fluchlöſende Wort, aber er vernahm nichts mehr, als einen dumpfen ſchweren Laut, und ſah dann eine ſchwarze Geſtalt, die wie der Pendel an einer Uhr hinter den Eiſenſtäben hin und her ſchwang. Als Michael abgelöſt wurde, taumelte er nach Haus, als ob er aus der Whiskeyſchenke käme. Auf einem freien Platz, die Holle genannt, rannte ihm ein ſchwar⸗ zes Schwein zwiſchen den Beinen durch und warf ihn um. Die Sinne waren ihm vergangen; er hatte nur noch ſein abſcheuliches Grunzen gehört, und be⸗ merkt, daß es ſeine Richtung nach dem Gefängniſſe genommen.

Eine zahlloſe Menſchenmenge hatte ſich anderen Tags auf dem Richtplatz verſammelt. Das Volk das noch vor kurzem nach des armen Sünders Blut gelechzt hatte, drückte heute ſein Mitleid aus. Man ſprach von ſeinem kühnen Herzen, ſeinem edlen Sinn, ſeinem hohen Ehrgefühl. Carolan der den Dienſt auf der Blutſtätte hatte, horte alles; er ſchwieg und war bleich wie ein Todter. Plötzlich erſcholl ein lautes Jauchzen; ein Gewühl wälzte ſich die Straße herab; der Ruf erſcholl: ein Expreſſer hat Begnadigung gebracht! Man ſtürzte nach dem Gefängniſſe nud der Kerkermeiſter ließ die Leiche heraustragen.

Die Kameraden konnten ſich die unveränderliche Bläße auf Carolans Zügen nicht erklären. Er hatte Wache geſtanden um 12 Uhr; vor 11 war der Ge⸗ fangne noch am Leben. Gleich nach der Ablöſung war das Ereigniß mit dem ſchwarzen Schwein vor⸗ gefallen. Was ſollte man denken? Der Mann, der in der kommenden Nacht die Wache unter dem Ker kerfenſter des Erhängten hatte, hörte mit einem ſchie⸗ lenden Seitenblick auf ſeinen Vorgänger die Erzäh⸗ lung an und wurde bei der Ablöſung ohnmächtig auf ſeinem Poſten gefunden: das ſchwarze Schwein war ihm erſchienen.

In der nächſten Nacht wurde die Wache durch das Geſchrei des Poſtens heraus gerufen, und ſo in der folgenden und wieder in der folgenden. Sol⸗ daten und Bürger beſtanden darauf, der Ort ſei nicht geheuer und die Spuckgeſtalt war und blieb das ſchwarze Schwein.

(Schluß folgt.)

Vierter Jahresbericht der Augen ⸗Heilanſtalt des practiſchen Arztes Dr. Küchler.

Die Anſtalt iſt im laufenden Jahr kürzere Zeit in Wirk. ſamkeit geweſen, als ſonſt. Ich muß unter mancherlei Un⸗ bilden beſonders das rügen, daß die Landleute oft aus aller⸗ lei Gründen die günſtigen Monate verſtreichen laſſen, um ihre blinden Angehörigen in die Anſtalt zu liefern, und mich dadurch nöthigen, die Operation lange zu verſchieben, oder unter den ungünſtigſten Zeitverhältniſſen zu operiren. Indeß habe ich auch jetzt nichts verſäumt, die Exiſtenz der Anſtalt

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