für die
Provinz Oberbeſſen in Allgemeinen, Kreiſe Friedberg und Hungen
und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
ntelligenzblatt
M15. Sonnabend, den 19. Februar 1842.
Dampf waͤſch e.
Wir empfehlen unſern Leſern ein kleines Schrift⸗ chen, das ſie wohl dei jedem Buchhändler(für 18 kr.) werden erhalten können und welches nicht allein die Art und Weiſe angibt, wie man die Daupfe zum Waſchen benutzen kann, ſondern auch beweiſ't, daß dieſe Art zu waſchen
1) nicht ſo viel Brenn⸗Material koſtet, als die
bisher übliche,
2) auch den vierten Theil der Seiſe entbehrlich
macht, 3) weniger Mühe und Arbeit für die Waſcherin⸗ nen verurſacht und endlich
4) die Wäſche auch mehr ſchont, als bei dem bis⸗
herigen Verfahren geſchah.
Wir wünſchen, daß dies ernſtlich nochmals von unpartheiiſchen Leuten geprüft werden möchte; wenn's aber geprüft iſt, dann wollen wir keinen Anſtand nehmen, es überall zu empfehlen. Vor der Dand erlaubten wir uns nur, darauf auſmerkſam zu machen.
Ds Laͤidche von dr Wearrerah.
Die Wearrerab, die Wearrerab, Däi eaß vom deutſche Reich die Ab! Do wibſt dr Wahß eann Gehrſcht eann Koarn, Cann ahch die Ruhs ohm Heackedoarn, Eann uff de Aeppilbehm dr Wein Su gout, aß wäi ke kimmt vom Rhein. Die Wearrerah ſoll leawe!
Die Wearrerab, die Wearrerah, Do bloitt die Wiſſ' eann dofft't ds Hah, Do fläißt ds Waſſer heall eann freaſch. Cann heappe eann dr Bach die Feaſch, Cann uff de Aeſt eamm groine Wahld, Do paife Vijil junk eann ahlt.
Die Wearrerah ſoll leawe!
Die Behrje eann dr Wearrerab, Wai gleatzern dat eam Moarjethab!
Cean wann ſealt ahch kahn Traub' midn wihſt*) Eann dofür me die Queatſche libſt, Dann deankt, ſu gibts noun ean dr Wealt, Ds Nau' doas kimmt, ds Abhlt doas feallt. Die Wearrerah ſoll leawe! 8
Se Friwwrig**) ean dr Wearrerah, Do kräit mr Sache allerlah; Do treankt mr von dm beäßte Wein, Cann eaßt mr, wärrlich! doas eaß fein! Joa ſchuynd die Able bunn g ſaht Sealt von dr goure Schnoawwilwahd***). Die Wearrerah ſoll leawe!
Ahch Treu' eann Chrlichkaht, dai zwah, Dai woahſe eann dr Wearrerah. Uons Furſchte ſain's lälb eann gout, Cann kimmt dr Faind, ſe hunn mr Mouth; Joa, komm' nubrts wirrer her, Franzuhs, Die Wearreray gibt uff daich luhs!
Die Wearrerah ſoll leawe!
Die Wearrerab, die Wearrerah, Do leabt mr abch näit zou genab; Do hott mr noch dr Erwet Frabd' Cann uff dr Kirb ſain' Loſtberkabt, Do graint die Gai eann brommt dr Baß, Cann tanzt ſaich Borſch eann Mahdche naß. Die Wearrerah ſoll leawel
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Die meiſten wetterräuiſchen Anhöhen und Berge waren früher mit Reben bepflanzt, und noch z. B. Hübdner's Zeitungslexikon von 1708 rühmt von Staden neben den deiden Sauerbrunnen(jetzt nur einer) den guten Wein. Jobann Juſt Winkelmann in ſeiner gründlichen Beſchrei⸗ bung der Fürſtenthumer Heſſen und Hersfeld vom Jahr 1697 rühmt daneben auch den guten Weinwuchs zu Florſtadt, Mockſtatt, Ranſtatt, Dauernheim u. ſ. w.
Die alte, vielgerühmte Hauptſtadt der Wetterau iſt na⸗ türlich vor den andern ebenfalls gerüͤhmten Städten ge- nannt.
*) Der genannte Johann Juſt Winkelmann ſagt in ſeinem
oben citirten Buche vom Jahr 1597 von Friedberg: Die raumige Wirths⸗Häuſer ſind wegen ihrer Beavem⸗ lichkeit, guten Tractamenten und zimlichen Preiſes im ganzen Romiſchen Reich bekannt. Wegen des wohlge⸗ ſegenen Ortes und herrlicher Schnabel⸗Weide(da die Stadt auf einem Kernboden der Wetterau liegt) haben ſich die Kaiſer öfters allhier aufgehalten.. 5


