ich Ihnen doch nur diejenigen nehmen wollte, deren Ses für 5 Dauer dieſen ſelbſt und auch Ihnen ſchadet. Sie gerathen darüber ſo in heiligen Eifer, daß Sie mich nicht einmal ganz verſtehen, was ich eigentlich ſagen wollte. Da Sie ein noch junger Mann ſind, ſo nehm' ich's Ihnen nicht hoch auf, wenn Sie ein wenig in Hitze gerathen. Aber ſeyn Sie doch für die Zukunft auf Ihrer Hut, ſonſt möcht es Ihnen wohl begegnen, daß Sie in der Hitze den klaren Wein, den Ihnen ein betrügeriſcher Weinhändler vorſetzt, auch für reinen Wein halten. Ich ſelbſt nehm's Ihnen nicht übel, wenn Sie mein Rechen⸗ Exempel etwas mißverſtanden, denn es geſchah ja im Eifer für Ihre Gäſte. Aber Sie werden mir's doch auch nicht uͤbel nehmen, wenn ich Ihnen das- ſelbe näher erkläre.
Ich ſprach von dem Schaden, den ſich ein jun— ger Meiſter ſelbſt thut, wenn er von ſeinen 12 Ar⸗ beitsſtunden Eine im Wirthshauſe zubringt, und rechnete ihm dieſen Schaden in 30 Jahren zu 767 fl. an. Lieber Mann, konnten Sie ſich denn daraus nicht abnehmen, daß ich unter den verſäum— ten Stunden nicht die Feierſtunden verſtehe? Sie ſprechen von Muckerei und halten mich am Ende ſelbſt in Ihrem jugendlichen Eifer für einen Mucker, oder Myſtiker, oder Kopfhänger, der einen Schritt ins Wirthshaus für eine Todſünde hält. Daran thun Sie mir aber Unrecht. Ich freue mich ſogar, wenn ein fleißiger Handwerksmann Ein- oder das Anderemal in der Woche nach gethaner Arbeit bei einem Glaſe Bier oder Apfelwein ſich von des Ta— ges Laſt und Hitze erholt, und mit dem Kameraden uber Zeitläufte ſpricht, ja wenn er Sonntags ſei— nen Schoppen Rheinwein trinken kann. Sehen Sie, von ſolchen Leuten und ſolchen Stunden war ja im Rechen⸗Exempel gar nicht die Rede, ſondern von der verſäumten Arbeits-Stunde. Wenn Ste aber einmal als Wirth eine langjährige Erfahrung haben, ſo werden Sie ſchon überzeugt ſeyn, wo das hinaus läuft, wenn ein junger Meiſter ſchon des Morgens ſtundenlang in Ihrem Gaſtzimmer ſitzt, nämlich— an den Bettelſtab. Sie werden alsdann auch mit mir einverſtanden ſeyn, daß ein Gaſt, der 30 Jabre lang alle Woche etliche Mal Sie beſucht, Ihnen mehr einbringt, als ein anderer, der einige Jahre lang täglich zwei- oder dreimal kommt und ver— zehrt, im Alter aber— Sie um ein Almoſen an⸗ ſpricht. Vor einem ſolchen Ausgange wollte ich alle junge Meiſter warnen, weil ſie mich dauern, und weil mich alle Die dauerten, welche ich ſchon auf ſolche Weiſe untergehen ſah.
Hab' ich denn nun meine Rechnung ohne den Wirth gemacht? Wird mir nicht vielmehr jeder erfahrene Wirth Recht geben? Nur wer ſich dabei getroffen fühlt, wird das nicht gerne hören.
Ich muß Sie aber noch auf einen Punkt aufmerk⸗ ſam machen. Wie Sie ſich ausgedrückt haben, ſo ſollte man glauben, es bliebe dem Handwerksmann, wenn er ſein Tagewerk vollendet hätte, nichts übrig, als entweder ins Wirthshaus zu gehen oder— ſich
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ins Bette zu legen. Gibts denn aber kein Drittes? Kann er nicht im Sommer ſich auch einmal in ſei⸗ nem Garten erholen? Kann er ſich nicht, wenn er Familie hat, auch einmal mit dieſer beſchäftigen? Kann er nicht einmal in einem nützlichen Buche leſen, oder einen Spaziergang ins Freie machen, oder zu einem guten Freunde gehen und mit dieſem plau⸗ dern? Muß er denn gerade alle Tage ins Wirths⸗ haus?— Sie meinen, ja, weil er dort die Zeitung und das Wochenblatt unentgeltſich leſen könne. Ueber dieſe Sparſamkeit ließ ſich ein neues Rechen⸗Exem⸗ pel machen, z. B. was es in 30 Jahren koſtet, wenn Einer alle Tage die Zeitung unent⸗- geltlich im Wirthshaus lieſ't? Ich fuͤrchte indeſſen, daß Sie aufs Neue in Jaſt gerathen, wenn ich ein ſolches vorlegte, weil Sie dadurch einen oder den anderen Ihrer Gäſte zu verlieren glauben. Da ich nun gerne mit Ihnen auf freundſchaftlichem Fuß bleiben möchte, ſo gebe ich's lieber nicht und ſchließe als Ihr Sie ſchätzender Verf. des Rechen⸗Exempels. Dieſe Angelegenheit wollen wir hiermit ſchließen. D. Red.
Bekanntmachungen von Behoͤrden. Mobilienverſteigerung. (10) Montag den 17. Januar 1842 und die darauf folgenden Tage, jedesmal von 9 Uhr Morgens an, will der Oekonom Dietrich Boy dahier nachſtehende Oekonomie- und Hausgeräthſchaften einer freiwilli— gen Verſteigerung ausſetzen laſſen, als: 190 2 braune, wohlgeſtaltete Wallachpferde, das eine 5, das andere 6 Jahre alt, 2) 4 Kühe, worunter 2 Zugküͤhe, 3) 1 Ochſenkalb, 4 Monate alt, 4) 2 Wagen mit Zugehör, der eine ganz neu und von Mittelſpur, 5) 2 Pflüge mit Zugehöoͤr, 6) 1 Kartoffelpflug, 7) 3 Eggen, 8) 1 vollſtändiges 4 Jahre altes Pferdegeſchirr fuͤr 4 Pferde, 9) 1 Chaiſengeſchirr fr 2 Pferde, 10) 2 Ackerſille, 11) 1 Ackergeſchirr fur Kühe, 12) 1 Jagdſchlitten mit Zugehör, 13) 3 Paar, mit Eiſen beſchlagene Stalleimer, 14) 2 Strohbänke mit Meſſern, 15) 1 Futter- und 1 Mehlkaſten, 16) 1 Pfuhlfaß, 4 Ohm haltend, 17) 1 Keltertrog mit Stein, 18) allerlei kleinere ökonomiſche Geräthe, als Heu⸗ und Miſtgabeln, Kärſte, Hacken ꝛc., 19) 1 Fegmuͤhle, 20) kupferne, zinnerne und andere Kuͤchengeräth⸗ ſchaften u. ſ. w., 21) Reffkämme, 229 Handwerkszeug fuͤr Kuͤfer, noch in gutem Stande, 23) Bettung und Bettſtellen,
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ber, öffe der Ver dingunge
1 Herd Ab 1 Lat Elocke.
2
1 vollſte
1 gra Manns⸗ u verſchied Handtüche 5) Holz verſchie von Holz,
machen
Steinſchl in den b nigſtneh 1) Fuͤr
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