Ausgabe 
10.8.1842
 
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Naßkalt.

Naßkalt iſt der ſchädlichſte Zuſtand, und allem Organiſchen, das auf dem Lande leben ſoll, abhold. Naßkalt greift ſogar Metalle an, macht Pflanzen ſchimmligt und ungeſund und tödtet z. B. als Froſt in einer Nacht Millionen Inſeften. Sogar das Waſſergeſchöpf muß durch Schuppen und allerlei Mittel gegen das Naßkalte geſchützt ſein. Ja dieſer Temperatur muͤſſen die Stärkſten, die Goliathe und Simſone, unterliegen und der Nordruſſe wie der Aethiopier hält ſie nicht aus. Naßkalt iſt die Mit⸗ ternacht, d. h. das Allerunterſte, Traurigſte, Fin ſterſte von der Sonne und dem Leben Entfernteſte, naßkalt der Todesſchweiß und das Grab. Die Un⸗ zahl von Rheumatismen, Huſten, Schnupfen, Zahn⸗ weh, Ohrenweh, Halsweh, Leibſchmerz, Gliederreißen, Lungenentzündungen, die langſamer oder ſchneller zum Tod führen und quälen, kommen meiſt von naſſer Kälte her. Am weiteſten entfernt vom war⸗ men Gehirn, vom wärmeerzeugenden Magen und vom gewaltigen Schlagwerk des Herzens, das in einer Stunde drei und zwanzigmal ſein Blut in alle Theile des Körpers jagt, ſind die Füße; von dieſen herauf kommt darum Krankheit und Tod und ſie erkalten zuerſt. Darum bewahre dieſe vorzuͤglich vor jeder naſſen Kälte. Bruſt und Kopf koͤnnen ſie ſchon viel beſſer vertragen. Wer wird eine Nacht durch in einem naßkalten Bette liegen? wer ein Kind in einem ſolchen liegen laſſen? Arzt und Nicht⸗ arzt warnen den Kranken und Geſunden vor dem kaltausdünſtenden Fruͤhling und Herbſt. Der Kranke und Kränkliche ſpürt augenblicklich ihren nachthei⸗ ligen Einfluß. Es iſt die alte Erfahrung, daß im Frühling und Herbſt und in naßkalter Witterung die meiſten Menſchen ſterben. Die meiſten Menſchen ſterben bei Nacht. Die Nacht iſt feuchtkalt, und löͤſcht nur noch glimmende Funken ſchneller aus als das trocknere Tageslicht. 5

Allerlei.

Ein trauriger Fall.

Kürzlich ließ der General Santa Anna in Amerika ſein linkes Bein, das ihm abgenommen worden war, feierlichſt beſtatten, folgte hinkend dem Zug und hörte ſehr gerührt die Leichenrede mit an. Darüber iſt eigentlich nicht zu lachen; es mag hart genug ſein, ſich einer Sache für immer zu ent⸗ äußern, die man mit ſeinem Herzblut genährt von Jugend auf, die zum ſichtbaren Ich gehörte, mit der man aufs Innigſte verwachſen war.

Eine Erklärung.

Ein Pariſer Tagdieb(laneur) wäre nach He⸗ gel: das An- und Fürſichſein mit der Negation des

Naumes und der Zeit.

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Miscellen. Aus Herders Cid. Unendlich iſt der Liebe Macht. *

** Der Liebe Iſt treu zu ſeyn die ſchönſte Pflicht. * **

Dem Glück geliebt zu werden, Gleicht kein ander Glück auf Erden; Die geliebte Schäferinn,

Sie allein iſt Königinn. * 1* Vor Verräthern Hüte Jeder ſich; am Meiſten Wer Gewalt und Unrecht thut. * ** Niederträcht'ge nur verſchonet

Feige Niederträchtigkeit;

Auf die eoelſten Gemuͤther

Spritzet ſie zuerſt ihr Gift.

*

** Zu erobern Iſt wohl nicht das Hauptwerk; Das Eroberte erhalten, Dieſes iſt das Schwerere.

Bekanntmachungen von Behoͤrden.

1

Verſteigerung einer Scheuer auf den Ab⸗ bruch. (1033) Kommenden Freitag den 12. d. M., des Vormittags um 11 Uhr, ſoll die in dem Hofe des neuen Gymnaſiums zu Gießen ſtehende, 77 Fuß lange, 43 Fuß breite, 22 Fuß hohe, von Holz er⸗ baute, noch wohl erhaltene Scheuer, unter den, bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Be⸗ dingungen, an Ort und Stelle an die Meiſtbieten⸗ den öffentlich auf den Abbruch verſteigert werden. Gießen den 3. Auguſt 1842. Der großh. heſſ. Provinzialbaumeiſter Hofmann. Arbeits-Verſteigerung.

(1034) Mentag den 15. Auguſt, Vormittags 10 Uhr, werden bei Gaſtwirth Hyronimus dahier die zur Anlage von Abfahrten von der Provinzialſtraße von Friedberg nach Homburg in den Gemarkungen

Friedberg und Oberrosbach erforderlichen Arbeiten

und Materiallieferungen, als Steinhauerarbeit, Bre

chen, Fahren und Setzen der erforderlichen Steine,

ſowie Planir- und Chauſſirarbeiten an die Wenigſt⸗ nehmenden öffentlich vergeben.

Friedberg den 1. Auguſt 1842. a Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter Rhumbler. Edictalladung. a (1055) Auf erfolgte Concurserkennung des Schrei

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