Ausgabe 
6.8.1842
 
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Intelligenzblatt

für die

Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, Kreiſe Friedberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

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M 62.

Sonnabend, den 6. Auguſt

1842.

Der Hartmannshenniſche Raſenpflug. Sendſchreiben eines Uſingers an die Bewohner der Wetterau.)

Da die Empfehlung der trefflichen Uſinger Ga gaſchen, welche vor einem Jahre in dieſen Blättern eithalten war, ſo gute Wirkung gehabt hat, daß inſere Fabrikanten die Hoffnung haben, dieſe wohl file und zweckmaͤßige Fußbekleidung werde in der Wetterau bald eine allgemeine Landestracht ſein; ſo fuͤhle ich mich veranlaßt, liebe Nachbarn und Feunde, Euch mit einer Erfindung bekannt zu machen, die Euch bei der Ausführung der Wieſenconſolida tion, welche, dem Vernehmen nach, noch nicht allent hilben in der Wetterau eingeführt iſt, trefflich zu Statten kommen wird. Georg Hartmanns henn, der Aeltere, zu Brandoberndorf, Amts fingen, hat nämlich einen Pflug erfunden, mit dim er in zwei Stunden ſo viel Raſen abträgt, als ſonſt ein fleißiger Mann in einer ganzen Woche niht konnte. Vermittelſt dieſes ſehr einfachen Muges wird der Raſen, der Breite der Wieſe nach, ſo glatt abgeſchnitten, als wenn er abgehobelt wäre. En anderer Mann gehet hinter dem Pflug her, rült den Raſen zuſammen und legt ihn am Ende der Wieſe nieder. Wenn nun die Wieſe planirt iſt, ſo wird der Raſen wieder aufgelegt. Sollte Jeman der dieſe Erklaͤrung unklar ſein, ſo möge er ſich wigen einer Abbildung oder eines Modells dieſes Mugs an Herrn Geometer Schmidt in Brand oberndorf wenden und ich bin gewiß, daß dieſer geällige Mann gern die gewünſchte Auskunft er thelen wird. Gleichzeitig bemerke ich, daß Herr rrtmannshenn die Abſicht hat, ein Modell diſes Pflugs in die allgemeine deutſche Ge werbsausſtellung, welche im September zu Mainz Statt finden wird, zu ſenden.

Allerlei.

Etwas über Benutzung der Eſel. Warum wird bei uns ſo wenig Mühe auf die

Zucht und Dreſſur der Eſel verwendet? Mancher Mittelmann, der viel zu gehen hat, könnte um ein Billiges reiten und fahren, wenn die Eſel Mode wären. Wenn's ein Reicher vormachen wollte, ſollte die Sache bald in Gang kommen. Die Vorurtheile gegen die Eſel, daß ſie boshaft, allzu träg u. ſ. w. wären, ſind meiſt übertrieben. Unſer kälteres Klima ſchadet ihnen freilich, denn im mittlern Aſien, wo dieſe Thiere heerdenweiſe beieinander leben, ſind ſie größer und rühriger; allein bei ſorgfaͤltigerer Pflege und größerer Aufmerkſamkeit würde das allgemein verachtete Thier, viel beſſer gedeihen und auch brauchbarer werden. Daß ſie ſo boshaft ſind, den abgeworfenen Reiter, ebe ſie durchgehen, noch mit den Hinterfüßen zu mißhandeln, iſt gegründet, ſoll ihnen aber abgewöhnt werden können. Warum ſchämt man ſich nun ihrer? Weil ſie ſo dumm ſind? Dies iſt gewiß kein Grund. Es giebt vielleicht noch andere Anſtände, die von landwirthſchaftlicher Seite eingewendet werden können Futter koſten ſie wenig und die wir von Erfahrnen entgegen zu nehmen bereit ſind.

Sollten übrigens nach Jahren die Eſel in all gemeinen Gebrauch gekommen ſein, ſo behalten wir uns vor, dieſe Idee zuerſt angeregt zu haben.

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Empfangs ⸗Beſcheinigung.

Die Empfangsbeſcheinigung des Großherzogl. Rendanken Bieler zu Gießen über die an denſelben, nach der im vorigen Blatte enthaltenen Anzeige, für die Brandbeſchädigten zu Steinbach durch die Unterzeichneten eingeſandten 3656 fl. 18 kr. liegt bei dem Rentamtmann Buß zur gefälligen Einſichts⸗ nahme offen.

Friedberg den 4. Auguſt 1842. Buß. Wahl.

Für die Brandbeſchädigten zu Steinbach ſind ferner ein gegangen! von Hrn. Lehrer Jacobi zu Rodheim, in ſeiner Mädchenſchule geſammelt 3 fl. 58 kr. Mit den im vorigen Blatte angezeigten 490 fl. 10 kr. zuſammen 494 fl. 8 kr.

Friedberg den 4. Auguſt 1842. Buß.

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Für die Braudbeſchädigten in Steinbach iſt ferner einge gangen: von der Gemeinde Oberwoͤllſtadt 3 fl. 24 kr. C. Wahl.