Ausgabe 
2.11.1842
 
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Geiſt, wie ein brüllender Löwe herum, ihr Leben zu verſchlingen. Er iſt der Würgengel, der die Erſt⸗ und Letzt-Geburt mit einander ſchlägt. Man kann an 6000 Arten Krankheiten ſterben, ja an noch mehren; denn jede Krankheit, zumal Nervenkrank⸗ heiten, nimmt in jedem Menſchen eine eigne Art an. Keiner wird wie der Andre geboren, Keiner lebt wie der Andre, Keiner ſtirbt gerade ſo, wie der Andre. Das iſt wahrhaftig wunderbar, wie, daß jeder ſein eigen Geſicht hat. Auch jede Krankheit hat ihr eignes Geſicht und ihre eignen Füße.

Die Auswanderer.

Ich glitt über die Lüneburger Haide erzählte der Mond da lag eine einſame Huͤtte am Wege; einige nackte Buͤſche ſtanden dicht dabei, und hier ſang eine Nachtigall, welche ſich in dieſe Oede ver irrt haben mußte. Es war ihr Schwanengeſang, welchen ich hörte, denn in der Nachtkälte mußte ſie ſterben. Die Morgendämmerung erhob ſich, da kam eine Karawane auswandernder Bauern-Familien, welche nach Bremen oder Hamburg wollten, um mit einem Schiffe Amerika zu erreichen, wo das Glück, das geträͤumte Gluck, ihnen erblühen ſollte. Die Frauen trugen ihre kleinſten Kinder auf dem Rücken, die größern liefen nebenher, ein elendes Pferd zog auf einem bedeckten Karren das ärmliche Hausgeräͤth. Der kalte Wind ſaußte, deßhalb ſchmiegte das kleine Mädchen ſich dichter an die Mutter, welche zu mei ner abnehmenden Scheibe emporblickte, und der bit teren Noth gedachte, welche ſie hier erlitten. Ihre Gedanken waren die der ganzen Karawane; die rothe Morgendämmerung leuchtete deshalb, wie das Evangelium eines ſchöneren Tages, welcher wieder erſtehen würde; ſie hörten die ſterbende Nachtigall ſingen; ſie war kein falſcher Prophet, aber des Glückes Verkünderin. Der Wind pfiff, deſſen Ge ſang verſtanden ſie nicht:Seegle getroſt uber das Meer, die Ueberfahrt haſt du ja mit Allem, was du beſaßeſt, bezahlt; arm und hülflos ſollſt du dein Land Canaan betreten. Du mußt dich ſelbſt, deine Frau und deine Kinder verkaufen. Doch lange lei det ihr nicht! Hinter dem breiten duftenden Baume ſitzt die Todesgöttin; ihr Kuß des Bewillkommens hauchet tödtliche Fieber in dein Blut, fahre hin! fahre hin über die wogenden Fluten!

Und die Karawane lauſchte erfreut der Nachti gall Geſang, denn er verkündete Glück. Der Tag ſtrahlte hinter den lichten Wolken; die Landleute gingen über die Haide zur Kirche; die ſchwarz ge kleideten Frauen mit den dichten weißen Leinenſtrei fen um den Kopf, erſchienen wie Geiſter, herausge treten aus den alten Kirchengemälden; rings um war nur die große todte Umgebung, das welke braune Haidekraut, finſter abgeſengte Ebenen zwiſchen weißen Sandhügeln. Die Frauen trugen ihr Geſangbuch und wanderten zur Kirche. O betet, betet für die, welche zum Grabe wandern, dieſſeits der wogenden Fluten!

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Bekanntmachungen von Behoͤrden.

Edictalla dung. (1319) Nachdem über den Nachlaß des Gräf. Solms⸗Laubachiſchen Verwalters Chriſtian Lang in Obbornhofen und über das Vermögen ſeiner daſelbſt wohnhaften mit einem Güterabtretungsgeſuch eingekommenen Wittwe Katharina Eliſabetha, geborne Wöll, der Concursprozeß erkannt worden, wird zu Anzeige und Begründung aller beſtehenden Schuldforderungen oder ſonſtigen Anſprüche, ſowie zum Verſuch der Gute Termin auf Freitag den 23. Dezember, Vormitt. 9 Uhr, unter dem Rechtsnachtheile des Ausſchluſſes von der Maſſe ree des zu unterſtellenden Beitritts zu den Beſchlüſſen der Mehrheit der Gläubiger anberaumt. Laubach den 17. September 1842. Großh. Heſſ. Gräfl. Solmſ. Landgericht Geyger. A Af fer d er (1338) Heinrich Loch von Bruchenbrüͤcken wuͤrde am 18. d. M. das 70. Lebensjahr zurückgelegt haben. Da ſein Aufenthaltsort unbekannt iſt, ſo wird der ſelbe, deſſen Erben, oder alle diejenigen, welche An ſprüche an das bisher kuratoriſch verwaltete, nach der letzten Rechnung 137 fl. 45 kr. betragende Ver⸗ mögen formiren, aufgefordert, ihre Anſprüche, und zwar Letztere unter Vorlegung der erforderlichen Le gitimation, Dienſtag den 22. November d. J. vor unterzeichneter Behörde geltend zu machen, widri⸗ genfalls der Nachlaß dem ſich legitimirenden näch ſten Erben ausgeantwortet wird. Friedberg den 30. September 1842. Gr. Heſſ. Graͤfl. Wächtersbachiſches Landgericht Hofmann. Löw. Verſteigerung von altem Eiſen zu Vilbel. (1354) Donnerſtag den 10. November d. J., Vor⸗ mittags um 10 Uhr, ſollen verſchiedene bei dem Brückenbau zu Vilbel verwendete eiſerne Geräth⸗ ſchaften, als Mauerklammern, Bahnſchienen ꝛc. circa 2000 Pfund auf dem Rathhauſe daſelbſt oͤffentlich an die Meiſtbietenden verſteigert werden. Friedberg den 20. Oktober 1842. . Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter Stockhauſen. Holzverkauf. (1376) Künftigen Mittwoch den 9. November l. J., Vormittags um 10 Uhr, werden auf dem Hgfl. Solms-Roͤdelheim'ſchen Braunkohlen-Bergwerk bei Bauernheim 65 Stecken Brennholz, meiſtens buchen und eichen, nebſt 2 Haufen Zimmerſpänen, meiſtbie tend verkauft; wozu Kaufliebhaber hiermit einladet Oſſenheim den 27. Oktober 1842. Der Rentmeiſter Weis. Holzverſteigerung. (1377) Samſtag den 5. November d. J., Mor⸗ gens 10 Uhr, ſollen im Gemeindewald Niedermörlen, Schlag 14. und 19. 1800 aspen und weiden Rei⸗

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