Ausgabe 
30.10.1841
 
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damit der Papiergürtel dicht aufliegt, indem ſonſt das Weibchen hindurchſchlüpfen und ſo dennoch auf den Baum kommen würde. Dieſe Streifen beſtreicht man mittelſt eines Borſtpinſels ſtark mit einer ſehr klebrigen, nicht leicht trocknenden, Schmiere aus Pech, Terpentin⸗ und altem Baumöl. Man nimmt z. B. 1 Pfd. friſches Pech, ½ Pfd. Terpetin, ſchmelzt beides zuſammen und gießt dann ſo viel Baumöl dazu, bis die Schmiere eine flüſſige Schmiere, etwa wie ein dicker Honigbrei, wird; iſt die Schmiere fertig, ſo kommt ſie in die Töpfe, in denen ſie ſich Behufs des leichtern Aufſtreichens erwärmen läßt. Alle anderen Schmiermaſſen, wie z. B. Wagenſchmiere, taugen nichts, weil ſie zu leicht auftrocknen und dann nicht mehr kleben. Sollte die Schmiere in der Folge zu dick werden, ſo wird ſie am beſten durch etwas Kienöl unter gleichzeitiger Erneuerung verdünnt. Sehr zu empfehlen iſt, im Monat Januar beim Ab⸗ nehmen der Bänder die darunter befindliche Stelle des Stammes ſtark abzukratzen und das Abgekratzte zu verbrennen, weil viele Inſekten, die durch den Gürtel abgehalten wurden, weiter zu gehen, hier ihre Eyer in die Rinde legen. Man muß vom September an bis zum December wachſam ſeyn, die Bäume viſitiren und das Schmieren wenigſtens jede Woche ein paar Mal wiederholen, denn das Auskriechen der Puppen hängt ganz allein von der Witterung ab.

Klogläid der ſtelle Miehle.

Ach Gott! wos di Nuth ſu gruß, En der mehr uh's befenne; Deß Herz ſpringt ahm em Leib glott lus, Mehr megte duht uh's flenne, Weil mehr ſu ſtell do miſſe ſtih'n Und konne näit e rimmer gih'n.

Deß Waſſer lähft all iwerſch Wehr, Kah'n Drebche kimmt en's Bährer,

Der Waſſerbau leiht kreuz un quer; Mer mahnt, e Iweldährer

Hätt' häi ſei'n Buſſet ausgeäubt;

Nah'n dos werlich gor betraͤubt!

Un wos ſah'n dann uh'ns Herrn dezou, Daß mehr gor näit mih'n klappern? Däi ſetze do en gourer Rouh, Un loſſe Alles ſchlappern Und denke: Macht di Miehl naut klah'n, Se brauche mehr naut ufſedrah'n.

Der Ahn, der di Erwet moid Un ſchafft ſich näit gern Bloße;

Der Anner denkt: gett noch Loit, Däi wehrn deich näit verloſſe.

Un ſumet loſſe ſe uh'ns ſtih'n

Un ſah'n ſugor: Eich mog naut mih'n!

Und worim ſtreire ſich uhn's Herrn? Wehr kann dos grot ſu weſſe;

Däi huh'n ſich alle Bahd regt gern, Huh'n ſich noch näit gebeſſe;

Nor doren ſei ſe wonnerbor,

Der Ahn will hott, der Anner hahr.

Der Ahn hot en die Luft gebaut, Der Anner will's näit leire, Do kreiſcht der: Nah'n, dos gellt mer naut! Guck mer mol den Geſcheire! Eich glab, dou willſt mih'n ſein wäi eich? Häi ſei mer ſich enanner gleich.

Und dobei ſtih'n mehr immer ſtell, Kah'n Kernche werd gemohle;

Kah'n Klieſt get's mih'n, kah'n Gerſchtezell, Un aach kah'n Wahſeſchohle,

Un immer griſſer werd die Nuth

Om Enn fehlt aach noch s' läiwe Brud.

nun e Wonner, daß mehr klah'n? Nah'n Jedermann ſoll's weſſe;

Mehr wolles alle Menſche ſahn: Uh'ns Herrn huh'n kah'n Geweſſe,

Däi ſtreire ſich aus blußem Neid

Un doderdorch kimmt Kahner weit.

Un wehr uhn's Miehle hot gekennt, Der werd's uh'ns näit verdenke,

Daß mehr ſu klah'n; wuhl Mancher flennt, Un megt uh'ns Ebbes ſchenke,

Weil mehr do müſſe meuſig ſtih'n

Un konne näit e rimmer gih'n.

Bekanntmachungen von Behoͤrden.

N

Mobilien-Verſteigerung.

Schund ſeins finf Miend, do ſtih'n mehr ſtell, Ka'hn Kernche werd gemohle;

Kah'n Klieſt get's mih'n, kah'n Gerſchtezell Un ach kah'n Wahſeſchohle.

Die Rerer konne näit mih'n gih'n,

Se huh'n kah ahnzig Schaufel mih'n.

On Ahm ſei norz di Aehrm noch ganz, Doch ſtih'n ſe do, wäi Stecke; Deß Anner hot en naue Kranz, Doch kann ſich's gor näit recke;; Ahn's kann om Annern näit verbei Mer mahnt, wehr e Hexerei.

) Wer von de ſtelle Miehle noch naut wahs, der gih e mol von Stah'nfort bis Oſſenem der Werer e nob, do

werer ſche wuhl fenne.

(1177) Montag den 1. November l. J., von Morgens 9 Uhr an, ſoll der Mobilien⸗Nachlaß des verlebten großh. Rabbiners Faibiſch Frankfurter, beſtehend in Gold, Silber, Kupfer, Meſſing, Zinn, Eiſen, Blech, Schränken, Kommoden, Bettladen, Tiſchen, Stühlen, Bettung, Weißgeräth und Klei⸗ dern, erbvertheilungshalber öffentlich meiſtbietend in der Behauſung des Verlebten verſteigert werden.

Friedberg den 21. Oktober 1841. In Auftrag großh. heſſ. Landgerichts:

Der großh. heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz. Oeffentliche Aufforderung.

(1179) Der Herr Graf Friedrich Eduard von Leiningen⸗Weſterburg zu Ilbenſtadt hat in der Ge⸗

Vermögen, dem Fielus Groß fat!

Acke (1199) Au rad Storks! . J, Morge deren Güter Zahlungstern und bei anne bald ertheilt land, als:

1) in 123

9128 9 77 139

9173 9 116 9 236

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