Ausgabe 
26.9.1840
 
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und vorſichtiger Mann war. Er hielt fürs geeig⸗ netſte, nicht mit der Thür ins Haus zu fallen, ſon⸗ dern erſt den Geiſtlichen als alten Bekannten zu beſuchen, und wo möglich bei ihm durch einige all⸗ gemeine Fragen Eins oder das Andere zu erfahren, was ihm mehr Licht über die Angelegenheit ver ſchaffen könnte. Da erfuhr er denn zu ſeiner größ ten Verwunderung den eigentlichen Zuſammenhang und den Schlüſſel zu jener Angeberei, daß jene Samſtags⸗Gäſte und an ihrer Spitze der Lorenz, weit entfernt, gefährlich zu ſeyn, biedere und wackere und dem Dorfe ſehr nützliche Leute wären,die dem Kaiſer gäben, was des Kaiſers, und Gott, was Gottes iſt, die zuweilen zuſammen kaͤmen, um ſich untereinander zu unterhalten, zu belehren, im Guten zu ermuntern und die ſich in Noth mit Rath und That beiſtuͤnden, dagegen alles zu vermeiden ſuchten, was unnöthige Ausgaben herbeiführe, und dazu ge höre beſonders der Beſuch des Wirthshauſes. Daß ſie ſich dadurch Manchen und darunter beſonders den Kronenwirth zum Feind und Gegner machten, liege in der Natur der Dinge ꝛc. Der Herr Bürgermeiſter hatte ungefähr daſſelbe angegeben. Als aber der Kronenwirth vernommen und um Be ſtätigung ſeiner früheren Ausſage gefragt wurde, ſo freute er ſich gewaltig darauf, weil er hoffte, daß nun mit Nächſtem, wie er ſich ausdrückte,das Neſt⸗ chen würde ausgehoben werden. Seine Freude dauerte aber nicht lange; denn da er Belege und Beweiſe von dem, was er gegen dieſe Männer aus geſagt hatte, dem Herrn Commiſſär geben ſollte, da konnte er keine liefern, fing an zu ſtocken, und ehe man ſichs verſah, hatte ihn der Herr Commiſſär auf Unwahrheiten und Widerſprüchen ertappt, und der Angeber konnte Gott danken, daß er mit einem tüch tigen Verweiſe davon kam.

Zum größten Leidweſen des Kronenwirths und ſeiner Kameraden blieben die Samſtags-Gaͤſte un angetaſtet; ja als nicht lange nachher der Bürger meiſter mit Tode abgieng, hatte er den Aerger, daß gerade ſein gefährlichſter Gegner, der ſtarke Lorenz, die meiſten Stimmen erhielt und Bürgermeiſter wurde. Nun begann für die Bewohner des Dorfes eine an dere Periode, von der wir aber unſern Leſern jetzt nichts mittheilen wollen, weil wir vermuthen, daß ſie durch das, was wir ihnen von den Samſtags Gaͤſten hier erzählt, ſchon genug von demſelben ken⸗ nen gelernt haben werden.

Miscellen.

Neu entdecktes Braunkohlen- Lager.

Vor Kurzem wurde bei Berſtadt ein ſehr rei⸗ ches Braunkohlen⸗Lager entdeckt. Das Ganze ſoll eine Laͤnge von etwa 900 Klaftern und eine Breite

% 272*. des Ortsgeiſtlichen und dabei ein ſehr unpartheiiſcher

von beinahe 350 Klaftern haben und uber 80 Fuß mächtig ſeyn. Durch dieſen bedeutenden Reichthum an vortrefflichem Brenn-Material würde unſere Wet⸗ terau auf Jahrhunderte vor Mangel in dieſer Hin⸗ ſicht geſchützt ſeyn. Möge es einem competenten Manne, wie Herrn Berginſpector Storch, gefallen, dem Publikum hierüber Näheres und Beſtimmteres mitzutheilen.

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Altdeutſche Reime.

Gut verloren, nichts verloren, Muth verloren, halbverloren, Ehr' verloren, viel verloren, Seel' verloren, ganz verloren.

* 7* Ein geſunder und ſtarker Leib, Ein frommes, fröhlich, freundlich Weib, Freunde, die einander gleich, Sind drei Stück vom Himmelreich. Ein Schreiber ohne Feder, Ein Schuſter ohne Leder, Ein Landsknecht ohne Schwerdt Sind alle drei. Heller werth.

* f* Ein Jeder liebt, das fein iſt, Und ob es auch nicht ſein iſt, Und wenns ihm auch nicht werden kann, So hat er doch Gefallen dran.

Wenn wir wären alle reich

Und Einer wär dem Andern gleich, Und wären Alle zu Tiſch geſeſſen, Wer wollt' auftragen das Eſſen?

Ber i ching in g:

In dem Ausſchreiben großh. Landgerichts Groß karben, Ziffer(904) der Blätter Nr. 36. 37. 38., hat ſich ein Fehler eingeſchlichen; ſtatt Karl Knapfer leſe man: Karl Kempfer.

Bekanntmachungen von Behoͤrden. Oeffentliche Ladung. (940) Nachgenannte Einwohner von Obermörlen haben nach den einſchlagenden Hyp enbüchern folgende Kapitalien entliehen und dafür Immobilien

verpfändet:

1) Georg Scheibel und deſſen Ehefrau, Marga⸗ retha, geborne König, a) von Georg Venator in Friedberg am 5. Auguſt 1811 100 fl. b) von Adam Schmidt sen. Eheleuten daſelbſt am 4. November 1815 300 fl. f 2) Anton Geck, an der Ecke, am 7. Januar 1811 von Johannes Ruland zu Friedberg 60 fl.

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