Ausgabe 
25.4.1840
 
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tlerde. Zeit mehr paren.

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Neues aus Friedberg.

Unſere ſchönen Anſtalten haben uns dieſes Früh jahr wieder eine Menge Männer von Nahe und von Ferne zugeführt, und wir hoffen, ſie ſind nicht unbefriedigt von uns geſchieden. Geſtattete es der uns ſparſam zugemeſſene Raum unſeres Blattes, ſo würden wir den fernen Leſern deſſelben ein Meh⸗ reres hierüber mittheilen; ſo aber können wir nur kurz Folgendes referiren. 5

Am 7. und 8. April fand hier öffentliche Prü⸗ fung der zu entlaſſenden Zöglinge des Schullehrer Seminars in Gegenwart des Herrn Oberſchuldirec⸗ tors Heſſe und des Herrn Ober-Conſiſtorialraths Kümmich von Darmſtadt, ſo wie mehrerer würdi⸗ gen Schulmänner und Freunde des Schulweſens und mancher Lehrer ſtatt, die ihre Bildung dieſer Anſtalt verdanken. Wir wollen uns kein Uitheil hier anmaßen, können aber nicht umhin, zur Freude unſeres Herzens öffentlich mitzutheilen, daß nach der Verſicherung competenter Männer dieſe Prü fung im Ganzen das ſehr befriedigende Reſul⸗ tat gab: daß dieſe ſo wichtige Anſtalt der Bildung junger Schulmänner ihren Zweck erfüllt, daß ein ſchöner Geiſt unter den Zöglingen herrſchend iſt, daß der größte Theil derſelben ſeine bedeutſame Beſtimmung erkennt, vom ächtchriſtlichen Sinne und von Liebe zum Beruf erfüllt iſt, und ſolide Kennt

niſſe beſitzt.

Am 22. April war in hieſiger Burgkirche feier liche Entlaſſung derjenigen Candidaten, welche das hieſige theologiſche Seminar beſucht haben. Auch dieſe Handlung hatte viele wuͤrdige Maͤnner herbei gelockt; wir zählen darunter Hrn. Prälaten Köh⸗ ler, und Hrn. Oberconſiſtorialrath Keim, beide von Darmſtadt, Hrn. Superintendenten Simon, Hrn. Kirchenrath Engel und Hrn. Profeſſor Dr. Knobel von Gießen, außer ihnen mehrere Decane und Pfarrer, wohl 6070 an der Zahl, und noch manche andere Schulmänner und Laien aus der Nähe und Ferne. Die Feierlichkeit begann mit einem Geſange, welchen der hieſige Singverein von der Orgel herab anſtimmte. Hierauf hielt Herr Prof. Fertſch eine dem Zwecke angemeſſene Rede. Nach derſelben fand die eigentliche Entlaſſung durch Hrn. Direktor Dr. Crößmann ſtatt, der die Gelegenheit benutzte, noch einige Abſchiedsworte an die Ent⸗ laſſenen zu richten. Nun ſangen die Candidaten ein von Hrn. Seminarlehrer Thurn auf einem neu an⸗ gekauften Inſtrumente, der Aeoline, würdig beglei tetes Lied, nach welchem Herr Candidat Knispel Na mens der Abgehenden die Abſchiedsrede hielt. Zum Be ſchluſſe ſtimmte der Singverein noch ein Lied an. Der Text der drei Geſänge war, wie bei den fruheren Feier⸗ lichkeiten, eigens hierzu gedichtet. Die zahlreichen An⸗ weſenden verließen gewiß alle befriedigt und herzlich erbaut die ſchöne Feier, welche beinahe drei Stunden

währte. Wir bedauerten bei derſelben nur, daß das hübſche Local zwar Raum genug darbietet, aber nicht Sitze genug, und daß bei ſolchen Gelegenheiten allemal erſt Bänke und Stühle aus der Nachbarſchaft her bei geholt werden müſſen. Möchte dem Mangel bald abgeholfen werden!

Donnerſtag den 23. April hielt Herr Direktor Roller in dem Rathhausſaale, in Gegenwart einer großen Verſammlung die Prüfung mit ſeinen Taub⸗ ſtummen. Wir haben uns ſchon früher über das Rührende, welches in der Prüfung dieſes würdigen Mannes mit ſeinen armen, aber lebensfrohen Zoͤg lingen für jeden Anweſenden liegt, ausgeſprochen und dürfen uns darauf berufen. Wer's aber noch nicht geſehen und gehört, dem können wir nur zu⸗ rufen: Komm' und ſiehe!

Bekanntmachungen von Behoͤrden.

N

Arbeits ⸗Verſteigerung. (364) Montag den 4. Mai, Vormittags 10 Uhr, ſollen die zur Anlegung eines Waſſerbehälters zu Oberrosbach erforderlichen Arbeiten und Mate riallieferungen auf dem dortigen Rathhauſe an die Wenigſtfordernden in Accord gegeben werden.

Hiervon beträgt nach dem Voranſchlag:

1) Maurerarbeitslohn 204 fl. 55 kr.

2) Steinhauerarbeit 85 ferner das Brechen, Anfahren und Setzen von 9 Cub. Klftr. Mauerſteinen und Cub. Klftr. Pfla⸗ ſterſteinen aus dem Oberrosbacher Gemeindebruche, Anliefern von 65 Bütten Großkarber Waſſerkalk, und Cub. Klftr. Sand.

Voranſchläge und Bedingungen liegen bis zum Termin auf dem Bureau des Unterzeichneten zur Einſicht offen.

Friedberg den 15. April. 1840.

Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter

Rhumbler.

Bekanntmachung. (372) Dienſtag den 5. Mai, Vormittags 10 Uhr, ſollen in dem Local des Herrn Gaſtwirths Hierony⸗ muß dahier, die Reparaturarbeiten an den Kame ral⸗, Grundlaſten und Forſtgebäuden zu Friedberg, Butzbach, Ockſtadt, Ober- und Niedermörlen, Grie⸗ del, Rockenberg, Oppershofen, Kaichen, Büdesheim, Heldenbergen, Burggräfenrod, Vilbel, Rodheim, Oberrosbach, Winterſtein und Oberau, als: Mau⸗ rer-, Steinhauer⸗, Zimmer-, Schreiner⸗, Schloſſer⸗, Glaſer-, Weißbinder- und Pflaſterarbeit an die We⸗

nigſtfordernden in Accord gegeben werden.

Es wird dieſes mit dem Anfügen zur Kenntniß gebracht, daß nur ſolche Bauhandwerker zum Gebot zugelaſſen werden, welche die nach der Verordnung vom 31. Januar 1828 vorgeſchriebene Pruͤfung be