Ausgabe 
23.5.1840
 
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aus. Dem Manne gefallen bei dem Weibe die ſchönen Formen, dem Weibe bei dem Manne die kräftigen Formen. Der Menſch iſt aber nicht blos ſinnliches, er iſt auch geiſtiges Weſen. Die Formen ſprechen nur ſeine Sinne, nicht aber den Geiſt an. Wenn das Wohlgefallen von Seiten des Mannes am Weibe bleibend ſeyn ſoll, bei der Ver⸗ gänglichkeit der ſchönen Formen, ſo muß eine ſchöne Seele dazu kommen; das Weib muß ſanft, gemüth⸗ lich, fromm ꝛc. ſeyn. Dieſe Vorzüge duͤrfen aber nicht vereinzelt bleiben, ſondern müſſen ein harmo⸗ niſches Ganze bilden, denn auch das ſanfteſte, ge⸗ müthlichſte, frömmſte Weib wird auf die Dauer keine Liebe erhalten, wenn es nicht zugleich fleißig, reinlich, ordnungsliebend, haushälteriſch ꝛc. wäre. Das iſt viel gefordert von Seiten des Mannes, ruft das Weib aus. Wir antworten: ja wohl viel, aber die Liebe iſt auch Alles werth, und um einen ſolchen Preis kann man wohl Alles daran ſetzen. Anders iſt es nicht von Seiten des Weibes. Ihm gefallen, wie wir oben geſagt, zunächſt die kräftigen Formen. Aber auch ſie ſprechen nur die Sinnlich⸗ keit an; und da das Weib auch geiſtiger Natur iſt, ſo werden ſie für die Dauer nicht genügen, vielmehr wird aus dem Gefallen ein Mißfallen entſtehen, wenn die kräftigen Formen nicht das Abbild eines kraͤftigen Geiſtes ſind. So herzlich deswegen das Weib lieben kann, ſo bald wird dieſe Liebe erſterben, wenn die Spuren geiſtiger Schwäche ſich offenbaren, weil es ſieht, daß es keine Stütze findet. Daher kommt es, daß nichts in den Augen des Weibes ſo ſehr herabwürdigt, als wenn der Mann in Geſell⸗ ſchaft ſeines Gleichen zum Beßten gehalten wird, ohne mit gleichen Waffen zu vergelten, wenn es ihm in dem Augenblick der Gefahr an Muth ge⸗ bricht, wenn er ſeine Zeit mit kleinlichen Dingen, mit Putz u. dgl. m. verliert. Was der Art bei dem Weibe natürlich, alſo weiblich und folglich für den Mann anziehend wird, das iſt bei dem Manne unnatürlich, weibiſch, und folglich für dus Weib abſtoßend.

Gar viele Ehen ſind unglücklich; das darf uns nicht Wunder geben, weil es auf der einen und der andern Seite an den Bedingungen gebricht, unter welchen allein dauernde Liebe ſtattfinden kann. Sind die Menſchen, welche beiſammen zu leben beſtimmt ſind, und die ſich nicht lieben können, gutmüthiger Natur, ſo werden ſie ſech wenigſtens einander er⸗ tragen. Fehlt aber dieſe Gutmüuͤthigkeit, ſo werden ſie auf jedwede Weiſe das Leben einander verbittern, und auch ihren Kindern ein Beiſpiel der Unver⸗ träglichkeit und Liebloſigkeit geben, nicht ſelten auch dieſe unglücklich machen.

Bekanntmachungen von Behoͤrden.

Verſteigerungs⸗ Anzeige. (446) Montag den 25. Mai, Morgens 10 Uhr,

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bergs werden erſucht, dieſes geeignet bekannt machen

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Friedberg den 13. Mai 1840. b

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Gölz, Oberquartiermeiſter. Oel⸗ und Schuh- Lieferung. (475) Die Lieferung des erforderlich werdenden Brennöls, ſowie die der neuen Schuhe, Sohlen und Flecke, für das te Bataillon Aten Inf. Regts., werden Samſtag den 30. d. M., Morgens, Erſtere um halb 10 Uhr, Letztere um 10 Uhr, auf dem Ver⸗ waltungsbüreau bemerkten Bataillons in Accord gegeben.* Friedberg den 13. Mai 1840.

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Oberquartiermeiſter

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