Ausgabe 
21.11.1840
 
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edberg und ember 1840.

Butzbach,

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Intelligenzblatt

ſür die

im Allgemeinen,

den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

47.

N Sonnabend, den 21. November

1340.

Neue Reſultate des Vereins zur Befoͤrderung der Handwerke unter den israelitiſchen Glau bensgenoſſen.

Wir haben ſchon früher in unſerm Blatte(Nr. 36 1834) auf den zu Frankfurt beſtehenden Verein zur Beförderung der Handwerke unter den israelitiſchen Glaubensgenoſſen und auf deſ ſen ſchönes Wirken unſere Leſer aufmerkſam gemacht und ihnen mitgetheilt, daß derſelbe zum Zwecke habe, die Israeliten immer mehr von dem verderb lichen Schacherhandel abzubringen und zu Gewerbs leuten umzubilden. Es liegt auf flacher Hand, daß ein großer Theil derſelben nur dadurch ge hoben und nützliche Staatsglieder werden, und daß nur dadurch die Scheidewand nach und nach ſchwin den wuͤrde, welche bis jetzt viele derſelben von den übrigen Staatsbürgern trennte. So thätig in⸗ deſſen der ſchöne Verein war und ſo viele Opfer er auch zur Erreichung des Zweckes brachte, er mußte bald die traurige Erfahrung machen, daß er ſeinen Zweck nur zum Theil erreichte, manche Opfer um⸗

ſonſt gebracht wurden, daß namentlich viele Indi-

viduen ſich nur darum zur Erlernung von Hand werken meldeten, um eine augenblickliche Unterſtützung und Unterkunft zu erhalten, und über kurz oder lang zu ihrem Schacherleben wieder zurückkehrten, das ihnen lieb geworden und in welches ſie von der erſten Jugendzeit an eingeweiht worden waren. Gar Manche hatten auch zu ſpät eingeſehen, daß ſie zu dem Gewerbe, welches ſie gewählt, weder Anlagen noch Kräfte, noch Luſt und Liebe hatten. Solche traurige Erſcheinungen mußten den Verein zu im⸗ mer größeren Vorſichtsmaßregeln bei den Contracten beſtimmen, und er hat die Freude, in ſeinem letzten Berichte über das verfloſſene Verwaltungsjahr den Mitgliedern mitzutheilen, daß zum erſten Malekein einziger Abgang vom Handwerke vorkam.

Die Reſultate, die er außerdem über dieſes Rechnungsjahr mittheilt, ſind zu erfreulich, als daß wir ſie unſern Leſern vorenthalten dürften.

Die Geſammtzahl der Unterſtützten ſtieg auf 487. Von dieſen gehören 230 dem Großherzogthum Heſſen, 83 Kurheſſen, 70 dem Herzogthum Naſſau, 36 der Landgrafſchaft Heſſen-Homburg, 17 dem Königreiche Baiern und 51 der freien Stadt Frank⸗ furt an. Neu aufgenommen wurden 17 Lehrlinge, und 20 nach beendigter Lehrzeit als Geſellen ent laſſen. Beim Antritt ihrer Wanderſchaft wurden 23 und bei ihrer Niederlaſſung als Meiſter 9 Hand⸗ werker unterſtützt. Außerdem erhielten 47 Lehrlinge Kleidungsſtucke, 25 das zum Betrieb des Handwerks erforderliche Werkzeug, 19 Unterricht in den ihrem Handwerke entſprechenden wiſſenſchaftlichen Fächern und 7 verwaiste Lehrlinge monatliche Geldbeiträge für ihre nothwendigſten Bedürfniſſe.

Einem ſo menſchenfreundlich wirkenden, in das innere Leben des Staates wie der Familien wohl thätig eingreifenden Vereine wünſchen wir fortwäh rend rege Theilnahme und langes, fröhliches Ge deihen.

Himmels zeichen.

Wenn man meint, der alte Aberglaube wäre großentheils verbannt, ſo zeigen ſich immer wieder Spuren deſſelben, und oft da, wo man ihn gar nicht erwartet.

Am vorigen Montage, den 9. November, hatten ſich gegen Abend bei der Maſſe von Electricität)

) Am 17. November war die Luft wieder ſo milde, daß der nach der Nordſeite hängende Thermometer gegen Mittag 12½ Grad(Reaumur) Wärme im Schatten zeigte. Die darauf folgende Nacht hatten wir dafuͤr be deutenden Sturm.