Ausgabe 
19.12.1840
 
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IZntelligenzblatt

für die

im Allgemeinen,

den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

V 51.

Sonnabend, den 19. Dezember

1840.

8 Intelligenzblatt für die Provinz Oberheſſen erſcheint auch im Jahr 1841, wie bisher, wöchentlich Einmal und zwar

ſo, daß es den Freitag Mittag von den Kreisboten abgeholt, den Sonnabend Vormittag aber hier ausgegeben und durch die hieſige wohllöbl. Poſtbehörde expedirt wird. Alle Inſerate, welche bis den Donnerſtag Nachmittag 3 Uhr bei mir ein⸗

gelaufen ſind, finden in derſelben Woche eine ſichere Aufnahme.

Einrückungsgebühren betragen für die erſte Zeile 4 kr.,

für die zweite Zeile 3 kr., für die dritte und jede folgende 2 kr. Der Abonnementspreis für 1 Jahr iſt, wenn das

Intelligenzblatt von mir dörekt bezogen wird:

1 fl. 12 kr., für ½ Jahr: 40 kr., für ½ Jahr: 24 kr., welcher Be⸗ trag jedoch voraus bezahlt werden muß! Diejenigen meiner verehrl. Abonnenten,

welche geſonnen ſind, das

Intelligenzblatt auch im Jahr 1841 zu balten, haben nicht nöthig, ſolches bei mir beſonders anzuzeigen; diejenigen hingegen, welche auszutreten beabſichtigen, oder neu hinzutreten wollen, erſuche ich, mich, oder die ihnen zunächſt liegende Poſtbehorde, gefälligſt davon zu benachrichtigen. Gemeinnützige Aufſätze werden ſtets mit Dank für mein Blatt angenommen

werden. Friedberg.

Carl Bindernagel.

Witterungs- Nachrichten.

Seitdem ſich am 13. Dezember ein ſcharfer Nord Oſtwind bei uns einſtellte, trat auch bedeutende Kälte ein; Montag den 14. ſtand vor Sonnen-Aufgang der Thermometer auf 11 Grad(Reaumür) unter Null, den 15. auf 12, den 16. auf 13½ und heute den 17. auf 14 Grad. Da indeß der Barometer bedeutend geſunken iſt und ſeit vorgeſtern der Wind ſich mehrmals nach Suͤden umgewendet hat, ſo hofft man hier auf eine baldige Aenderung der Witterung. Schnee haben wir gar nicht; nur Reif liegt da, wohin keine Sonnenſtrahlen dringen.

Die Kirchen zu Friedberg. (Schluß.) 9) Auch das ehemalige Barfuͤßer⸗Kloſter muß

früher eine Kirche gehabt haben. Das Kloſter ſelbſt

mochte wohl uralt ſeyn, und geſchieht ſchon im Jahr 1304 des Gardians Reinhard und einer dem Kloſter von Kaiſer Albrecht gemachten Schenkung

urkundlich Erwähnung. Im Jahr 1542 wurde es für 300 Gulden zur Schule erkauft. Von der Kirche, die daſſelbe hatte, findet ſich urkundlich nichts vor. An dem Daſeyn derſelben läßt ſich aber nicht

zweifeln, denn 1) wurde an dem Orte, wo das

Kloſter ſtand, d. h. da, wo die Wohngebäude des Hrn. Bender und Hrn. Rappolt ſich befinden, ein ſehr ſchöner Taufſtein gefunden, der gegenwaͤr⸗ tig in dem Hofe des Hrn. Sehrt vor dem mainzer Thore ſteht, und 2) iſt es erwieſen, daß im Jahr 1710 der Kirchhof um 300 Gulden an zwei hieſige Bürger verkauft wurde, und daß noch in der neue⸗ ſten Zeit ſich zuweilen Gebeine daſelbſt vorfinden. Endlich 3) kommen auch in dem Kaufbriefe von 1542 Ausdrücke, alsMeßleſen, Sepulturen nc. vor, welche mit Recht auf das Daſeyn einer Kirche ſchlie ßen laſſen. b

Man könnte durch eine Stelle in einem bekann⸗

Sten Werke,). welche unterm Jahr 1505 von einer

) Würdtwein Dioec. Mog. III., 43.

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