Ausgabe 
15.8.1840
 
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Bodenroͤder Sagen.

1) Bei Bodenrod lag ſonſt an dem Wege nach Maibach und Münſter ein großer Stein; mit dem hatte es folgende Bewandniß.

Vor alten Zeiten machte ein Räuber die ganze Gegend unſicher. Er war ſo gefürchtet, daß die Leute der Gegend auf ſein bloßes Geheiß ihm Geld brachten. Der Name Lambert, ſo hieß der Räu⸗ ber, reichte hin, daß Jeder that, was derſelbe ver⸗ langte. Einſt ſollte ein Mann aus Esba an ihn die Summe von dreitzig Gulden bringen. Sein Weib ging mit ihm. Während aber der Mann dem Räuber das Geld vorzählen mußte, verſetzte ihm das Weib mit einem Handbeile, welches ſie mit ſich führte, einen Schlag in den Nacken, daß er todt zur Erde fiel. Die beiden Eheleute bedeck⸗ ten nun den Leichnam mit jenem großen Steine, der erſt vor einigen Jahren in Bodenrod zu einem Bau benutzt wurde. Die Gegend heißt aber noch am Lambert.

2) Zwiſchen Brandoberndorf und Haſſel⸗ born iſt ein Thal, das gleicht einer Feſtung, denn es iſt ganz von Bergen umgeben und hat nur Einen Ausgang. Hier ſoll der deutſche Heerführer Her⸗ mann ſein Lager gehabt haben. Darum heißt es noch jetzt das Hermanns ⸗Thal.

3) In der Gemarkung von Brandoberndorf iſt ein Ort, der heißt die Streitheck; da wandert des Nachts ein Jäger mit Hund, Gewehr und Ran⸗ zen. Eines Abends begegnete er einem Bodenröder Manne; der grüßte ihn mitguten Abend, erhielt aber keinen Dank, und als er ihn genauer betrach⸗ tete, ſah er, daß er ohne Kopf war.

Aich ſein emol(ſo erzählt der Hans) de Wieſe wäſſern gange die Nocht im 12 Auer. Do hun aich ower de welle Jäjer gehort, Mord Krenk! de Hor hont ſich mer ower uffm Kopp ſtrack geſtallt. Das kom der iwer de Wald her, hu, he, tif, taf! hunnert en dauſig Stemme, grod iwer mich enaus, en dorch de Wiſſe. Mir wors angſt, aich gang ham, en hun net gewäſſert.

Kaspar.Su hot mers ach emol gegange am vörrerſte Haak; aich wor en der Waad met meine Oſſe; es wor noch Metternocht. Uf amol kom e Jogd vo der Weißbächer Seit, en iwer mich gekreſche, gegautzt, gepeffe. De Kap es mer vom Kop gefaan; aich macht maich ham.

Melchior. Aich hu la ſo naut geglabt; ower de Wenter kom ich emol vo Bern bach. Es wor zweſich 1 un 2 Auer dei Nocht; aich hatt do Ge⸗ ſchäfte en wor elan, en wollt doch ach gern ham. Wei aich on Hergeſtaub kom, do kom ach der well Jäjer bai maich! hee machts grod ſo, wei dou ſahſt, Casper. Aich hun en gehort, bes aich off de Noll kom.

Balſer. Aich ſein emol am Guckucksberg ge⸗

weſt, aach de Nocht; aich macht mer en Kärn Holz.

Do kom ders iwer die Reppelberge, mer mant, der Deiwel käm; e Hundsjogd, e Gekreſch, e Lärm, gegautzt, gepeffe; aich hun net annerſter geglabt, als de ganze Reppelberge wärn lebendig. Aich ſein ham gefohrn lerrig. f Schafhirte. Stellt mer nor nett werrer de Hett off Grenzſtan. Mein No rrer hot geſat, do gengs Geſpens de ganz Naht im de Hett herrim. Es hot mer noch net lang en Schrack off de Hett gethon, do ſtann nor des an Rod am Krenzſtan. l

Anfrage an Oekonomen.

Es iſt ſchon ziemlich lange her, daß den Leuten, welche Kartoffeln pflanzen, anempfohlen wird, die⸗ ſelben in Stücke zu zerſchneiden oder nur die Köpfe der Kartoffeln zu ſtecken, welche die meiſten Augen haben. Dieſes Jahr will man wenigſtens in der Umgegend von Friedberg bemerkt haben, daß faſt überall da, wo nur Stücke von Kartoffeln geſteckt wurden, dieſelben ausblieben. Iſt das gegründet? Oder liegen, falls dem ſo iſt, andere Urſachen zum Grunde?

Mau wünſcht hierüber eine weitere gründliche Belehrung von einem erfahrenen Landwirthe, damit das Publikum ſich vor Schaden hütet.)

*) Die Redaction wird einer ſolchen Belehrung gerne einen Platz in dieſem Blatte geben.

Bekanntmachungen von Behoͤrden.

Bekanntmachung.

(773) Samſtag den 5. September d. J., Morgens 10 Uhr, ſoll auf dem Wege der Hülfsvollſtreckung ein Grundſtück, Pag. und Nro. ½, 58 ½ R. in der Oberwöllſtädter Gemarkung, im Straßheimer⸗ Feld zunächſt an der Friedberger und Rosbacher Gränze, öffentlich gegen baare Zahlung verſteigert werden. f a

Die großh. heſſ. Bürgermeiſter zu Friedberg, Ober⸗ und Niederrosbach werden erſucht, dieſes in ihren Bürgermeiſtereien bekannt machen zu laſſen.

Oberwoͤllſtadt den 31. Juli 1840.

In Auftrag großh. Landgerichts zu Friedberg

Der großh. heſſ. Buͤrgermeiſter Feuerbach. Bekanntmachung. (800) Montag den 17. d. M., des Morgens 9 Uhr, ſoll das Ausgraben und Aufmauern eines neuen Brunnens in der Pfarrwohnung zu Oberwöllſtadt ſowie die Fertigung einer Pumpe an die Wenigſt, nehmenden in Accord gegeben werden. 5

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(800 Uhr, ſol Erbauung beiten an werden.