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an
ſür die
im Allgemeinen,-
den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
Sonnabend, den 15. Auguſt
33.
1840
Lehrer ⸗Verſammlung.
Unſere Zeit fühlt gewaltig das Bedürfniß von Verſammlungen zu gewiſſen Zwecken, und das mit Recht; denn der Menſch iſt ja zum geſelligen Leben geboren und wird nur unter Menſchen das, was er ſeyn ſoll. Wenn man von unſerer Generation ſagen kann, daß ſie geiſtig mit Rieſenſchritten vorangehe, ſo liegt großentheils die Urſache davon darin, daß die Menſchen häufiger als ſonſt ſich vereinigen. Hier kommen Aerzte und Naturforſcher, dort Mathematiker, anderwärts Philologen, wieder anderwärts Männer aus anderen Fächern zuſammen, beſprechen ſich,
tauſchen ſich gegenſeitig aus, ermuntern ſich in ihren
Streben, klagen auch wohl zuſammen, weil jeder Stand„ſeinen Frieden und ſeine Laſt“ hat. Die guten Früchte ſolcher Verſammlungen werden immer ſichtbarer, und die neuentſtandenen Eiſenbahnen, Dampfſchiffe, Eilwageu, Briefpoſtkouriere und Fa⸗ milienwagen müſſen dieſelben mehr erleichtern.
Auch die Lehrer unſerer Gegend fühlten wieder das Bedürfniß einer ſolchen Verſammlung, und fand dieſelbe heuer in Folge einer Einladung von Seiten des hieſigen Mädchenlehrers, Herrn Bauer, am 23. Juli, auf dem bekannten, etwa/ Stunden von hier liegenden oſſenheimer Wäldchen ſtatt. Obgleich das Wetter nicht ſehr günſtig war, wurde dieſelbe doch ſehr zahlreich beſucht. Eröffnet wurde ſie durch einen feierlichen Geſang, wozu das von Erk Aſtimmig geſetzte Lied: Lobet den Herrn, den mächtigen König der Ehren ꝛc., paſſend auserleſen war. Hierauf
hielt Herr Bauer eine Rede, worin er den Nutzen ſolcher Verſammlungen hervorhob und zwar, weil ſie 1) ein herrliches Mittel der Fortbildung ſeyen, Y den Kreis der Erfahrungen erweiterten, 3) die Liebe zum Berufe pflegten und nährten und endlich 4) den Trieb zur Geſelligkeit angemeſſen befriedigten. Nach der Rede wurde das ſchöne Mozart'ſche Lied: Brüder reicht die Hand zum Bunde ꝛc. geſungen.— Bei dem darauffolgenden Gaſtmahle wurden Toaſte auf die reſp. Landesfürſten der verſammelten Lehrer, zu⸗ erſt Sr. K. H. des Großherzogs, dann Sr. D. des Herzogs von Naſſau und Sr. Hoheit des Kurprin⸗ zen⸗Mitregenten von Heſſen ausgebracht. Später fanden mancherlei, das Lehramt und die Wiſſen⸗ ſchaft betreffende Beſprechungen ſtatt, und zuletzt trennte man ſich heiter und froh des ſchönen Feſtes, nachdem noch die Beſtimmung getroffen worden war, daß eine ſolche Verſammlung nächſtes Jahr wieder ſtattfinden ſolle und zwar Donnerſtag vor Ja- cobi an derſelben Stelle, wo die diesjährige Statt hatte.“)
*) Wir bedauern, daß der beſchraͤnkte Raum unſers Blattes uns eine weitläufigere Beſchreibung dieſes Feſtes mitzu⸗ theilen verbietet. Wie wir hören, wird eine ſolche näͤch⸗ ſtens in der Zeitſchrift„Didaskalia“ und die von Hrn. Bauer gehaltene Rede in der„Allg. Schulzeitung“ er⸗ ſcheinen. Dahin verweiſen wir diejenigen unſerer Leſer, welche mehr darüber zu hören wünſchen. Die Red.


