Ausgabe 
12.12.1840
 
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% 346.

ſ. g. Freiheit, wurde aber ſchon im Jahr 1526 ab⸗ gebrochen, oder mußte vielmehr abgebrochen werden, weil ſie den Bürgern der Stadt, welche von Neuem ſich gegen die Burg aufgelehnt hatten, zur Zufluchts⸗ ſtätte oder zur Schanze gedient. Wir haben von dieſer Capelle in No. 4 und 5 unſeres Blattes von 1834 Nachricht gegeben und können uns hier darauf berufen.

5) Die St. Leonhards⸗Kirche vor dem main⸗ zer Thore wurde, wie Urkunden darthun, im J. 1343 geſtiftet.) Nachdem ſie durch feindliche Heerhaufen im dreißigjährigen Kriege ſchadhaft geworden war, wurde ſie 1649 reparirt und mit 2 neuen Giebeln verſehen, welche zu ihrer Verſchönerung nicht viel be⸗ trugen.) Das alte Gebäude hat in ſeiner Einfach⸗ heit manches ſchöne Verhältniß, iſt ſo aber ſchadhaft und befindet ſich jetzt an einer ſo ungelegenen Stelle, daß der Abbruch deſſelben nahe bevorſteht. Bemer⸗ kenswerth für den Freund der Geſchichte iſt der Umſtand, daß in den älteſten Urkunden, worin der Kirche Erwähnung geſchieht, immer von ihr geſagt wird, ſie ſtehevor dem Mainzer Thore; dies widerlegt Diejenigen, welche behaupten, die Stadt Friedberg habe ſich ſonſt bis an den Warthberg er⸗ ſtreckt.

6) Die Barbara⸗ Kirche. Sie ſtand vor dem fauerbacher Thor, wo ein Platz noch jetztdie Barbara-Gärten genannt wird. In einer unge⸗ druckten Urkunde von 1346 geſchieht ihrer Erwäh⸗ nung, und wird dabei auch von ihr angegeben, daß ſie außerhalb der Stadt(extra portas) liege. In dieſer Capelle wurdevon Alters her, wie eine Urkunde ſagt, ein Märkergericht gehalten, und blieb das Weisthums⸗Inſtrument,ſo die von Döringen⸗ berg vnd Rauen vor ſich anziehen nach derſelben in ſeiner Kraft. In einer anderen Urkunde von 1442 geſchieht der Kirche mit den Worten Erwähnung: in der Vorſtadt Friedeberg vor dem furbacher Dore vnd ſunderlichen in der Capelle St. Barbaren. Hieraus geht hervor, daß die Vorſtädte von Fried⸗ berg ſich auch nach Oſten hin erſtreckten. Für wen anders ſollte dieſe Capelle ſeyn, als für jene Vor⸗ ſtädter? Noch ſteht eine Gartenthüre in der Nähe der Straße, deren Steine nicht undeutlich ver rathen, daß ſie von der alten Barbara-Kirche her⸗ rühren. Wann ſie aber abgebrochen wurde, iſt uns nicht bekannt. 8

7) Die Hospitalkirche zum Heiligen-Geiſt vor dem Uſa⸗Thore. Schon im Jahre 1336 geſchieht des Hospitals in einer Urkunde Erwähnung, welche u. A. beſagt, daß der Kaiſer Ludwig dem Gott⸗ fried von Eppenſtein und ſeinen Erben, den Burg⸗ grafen und den Burgmannen den Schirm über den Reichsforſt und Wildbann übergibt, welcheran der Spitale Brucke an der Uſe zu Fridberg an⸗

) Würdtwein Dioèc. Mog. III. 37, 38. ) König dissertatio de capitulo rurali p. 9.

fängt.)(Jene Brücke war anfänglich von Holz und wurde 1315 durch eine ſteinerne erſetzt. Dieſe ſtand bis 1803 ganz in der Nähe der Hospital⸗ Kirche, da, wo jetzt noch zuweilen Wagen durch den Bach fahren.) Das jetzt noch ſtehende Gebaͤude; wurde laut Chronik⸗Nachrichtenauf die alte Spi⸗ talkirchen⸗Mauer wieder geſetzet, und i. J. 1618, alſo gerade um die Zeit, da der unſelige dreißig⸗ jährige Krieg begann, eingeweiht, wird aber ſchon ſeit geraumer Zeit nicht mehr zum Gottes dienſte be⸗ nutzt. Vor etwa 12 Jahren mußte der daranliegende kleine Kirchhof der erweiterten Straße weichen, und die Kirche ſelbſt wurde zu einem Zollhauſe, nachher zur Fabrikation von Spiritus benutzt(ſo wich spi- ritus sanctus dem spiritus familiaris). ie Sprünge an den Mauern laſſen auch ihr kein hohes Alter mehr prophezeihen. 85

8) Die Auguſtiner⸗Kirche ſtand einſt da, wo jetzt die Oeconomie-Gebäude des Hrn. Boutemy ſich befinden. Da das Kloſter, welches ſchon im Jahre 1270 in einer Urkunde erwähnt wird, im ſechszehnten Jahrhundert ſeculariſirt wurde, ſo ver⸗ legte man im Jahr 1581 nach dem Tode des letz⸗ ten Priors Jakob Fauerbach die neuerrichtete ge⸗ lehrte Schule, welche vorher in dem angekauften Baarfüßer⸗Kloſter gehalten worden war, in deſſen Räume. Ein Theil der Kirche ſtürzte i. J. 1618 ein; der Reſt wurde abgebrochen, und der ganze Raum im Jahr 1694 an zwei Bürger, Hartm. Engel und N. Gebhard, verkauft. Noch ſieht man aber hinter der Scheune des Hrn. Boutemy den aus Quaderſteinen beſtehenden Reſt eines alten Strebepfeilers. Die dabei befindlichen Kreuzgänge waren ſchon fruher ſo ſchadhaft, daß i. J. 1594 der ehrwürdige damalige Rektor der Auguſtiner⸗ Schule, Magiſter Joh. Palthen von denſelben herabſtürzte und ſich ſo beſchadigte, daß er eine Zeitlang wahnſinnig wurde. Etwas Weniges von dieſen Kreuzgängen iſt noch jetzt ſichtbar. Es ſind einige aus Baſalt gehauene Spitzbogen.

) Senckenberg Sel. J. et H. I. 205.(Schluß folgt.)

Für die Waſſerbeſchädigten zu Lyon ſind eingegangene

Von der Familie G.. 2 fl. kr. Von H.. Friedberg am 10. Dez. 1840. C. Bin dernagel.

Bekanntmachungen von Behoͤrden.

N νι

Holz Lieferung. (1221) Montag den 14. k. M., Vormittags um 10 Uhr, wird die Lieferung von 100 Stecken buchen Scheitholz für die Garniſon Friedberg auf dem Mi⸗

litäͤrverwaltungsbüreau dahier in Accord gegeben. Friedberg den 26. November 1840. In Auftrag: Gölz,

Oberquartiermeiſter.

Pag. U. Ni.

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660 12 2 U

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Friedbert

Hof (1255) Die 9 Uhr, ſoll ir hannes Wagne u. Nr. 17 und Garten,

gelegen, öffent.

Friedberg

Fru (4256) Mo mittags 2 Uh dem Fruchtvort der diesjährige Korn, zweima ſteigert werden

Friedberg