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Intelligenzblatt
für die
berhes sen
im Allgemeinen,
den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
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WAI.
Sonnabend, den 10. Oktober
1340.
Sorget in der Zeit.
Wir haben in mehreren Nummern unſers Bl. von vorigem Jahre die Beſitzer der Obſtbäume auf⸗ merkſam gemacht, ihre Bäume gegen den gefährli⸗ chen Froſtſchmetterling dadurch zu ſchützen, daß ſie um dieſelben breite Papierſtreifen, die mit einer von Theer und Terpentin vermiſchten Maſſe beſtrichen ſind, ſo befeſtigen, daß die Schmetterlinge nicht durch⸗ kriechen können. Einige Gartenbeſitzer haben dies zu ſpät beachtet. Wir halten uns darum für ver⸗ pflichtet, denſelben mitzutheilen, daß der Froſtſchmet⸗ terling von der Mitte Oktobers bis in die Mitte Novembers zu ſchwärmen pflegt. Dieſe Zeit muß genau eingehalten werden, wenn auf einen günſtigen Erfolg der empfohlenen Maasregel zu hoffen iſt.— Es hat zwar den Aaſchein, als wenn die liebevolle Natur ſelbſt durch irgend ein uns unbekanntes Mittel ſeit einem Jahre der Ueberzahl dieſer Geſchöpfe Gränzen geſetzt hätte. Laſſen wir uns aber weder dadurch noch durch den thörichten Wahn einſchläfern, man müſſe die Sache gehen laſſen, wie ſie geht. Gott hat uns Verſtand und Pernunft gegeben, und durch dieſe ſind wir Herrn der irdiſchen Schöpfung. Ohne ſie müßten wir Unzähliges entbehren und wurden nicht einmal im Stande ſeyn, in unſerm Klima unſer Leben noth⸗ dürftig zu friſten, geſchweige auf Dampfſchiffen ſtrom⸗ aufwärts zu ziehen oder auf der Eiſenbahn von Einem Orte zum andern dem Vogel gleich zu fliegen oder durch ärztliche Hülfe von einer gefährlichen Krankheit uns zu retten.— Doch das iſt ein Thema, worüber ſich mehr ſprechen ließe, als wir jetzt Zeit haben.—
Etwas über Viehhandel.
Bei dem Handel mit Pferden und Rindvieh ge— ſchehen bekanntlich viele Betrügereien, weil die innern Fehler und Krankheiten eines Thieres nicht leicht zu erkennen ſind. Der Käufer eines Pferdes u. ſ. w. glaubt ſich aber hinreichend geſichert, wenn ihm der Verkäufer in dem Handelsprotocolle fur die vier Hauptfehler nach Handelsgebrauch zu haften ver⸗ ſpricht. Aeußert ſich dann in den nächſten 4 Wochen, vom Abſchluſſe des Handels an, ein ſolcher Fehler, dann pfleget der Käufer, geſtützt auf das Handels⸗ protokoll und auf die Thatſache, daß der Fehler binnen der Währheit zum Vorſcheine gekommen, auf Widerauflöſung des Handels zu klagen. Gelangt ein ſolcher Prozeß durch Appellation an großh. Hof⸗ gericht zu Gießen, dann verliert ihn gewöhnlich der getäuſchte Käufer. Denn nach der Rechtſprechung des genannten Gerichtshofes iſt die Wandelungs— klage nur dann rechtlich begründet, wenn in der⸗ ſelben behauptet worden iſt, daß der Fehler oder die Krankheit des Thieres ſchon bei dem Ab— ſchluſſe des Handels vorhanden geweſen ſey, und der Käufer ſiegt nur in dem Falle, wenn er dieſe Zeit der Krankheit erweiſen kann. Das iſt aber in den meiſten Fällen unmöglich und ſelbſt Thierärzte können in der Regel nicht beſtimmen, ob die Krank- heit eines Thieres ſchon Wochen oder Monate lang vor deſſen Beſichtigen exiſtiret habe. Darum wird jeder Käufer von Pferden und Rindvieh wohl thun, wenn er in das Handelsprotokoll neben andern Bedingungen auch folgende ſetzen läßt:
„Der Verkäufer haftet fuͤr jeden Hauptfehler und für jede Krankheit des Thieres. Wenn ſolche binnen 4 Wochen vom Abſchluſſe des Handels an gerechnet, ohne Verſchulden des Käufers ſich äußern,


