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und der erſten Hälfte des vierzehneen Jahrhunderts herrſchend war, und zwar mit den Eigenthümlich⸗ keiten, welche man auch an andern Gebäuden jener Zeit in unſerer Gegend, z. B. in Grünberg, Mar⸗ durg und Wetzlar, vorzugsweiſe findet. 3) Zwei Urkunden vom Jahr 1306*) beziehen ſich auf die Einweihung der zwei Hauptaltäre und berechtigen zu der Annahme, daß dieſelben damals neu errich⸗ tet wurden. Nach einer andern Urkunde vom Jahr 1314 ertheilt der Kaiſer Ludwig das Patronat der Kirche, welches fruher die Herrn von Buches gehabt, dem Kleſter Ruprechtsburg bei Bingen.“) Aus allem Dieſem läßt ſich wohl mit Recht der Schluß ziehen, daß der Haupttheil der Kirche zwi⸗ ſchen den Jahren 1290—1320 erbaut worden ſeyn muͤſſe. Indeſſen iſt auch das gewiß, daß die Fort⸗ ſetzung des Baues lange Zeit unterbrochen worden ſeyn muß. Es iſt urkundlich erwieſen, daß der Bau der Hauptthürme, wie ſie jetzt ſtehen, erſt im An⸗ fange des fünfzehnten Jahrhunderts vorgenommen wurde. Eine kaiſerliche Urkunde von 1410 befiehlt nämlich u. A. den Bürgern, daß von den beiden Kirchthürmen an der Liebfrauenkirche, die die Bür⸗ ger zu bauen im Begriff ſtünden, der hoͤchſte nicht weiter gemauert und dann mit dem nöthigen Holz⸗ werk verſehen werden ſollte, um die Glocken darauf zu hängen; der andere ſollte nicht höher werden als er gerade jetzt iſt, d. h. etwa 40 Fuß. Auf keinen Fall ſollten die Thürme zu Befeſtigungen eingerich⸗ tet werden.) Dem entſpricht ganz der lietzige Stand der beiden Thürme.
Was ſonſt die Kirche Schönes beſaß, iſt in dem Laufe der Zeit, beſonders in den letzten Jahrzehnten, foſt bis zur Vernichtung untergegangen. Von den vielen zum Theil ſehr ſchönen Grabſteinen, deren älteſte bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts(1348) rei⸗ chen, ſind wenige unverletzt, die Schrift von den elteſten kaum mehr lesbar; die herrlichen Glas⸗ malereien wurden entweder von muth willigen Kna⸗ ben oder durch die Unwiſſenheit und Ungeſchicklich⸗ keit des Glaſers vernichtet, einige Bildſaͤulen zum Theil in der neueſten Zeit von den Arbeitern ver⸗ ſtümmelt; das kunſtvolle Tabernakel aus dem 15. Jahrhundert ſteht nur noch als Ruine da, und das vortreffliche Altargemälde, das lange Zeit von der Geſchmackloſigkeit der Nachkommen unſichtbar ge⸗ macht worden war, hat bei der letzten Reparatur der Kirche im Jahr 1821 ſo gelitten, daß es ſchwer herzuſtellen ſeyn wird. Und wie Vieles wurde der Kirche von ihrer Schönheit durch die geſchmack⸗ loſen Stühle und ſ. g. Lettner genommen, welche die ſchönſten Theile verzerren und an die koſtbaren
2) Guden. cod. dipl. IV. 996. Senckenberg Sel. J. et H. I., 282.
9 Würdtwein Dioec. Mog. III., 24. er) Gründlicher Bericht ꝛc. Urk. XLVII. S. 29.
Gebäude Egyptens erinnern, in welche die Bewoh⸗ ner ihre Lehmhütten hineingekleckſt haben! 5 Geſchichtlich wollen wir hier nur noch anführen, daß Pabſt Bonifacius(IX.) im Jahr 1399 das Patronat confirmirte, daß die Kirche 1483 eine ver⸗ aͤnderte Dedication erlitt, daß im Jahr 1546 der Todtenhof an die St. Leonhards⸗ Kirche vor dem mainzer Thore verlegt wurde, und daß das Kloſter Ruprechtsburg im Jahr 1560 auf das Patronats⸗ recht gegen Entſchädigung von 40(damaligen) Gul⸗ den verzichtete. Das Alles iſt urkundlich. Möge ſchließlich bald die Zeit kommen, wo die Kirche würdevoll hergeſtellt wird! Hoffentlich wird man, um dies zu bewerkſtelligen, keine Koſten ſparen; es wäre am unrechten Orte geſpart.(Fortſetzung folgt.)
5 Intell. Bl. Nro. 34 von 1835 und 37 von 1838.
Für die Waſſrbeſchädigten zu Lyon ſind eingegangen: Von F. L. Räßpolt 1 fl.— kr. „ V. mit dem Motto: „Sie ſollen ihn nicht haben;“ Doch ſollen die ſich laben.—„ 24„ 7 S. in F.„ 6„ „ einem Ungenannten 1 45„
Friedberg am 3. Dez. 1840. C. Bin dernagel.
Bekanntmachungen von Behoͤrden.
M ν
Verſteigerung von Chauſſee⸗-Unterhal⸗ tungs⸗Arbeiten im Bau⸗ Bezirk Nidda pro 1841.
(1176) An den unten benannten Tagen und
Stunden ſollen die zur Unterhaltung der Staats⸗
und Provinzialſtraßen im Baubezirk Nidda nöthigen
Arbeiten, beſtehend in Steinbrechen, Stein⸗
fahren, Steinfetzen und Steinſchlagen, öf⸗
fentlich an die Wenigſtnehmenden unter den bekannt gemacht werdenden Bedingungen in Accord gegeben werden.
Für die Provinzial⸗Straßen von Laubach nach Schotten und von Schotten nach Nidda, Bauauf⸗ ſeherbezirk 3, Mittwoch den 9. Dezember, Vor⸗ mittags 9 Uhr, in Schotten im Gaſthauſe zum „heſſiſchen Hof.“
Für die Provinzial⸗Straße von Schotten nach Nidda, Bauaufſeherbezirk 2, Mittwoch den 9. Dezember, Nachmittags 3 Uhr, in Eichels⸗ dorf im Gaſthauſe zur„ſchönen Ausſicht.“
Für die Provinzialſtraße von Nidda nach Ran⸗ ſtadt, Donnerſtag den 10. Dezember, Vor⸗ mittags 10 Uhr, in Ranſtadt bei Wirth Bernhard.
Fur die Provinzial⸗Straße von Berſtadt nach Nidda, Freitag den 11. Dezember, Vormit⸗ tags 10 Uhr, in Berſtadt, bei Wirth Vogler.
ſchen Haus Bogen erfold uu 3885 fl Lindheim na öffentlich ve
Friedbe
Verſteige tur⸗Ar! (1208) ſtraßen im als Steinb ſchlagen, ter den da ungen an geſetzt wer 1) Für und!


