i f n. ö und fragen, ob wir nicht auch Alle liebende Freunde, Einer gerne, wenns ihn juckt.„Wens aber juckt, Nachbarn, Verwandte, ob wir nicht eine liebe und 5 9
werthe Heimath, ein noch theureres, großes und ſchönes Vaterland haben, in welchem Sicherheit und Friede dem friedlichen Bewohner zu Theil wird? Ob wir nicht Alle mehr oder minder Gelegenheit gehabt haben, unſeres Daſeyns uns zu freuen, zu wirken, dieweil es Tag iſt, unſern Geiſt auszubilden mit nützlichen Kenutniſſen, uns und Andern zu leben, mitzutheilen dem Dürftigen, wenn auch nicht mit Thalern, doch mit einem Scherflein und mit gutem Rath? 5 Bedenken wir das Alles, ſo möchten wir faſt ſagen, wir haben der Wohlthaten zu viele, als daß wir ſie ſo recht zu erkennen und zu würdigen ver⸗ möchten, für jede einzelne ſo recht innig Dem, von
welchem alle gute und alle vollkommene Gabe kommt, danken könnten, und wenn er uns das Alles im
Jahr 1840 läßt, was er uns bisher verliehen, (und warum ſollte er's nicht?) ſo haben wir Veran⸗ laſſung, am Ende des eben beginnenden Jahres wie⸗ der ebenſo herzlich zu danken, wie wirs jetzt zu thun vermögen.
Nur um zwei Stücke wollen wir ihn, den All⸗ vater heute bitten, einmal, daß er uns Allen einen tüchtigen Sinn verleihe, der das Gemeine ver⸗ abſcheut und nach dem Höheren, Bleibenden, Gött— lichen ſtrebt, der jedes Geſchick, das uns zu Theil wird, als von Gott kommend anſieht und in Ge— duld erträgt, daß wir zugleich Gelegenheit erhalten, in dem neuen Jahre denſelben zum Fromm der Menſchheit zu bethätigen, ſodann, daß uns Allen Ge— nuͤgſamkeit zu Theil werden möge, die uns vor allem Neid, vor aller Misgunſt bewahrt, und uns fähig macht, die empfangenen Gaben ſo recht zu würdigen als Gaben Gottes.
Werden uns dieſe beiden Bitten erfüllt, dann iſt es uns um unſere Leſer und uns für das neue Jahr nicht bange. i
Nachſchri ft.
Unſer Blatt beſteht nunmehr ſechs volle Jahre, und obgleich die Redaction ſo gut wie andere Leute weiß, daß ſie es in dieſer Zeit mit ihren Gaben nicht Allen immer recht gemacht hal, ſo iſt ſie ſich doch bewußt, das Rechte und Gute gewollt, dem Schlechten ohne Anſehen der Perſon entgegengewirkt zu haben. Das wird wohl auch der größte Theil der nachſichtigen Leſer erkennen und zu würdigen wiſſen. Wem ſie's aber gar nicht recht machte, den möchte ſie bitten, ſich einmal eine Zeitlang an ihre Stelle zu ſetzen und dann zu ſehen, ob die Leſer nun alle befriedigt ſind. Es hat mit dieſem Ge— ſchäfte ſo ſein eignes Ding; dem Einen iſt dieſes, dem Andern Jenes nicht recht; Der hört Dieſes, Jener Jenes nicht gern; Der langweilt ſich, was den Andern anſpricht. Am allerwenigſten aber hat
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der kratze ſich!“ ä. 1 Wir verſprechen dagegen, daß es auch im gegen⸗
wärtigen neuen Jahre unſer eifrigſtes Beſtreben
ſeyn ſoll, nicht es Allen immer recht zu machen, ſondern wo möglich in der Weiſe, wie wir bisher gethan, belehrend zu unterhalten und unterhaltend zu belehren und ſo den ſtillen Beifall wenigſtens hier und dort des Mannes uns zu erwerben, um deſſen Beifall es uns vorzugsweiſe zu thun iſt. Für die Beiträge, welche uns von dieſem und jenem unſerer werthen Mitarbeiter im vorigen Jahre zu⸗ gekommen ſind, ſtatten wir unſeren herzlichen Dank ab. Möchten uns auch in dieſem Jahre ſolche wie— der zu Theil werden!
D. Red.
Bekanntmachungen von Behoͤrden.
N
f Hofraithe-Verſteigerung. 5 (1136) Montag den 6. Januar 1840, Vormit⸗ tags um 11 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhaus die Hofraithe der Heinrich Königs Eheleute dahier, Pag. 56. Nro. ß% 77 beſtehend in Wohnhaus, Scheuer und Stall auf dem Hauck, neben Heinrich Waas gelegen, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden.
Friedberg den 14. November 1839.
In Auftrag großh. heſſ. Landgerichts: Der großh. heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz. Bekanntmachung. (1275) Dienſtag den 7. Januar 1840, Vormit⸗
tags 10 Uhr, ſoll auf dem Rathhauſe zu Vilbel die
den Karl Schuchards Eheleuten gehörige, vor eini— gen Jahren neu erbaute, an der Landſtraße gelegene Hofraithe nebſt Stallung und Garten öffentlich meiſt⸗ bietend verſteigert werden.
In der zu verkaufenden Hofraithe wurde ſeither. Gaſtwirthſchaft betrieben und iſt ſolche wegen ihrer vortheilhaften Lage hierzu ſowohl, als auch zum Betrieb eines jeden andern Geſchäfts geeignet.
Die Verſteigerungs-Bedingungen werden im Ver⸗ ſteigerungstermin eroͤffnet, liegen jedoch auch früher bei dem Unterzeichneten zur Einſicht offen.
Von dem Steigerungspreis kann der größte Theil auf der betreffenden Hoffgithe ſtehen bleiben.
Vilbel den 16. December 1839.
Der großh. heſſ. Bürgermeiſter
. Hinkel.
Bau-, Werk- und Nutzholz-⸗Verſteigerung. (1) Freitag den 10. Januar 1840, Vormittags 9 Uhr, ſollen im hieſigen und Rommelhäuſer Ge⸗ meindewald 62 Stämme Bau-, Werk- und Nutz⸗ holz öffentlich und an den Meiſtbietenden verkauft werden. ö
Man bittet ſolches öffentlich mit dem Bemerken
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