—
Zn tell ige nzblatt
für die
berhessen
7 im Allgemeinen,
den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
MI.
Sonnabend, den 4. Januar
1840.
Intelligenzblatt für die Provinz Oberheſſen erſcheint auch im Jahr 1840, wie bisher, wöchentlich Einmal und zwar D e 9 5 5 Mine 2 2 95 Kreisboten abgeholt, den Sonnabend Vormittag aber hier ausgegeben und durch die hieſige wohllöbl. Poſtbehörde expedirt wird.— Alle Inſerate, welche bis den Donnerſtag Nachmittag 3 Uhr bei mir ein⸗ gelaufen ſind, finden in derſelben Woche eine ſicher e Aufnahme. Cinrückungsgebühren betragen für die erſte Zeile 4 kr., für die zweite Zeile 3 kr., für die dritte und jede folgende 2 kr.— Der Abon nementspreis für 1 Jahr iſt, wenn das Intelligenzblatt von mir dürekt bezogen wird: 1 fl. 12 kr., für ½ Jahr: 40 kr., für/ Jahr: 24 kr., welcher Be⸗ trag jedoch voraus bezahlt werden muß!— Diejenigen meiner verehrl. Abonnenten, welche geſonnen ſind, das Intelligenzblatt auch im Jahr 1840 zu halten, haben nicht nöthig, ſolches bei mir beſonders anzuzeigen; diejenigen hingegen, welche auszutreten beabſichtigen, oder neu hinzutreten wollen, erſuche ich, mich, oder die ihnen zunächſt liegende Poſtbehörde, gefälligſt davon zu benachrichtigen.— Gemeinnützige Aufſätze werden ſtets mit Dank für mein Blatt angenommen
werden. 2 Friedberg.
Carl Bindernagel.
Bekanntmachung.
Das Fahren und Reiten auf dem neu planirten Vizinalweg von Niederwöllſtadt nach Rodheim in Niederwöllſtädter Gemarkung iſt Erſteres bei 1 fl. 30 kr. und Letzteres bei 1 fl. Strafe verboten und iſt dies in den betreffenden Gemeinden bekannt zu machen.
Friedberg den 24. Dezember 1839.
Der großh. heſſ. Kreisrath des Kreiſes Friedberg
Kü ch r.
Die Redaction am Neujahrsmorgen.
Sämmtliche geneigte Leſer des Intelligenzblattes haben in dem jetzt dahingeſchwundenen 1839ſten Jahre Gelegenheit gehabt, 365mal etwas früher oder ſpäter vom Lager aufzuſteigen; und wenn auch Dieſer oder Jener ein- oder mehrmal wegen Un⸗ päßlichkeit oder Krankheit das Bette hüten mußte, ſo haben doch ſicher neunzehn Zwanzigtheile 365 mal geſund ſich von dieſem ihrem Lager erheben konnen. Das iſt ſchon ein großes Glück, wofür ſie dem Va⸗ ter im Himmel nicht dankbar genug ſeyn können. Sie haben ſich aber nicht alleln geſund erhoben, ſondern ſich auch überzeugt, daß ihnen derſelbe Va— ter im Himmel, wo nicht Allen Staatsgewänder, doch die nöthige Kleidung, wo nicht Allen Schlöſſer und Paläſte, doch ein ſicheres Obdach, wo nicht Allen Braten und mürbe Bretzeln, doch eine geſunde
und ſtärkende Nahrung hat zu Theil werden laſſen. Das iſt wiederum ein großes Glück, und gibt dem, ders erkennt, abermals Veranlaſſung, dankbar gen Himmel zu blicken. Sehen wir uns aber genauer um, ſo werden wir noch weit mehr Urſache haben, dem großen Geber alles Guten erkenntlich zu ſeyn. Haben wir nicht alle einen menſchlichen, zu allerlei Verrichtungen tauglichen Körper? Haben wir nicht ein menſchliches Antlitz, und in demſelben ein ſeelen— volles Auge, das leichter nach Oben als nach Unten zu blicken vermag? Haben wir nicht einen Verſtand, der den Lauf der Geſtirne zu meſſen vermag, ein Herz, das der ſchönſten und reinſten und höchſten Gefuͤhle fähig iſt, eine Vernunft, die von Gott kommt, und wieder zu Gott ſich erhebt? Sind wir nicht alle eines unſterblichen Geiſtes theilhaftig?
Aber wir wollen noch ein wenig weiter gehen


