Ausgabe 
3.10.1840
 
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mit qa mit Muſik,

Kreisrath

nne

* 281*.

fort; die Ackerleute, Säeleute, die Schnitter und Schnitterinnen ꝛc. folgen in der oben angegebenen Ordnung und ziehen an der Tribüne voruͤber.

Die Muſik am Schluſſe des Zuges bleibt, Mu⸗

ſikſtücke ſpielend, auf dem ſ. g. Burgpfuhle ſtehen,

ſtellt ſich an die Spitze des zuruͤckkehrenden Zuges, (deſſen Ordnung ſich dahin abändert, daß der großh. Kreisrath, der Vereinsvorſtand, die übrige Geſell ſchaft, ſowie die jungen Mädchen und Burſche mit ihrer Muſik, den Zug ſchließen) und führt denſelben durch das Städtchen auf die Wieſe zurück, wo ſich der⸗ ſelbe auflößt und ſich andern Freuden überläßt.

Das Ausſpielen der Lotteriegegenſtände findet um 4 Uhr Nachmittags im Zelte auf der Wieſe ſtatt; hierauf die Verſteigerung der neuen landwirth⸗ ſchaftlichen Werkzeuge und Geräthſchaften, mit wel⸗ chen auch, inſoweit ſie ſich hierzu eignen, nach Um⸗ ſtänden, Verſuche angeſtellt werden ſollen.

Der uͤbrige Theil des Tages iſt Volksbeluſti⸗ gungen gewidmet.

Schutzbrief des Landgrafen Heinrich von Heſſen, welchen er 1482 der Stadt Friedberg gab. So lange die Stadt Friedberg durch die Perpfaͤndung

Kaiſer Karls IV. in Abhangigkeit der Burg war, ſuchte ſie

ſich öfters derſelben, aber vergeblich, zu entledigen. Unter An⸗

dern begab ſie ſich im J. 1481 unter den Schutz des Land grafen Heinrich von Heſſen, der ihr dafuͤr nachfolgenden

Schutzbrief ſandte, welcher, ſo viel mir bekannt, noch nicht

gedruckt iſt. Sobald die Burg Kenntniß davon erhielt, brachte

ſie die Stadt dahin, daß ſſe 1482 den ſogenannten Verher⸗ rungs⸗Receß unterſchreiben mußte, in welchem ſie eidlich gelobte,in ewigen Zeiten obne Wiſſen und Verhaͤnzniß der

6 Burgmannen, die von Reichswegen geordnet in den Rath

gehen, hinforders nimmermehr ſich zu verherren noch jemand

zuzueignen in Pfands⸗Schirms⸗Verbündnüß noch ſuſt in eini⸗

gerley Wyſe. Vgl. hierüber Winckelmann Theil VI. S. 428. Wir Heinrich von Gotis Gnaden Landgrave

zu Heſſen, Grave zu katzen Elnbogen, zu Dietz, zu

Ziegenhain vnd zu Nidde, thun kund offenbar mitt

dieſem Briff gein allermenlichen, nachdem die Erſa⸗

men Burgermeiſter, Rade vnd gantz Gemeinde der

Statt Friedberg mit vns in reden geweſt ſin, ſich

eine Zal jar lang zu vns zu thun, nach lude eines

brieues daruber begriffen, vnd der hochgeborne Fürſt,

Herr Philips, Pfaltzgrave bi Rine, Hertzog in

Baiern, des heiligen Romiſchen Reiches Ertzdruch

ſeß vnd Churfürſt, vnſer lieber Oheim, vns gebetten

hatt, die Ding ein Zeitt lang ruhen zu laſſen, vnd off daß den obgenannten von Friedberg vnſert halben kein Wiederwille entſtehen dörff, auch diewyl wir dem obgenannten vnſerm Oheim einen tag ghen⸗

Fridberg, dahin ſin libt(Liebden) vnd wir vnſer

beider ſyt rete ſchicken, die ſache nach notturfft zu

h indeln, vnverzoglich ernennen vnd zuſchreiben wöllen.

So haben wir die vorgenannten Burgermeiſter, Raht

vnd Gemeinde der Statt Fridberg daruff in vnſern

ſunderlichen ſchutz, ſchirme vnd verſproch genomen, vnd nemen ſle darinen gerumiglich in vnd mit krafft dieſſes brives, alſo, daß wir ſie alle vnd das ire gegen einen ieglichen, da wir irer zu gleich vnd recht mechtig ſin, als vnſer eigen Bürger vnd vnterſaſſen ſchuͤtzen, ſchirmen, verſprechen vnd vertheidigen ſullen vnd wöllen, biß vff vnſer wieder abſagung one ge⸗ verde. Des zu vrkund han wir vnſer Secret wiſſent⸗ lich thun drucken zu rück off diſſen Brief, der gege⸗ ben iſt am mittwochen nach vnſer lieben Frawentag Puriſicatio anno ꝛc. 82.

(Nach einer Abſchrift aus dem 16ten Jahrhun⸗ dert, verglichen mit einer neuern, worin jedoch eine ganze Zeile fehlt.)

9 Bekanntmachungen von Behoͤrden.

Edietalladung. (979) Die bekannten Gläubiger des dahier ver⸗ ſtorbenen Seilermeiſters Chriſtian Eiſe haben bezüg⸗ lich deſſen überſchuldeten Nachlaſſes am 12. Januar b. J. eine gütliche Vereinbchrung getroffen. Es wer⸗ den daher diejenigen, welche Anſpruͤche an jenen Nachlaß bilden zu können glauben, ſolche aber bei der unterzeichneten Behörde bis jetzt noch nicht an⸗ gemeldet haben, hierdurch aufgefordert, dieſelben im Termin Freitag den 16. Okt. I. J., Morgens 9 Uhr, ſogewiß anzuzeigen und zu begründen, als ſonſt das Arrangement vom 12. Januar l. J., ohne weitere Ruͤckſicht auf ſie, in Vollzug geſetzt werden wird. Butzbach den 11. September 1840. Großherzoglich heſſiſches Landgericht Völcker. Calmberg. Verſteigerungs- Anzeige. (1011) Donnerſtag den 8. Oktober l. J., Mor⸗ gens 10 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhauſe auf frei⸗ willigen Antrag der Heinrich König'ſchen Eheleute die denſelben gehörende Hofraithe, Pag. et Nr. 56. 3%, beſtehend in Wohnhaus benebſt Gärtchen, Scheuer und Stall, an Heinrich Jordis gelegen (gibt in die Präzens 40 ½ kr.) öffentlich meiſtbie⸗ tend verſteigert werden. Friedberg den 23. September 1840. Der Beigeordnete Bender. Guts Verpachtung. (1018) Freitag den 16. Oktober I. J., Vormit⸗ tags 10 Uhr, wird das in der Obererlenbacher Ge⸗ markung gelegene gräflich von Ingelheim'ſche Hof⸗ gut, beſtehend in N 236 Morgen Ackerland, 30 Wieſen, % Baugärten, nebſt der Schäfereigerechtigkeit in der ganzen Orts⸗ gemarkung auf 9 oder 12 Jahre, von Petritag 1844