Ausgabe 
2.5.1840
 
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morgen bei ihrem Aufgange drei Sprünge, und wenn man an dieſem Morgen vor Sonnenaufgang unberufen fließendes Waſſer ſchöpft, ſo iſt das, nach dem Glauben der Harzbewohner, für Alles gut.

Woher ſtammen dieſe Gebräuche und Meinungen? Was bedeuten ſie? Woher kommt das Wort Oſtern?

Wir wünſchten, unſern wißbegierigen Leſern auf alle dieſe Frugen eine genügende Antwort zu geben. Leider hat aber die Zeit hier ſo vieles verwiſcht, daß eine ſolche ſehr ſchwierig, wo nicht unmöglich iſt. Folgendes iſt indeſſen keinem Zweifel unter⸗ worfen. Unter den Göttinnen der alten heidniſchen Deutſchen befand ſich auch Eine, welche von ihnen Oſtara, von den Angelſachſen Eaſter oder Eoſtra genannt wurde; ſie war wohl, wie aus den weni⸗ gen Nachrichten, welche wir hierüber haben, hervor⸗ geht, die Göttin des beginnenden Frühlings, des von Oſten mit den Strahlen der Sonne wieder⸗ kommenden neuen Lebens, das die Thier⸗ und Pflan⸗ zenwelt beſeligend durchdringt, welcher um dieſe Zeit freudige Opfer von Jung und Alt gebracht wurden. Als das Chriſtenthum ſich in Deutſchland verbrei⸗ tete, brauchte das Volk auf dieſes ſchöne Feſt nicht wie auf andere Verzicht zu leiſten; es verband das⸗ ſelbe mit dem bedeutungsvollen Paſcha der Chriſten und war es denn nicht wie dieſes ein Feſt des neuen Lebens? Freilich war es nur das des neuen Lebens in der Natur, jenes aber das des innern Menſchen; aber es konnte doch bleiben und blieb auch und als der große Kaiſer Karl, der vor mehr als tauſend Jahren das deutſche Volk be⸗ herrſchte, den Winden und Monaten neue Namen gab, belegte er den Monat, in welchem gewöhnlich das Auferſtehungsfeſt fällt, der zugleich den neuen Frühling bringt, den April, mit dem vielſagenden Namen Oſtermonat(Ostarmanoth), den er noch jetzt trägt. Aber auch außer ihm erinnern an dieſe Göttinn Oſtara noch viele deutſche Namen von Orten, ſowie mehrere Eigennamen in der Geſchichte.

Bekanntmachungen von Behoͤrden. Arbeits ⸗Verſteigerung. (364) Montag den 4. Mai, Vormittags 10 Uhr, ſollen die zur Anlegung eines Waſſerbehälters zu Oberrosbach erforderlichen Arbeiten und Mate⸗ riallieferungen auf dem dortigen Rathhauſe an die Wenigſtfordernden in Accord gegeben werden. Hiervon beträgt nach dem Voranſchlag:

1) Maurerarbeitslohn 204 fl. 55 kr.

2) Steinhauerarbeit 85 ferner das Brechen, Anfahren und Setzen von 9 Cub. Klftr. Mauerſteinen und Cub. Klftr. Pfla⸗ ſterſteinen aus dem Oberrosbacher Gemeindebruche, Anliefern von 65 Bütten Großkarber Waſſerkalk, und Cub. Klftr. Sand.

Voranſchläge und Bedingungen liegen bis zum Termin auf dem Bureau des Unterzeichneten zur Einſicht offen.

Friedberg den 15. April 1840.

Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter

Rhumbler.

Bekanntmachung. (372) Dienſtag den 5. Mai, Vormittags 10 Uhr, ſollen in dem Local des Herrn Gaſtwirths Hierony⸗ muß dahier, die Reparaturarbeiten an den Kame⸗ ral⸗, Grundlaſten und Forſtgebäuden zu Friedberg, Butzbach, Ockſtadt, Ober- und Niedermörlen, Grie⸗ del, Rockenberg, Oppershofen, Kaichen, Büdesheim, Heldenbergen, Burggräfenrod, Vilbel, Rodheim, Oberrosbach, Winterſtein und Oberau, als: Mau⸗ rer⸗, Steinhauer⸗, Zimmer⸗, Schreiner⸗, Schloſſer, Glaſer⸗, Weißbinder⸗ und Pflaſterarbeit an die We⸗

nigſtfordernden in Accord gegeben werden.

Es wird dieſes mit dem Anfügen zur Kenntniß gebracht, daß nur ſolche Bauhandwerker zum Gebot zugelaſſen werden, welche die nach der Verordnung vom 31. Jauuar 1828 vorgeſchriebene Pruͤfung be⸗ ſtanden, oder bereits vor Erlaß derſelben Meiſter geworden waren.

Friedberg den 15. April 1840.

Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter Rhumbler. Bekanntmachung. (381) Dienſtag den 11. Mai l. J., Vormittags 10 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhaus die zur Ver⸗ laſſenſchaft der dahier verſtorbenen G. Schat's Ehe⸗ leute gehörende Hofraithe, in der Vorſtadt zum Gar⸗ ten Pag. und Nro. J. Eine Hofraithe, beſtehend in Wohnhaus, Anbau und Scheuer an Martin und Heinrich Heß gelegen, ſodann

Pag. und Nro. J, 11¾ Ruthen Garten zwi⸗ ſchen dem hintern Hirſchgraben.

Auf der Hofraithe ruhet eine Leesholzberechtigung aus dem Burgwald, abgeſchätzt zu 150 fl.

Friedberg den 23. April 1840.

In Auftrag großh. heſſ. Landgerichts:

Der Beigeordnete Bender. Mobilien-Verſteigerung.

(382) Dienſtag den 5. Mai l. J., Vormittags 9 Uhr anfangend, ſoll der Mobiliennachlaß der hier verſtorbenen G. Schat's Eheleute, in der Hofraithe in der Vorſtadt zum Garten, beſtehend in Bettung, Weißzeug, Zinn, Kupfer, Meſſing, Eiſen, Holzwerk, u. ſ. w, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden.

Friedberg den 23. April 1840.

In Auftrag großh. heſſ. Landgerichts: Der Beigeordnete Bender. Gras-Verſteigerung. (383) Montag den 4. Mai, Vormittags um 10 Uhr, ſolllin hieſigem Rathhauſef die Begraſung ſämmt⸗ licher ſtäͤdtiſchen Allmeyen öffentlich an den Meiſt⸗ bietenden auf 1 Jahr verpachtet werden als: Die Begraſung des Stadthofs, des Judenbegräb

Verfallz und au 7266, 7340, 7 7382, 7 755 1,7 7098, 7 7720, 7789, 7800, 7946, 9030, 9110 gl, deal, 8261, S255, 83160, 8344, 8360, 8400, 8128, 8443, 8473, 8192, Fri