Ausgabe 
21.9.1839
 
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266.

Schon früher iſt jedoch als das Vortheilhafteſte et

kannt worden, daß die eingehenden Naturalien

an Ort und Stelle verkauft, die Verſteigerungen bei annehmbaren Preiſen von den Localbeamten geneh⸗ migt und die Erlöſe ebenfalls an den Rechner eingeſendet werden und daſſelbe Verfahren iſt für dieſe Collecte von großh. Kreirath des Kreiſes Grünberg gewünſcht worden, wovon ich Sie ebenfalls in Kennt⸗ niß zu ſetzen mich beehre, damit Sie dieſem Wunſche gefälligſt entſprechen möchten.

Gießen am 9. September 1839.

K n er

vt. Krach.

Friedberg den 17. Sept. 1839.

Heute fand in hergebrachter Weiſe in hieſiger Burgkirche die feierliche Entlaſſung einer Anzahl theologiſcher Candidaten des evangeliſchen Prediger⸗ ſeminars Statt, deren Mittelpunkt eine ſalbungs⸗ reiche Rede des Herrn Directors Crößmann bildete.

Erfreuend iſt es zu bemerken, wie mit jedem Jahre ſich das Intereſſe an dieſer Feier und ſomit an der Anſtalt, ſowohl von Seiten der hieſigen Bewohner als auch der Geiſtlichen im ganzen Lande, hebt. Von Letz⸗ teren waren 97 anweſend. Mau darf ſo der feſten Hoffnung leben, daß in Erfüllung geht, was Herr Prä⸗ lat Köhler, welcher ebenfalls wieder anweſend war, bei Eröffnung des theologiſchen Seminars am Schluſſe ſeiner Rede ausſprach:möge die hieſige Anſtalt, gleich der aufgehenden Sonne, ihre Strahlen ſegnend über das Vaterland verbreiten! Möge von ihr, in Verbindung mit den beiden ihr zur Seite ſtehenden Pflanzſtätten für Unterricht, Licht und Wärme aus⸗ gehen, und belebend, erhebend und ſtärkend Herzen durchdringen, die ihrem Einfluſſe ſich öffnen.

Johann Ferdinand Schlez.

Am 7. September d. J. ſtarb zu Schlitz im 81. Lebensjahre Johann Ferdinand Schlez.

Geboren am J. Juni 1759 zu Ippesheim in Franken, jetzt zum Königreich Bayern gehörig, folgte er ſeinem Vater im Jahr 1781 in der Pfarrei ſeiner Vaterſtadt, wurde aber im Jahr 1799 nach Schlitz berufen, wo er nahe an 40 Jahre lang treuer Seelſorger und liebevoller Pfleger der Schulen war. Wäre er aber das allein geweſen, ſo würden wir keine Veranlaſſung haben, ſeiner in einem Blatte zu gedenken, das zunächſt für die Wetterau beſtimmt iſt. Durch ſeine manchfachen Schriften gehört er aber auch uns, ja gehört er ganz Deutſchland an; darum halten wir für Pflicht, ihm ein Kränzlein der Dankbarkeit auf ſein Grab zu legen. Oder verdiente es ein Mann nicht, der durch ſeineGe⸗ ſchichte des Dörfchens Traubenheim, ſeinenVolks⸗ freund, ſeinenOßwald unter ſeinen Hausfreunden und Kindern, ſeineGemeinfaßlich geordnete Natur⸗ geſchichte, ſeinenHausfreund, ſeineParabeln u. a. Schriften dem Volke ein trefflicher Lehrer war,

deſſenABC⸗Schüler,Kinderfreund,Leſebuch, Sittenlehren,Denkfreund ꝛc. in unzähligen Schu⸗ len eingeführt, tauſendfältige Früchte trugen als Kinder- und Schulſchriften? War er es nicht, der im engeren und weiteren Kreiſe Alles that, was in ſeinen Kräften ſtand, um gefährlichen Schlendrian, geiſtloſes Schulhalten geiſtloſer Menſchen, den alten Sauerteig aus den Schulen zu verbannen und die Schulſtätte zu einem glücklichen Aufenthalte fröhli⸗ cher Kinder zu machen? Der durch ſeinenGrego⸗ rius Schlaghart, durchLorenz Richards Unter⸗ haltungen mit ſeiner Schuljugend, durch ſeinHand⸗ buch für Volksſchullehrer ꝛc. die Lehrer von Ab wegen zu entfernen, auf eine beſſere Bahn zu leiten, Geiſt und Herz derſelben zu bilden, für ihren herr⸗ lichen Beruf vorzubereiten ſuchte? Darum nenne jeder Lehrer ſeinen Namen mit der ihm gebührenden Achtung! 5

Wer aber ſo wie er ein großes Feld hinter ſich ſieht, das er umzuroden, anzubauen und in eine frucht⸗ bare Flur zu verwandeln half, und dadurch ein Wohlthäter der Menſchen wurde, der vermag wohl am Abend ſeines Lebens im ſtillen Kreiſe der Sei⸗ nigen zufrieden auszuruhen von ſeiner Arbeit und mit eben ſo heiterem Blicke ins große Jenſeits zu ſchauen, wie er hinter ſich ſchaut. Den 6. Sept. beſuchte er noch einmal das Grab ſeiner Gattinn Johanna; den drauffolgenden Morgen pflegte er der Blumen im Hausgarten, und dann hgchlief er ſanft und ruhig ein, um hienieden nicht mehr zu erwachen.) f

Eines ſolchen glücklichen Endes war ein ſolcher trefflicher Mann, wie unſer Schlez, würdig. Er ruhe ſanft!

) Großh. heſſ. Zeitung Nro. 257.

Bekanntmachungen von Behoͤrden. 8 Guts ⸗Verſteigerung.

(924) Das von Pappenheimiſche adliche Gut in den Gemarkungen Wölfersheim und Södel, im Gan⸗ zen 325 Morgen, 1 Viertel, Ruthe an Acker⸗ land und Wieſen haltend, nebſt den Hofgebäuden zu Wölfersheim und der dazu gehörigen Schäferei und ſehr bedeutenden Holzberechtigungen ſoll im Termin

Mittwoch den 2. Oktober l. J., früh 10 Uhr, unter den alsdann bekannt gemacht werdenden und demnächſt ſowohl bei Unterzeichnetem als bei dem Adminiſtrator A. Weller zu Wölfersheim zur Ein⸗ ſicht offen liegenden Bedingungen, und zwar ſowohl

von Kaufli Specielle

tem, bei ben heim erhal Gießen a Del!

Gru 028) Mo 11 Uhr, sol laß des Nude in der Gema 1 Merkel 21 Thurm, r

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2 (90) Me 10 Uhr, wi Naguſſten, al ſteite Stühle J meſſingent bolteillen,! Siegelproſſe, Gegenſtände, auf dem Mil gelt.

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(991) Di uhr, wird auf dem Ve Juf. Negts.,

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955) D. ſcheitholz, nothig ſud, deb Bornulhe