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uns ſchon Lohn genug, wenn wir auch nur Einen vermocht haben, ſich ſorgfaltiger in ſeinen Umge— bungen umzuſchauen und aufmerkſam zu ſeyn auf die Schönheiten der Natur, die er vorher minder, als er ſollte, beachtet hatte.
Türkiſche Spruch woͤrter.
Ein kleiner Stein kann eine große Beule machen.— Mit einem Karren von Ochſen gezogen, kann man einen Haſen fangen.— Ein thörichter Freund bringt mehr Nachtheil als ein kluger Feind.— Man mag„Honig! Honig!“ rufen, ſo viel man will, und man wird doch kein ſüßes Maul bekommen.— Wer einen Freund ohne Fehler ſucht, wird keinen finden.— Er kauft eine Krähe fuͤr eine Nachtigall.— Ein Mann betrügt den andern, aber nur Einmal.— Es iſt ſchwer, einen Wolf bei den Ohren faſſen.— Man kann nicht zwei Melonen unter Einem Arme tragen.— Um ruhig zu leben, müßte man blind, taub und ſtumm ſein.— Alles, was du gibſt, mußt du bei dir tra⸗ 1 Mit einem Tropfen Honig fängt man mehr Fliegen, als mit einem Oxhoft Eſiz.— Wer den Armen giebt, giebt Gott.— Der Thor trägt ſein Herz auf der Zunge, der Kluge hält ſeine Zunge im Herzen.— Guter Wein und ſchöne Weiber ſind zwei liebliche Gifte.— Jedes Ereig— niß, das zu Thränen bewegt, iſt von einem andern begleitet, das ein Lächeln erregt.— Ein Ei heute iſt beſſer als eine Henne morgen.— Thue Gutes und wirf es ins Meer, wenn auch die Fiſche ſich nicht darauf verſtehen, ſo wird es doch Gott.— Wer Gott fürchtet, wird ſich vor Menſchen nicht fürchten.— Iſt auch dein Feind nicht größer als eine Ameiſe, ſo ſtelle dir ihn doch ſo groß vor, wie einen Elephanten.— Ein Weib iſt entweder das Glück oder der Ruin des Hauſes.— Selbſt der, der Alles weiß, wird oft betrogen.— Wer über Alles weint, wird bald ſein Augenlicht verlieren.— Im Geſpräche lernt man mehr, als durch Leſen.— Ein Freund iſt mehr werth, als ein Verwandter.— Es giebt mehr unſichtbare als ſichtbare Dinge.— Wer ein Miethpferd reitet, reitet nicht oft.— Traue nicht der Weiße ſeines Turbans, die Seife war auf Borg genommen.— Der Tod iſt ein ſchwarzes Kameel, das vor jeder Thüre nieder— knieet.— Beſuchſt du einen Blinden, ſo ſchließe deine Augen.— Blut wird nicht mit Blut, wohl aber mit Waſſer abgewaſchen.— Obſchon die Zunge keine Knochen hat, ſo zermalmt ſie doch Knochen.— Das Herz iſt ein Kind; es hofft, was es wünſcht.— Eßt und trinkt mit euerm Freund, aber verhandelt kein Geſchäft mit ihm.
Kaſſe fuͤr taubſtumme Konfirmanden. Für die Predigt 1c. des Herrn Prof. Sell, von deren Ertrag eine Kaſſe für taubſtumme Konfirmanden gegründet werden ſoll, iſt ferner bis heute eingegangen: Von Man Exempl. fl. kr. Herrn Pfarrer Hinkel in Vilbel 5 1. 42 Friedberg den 4. Januar 1839. 1 C. Binder nagel.
Bekanntmachungen von Behoͤrden.
N
Edictalladung. (23) Chriſtoph Lemp und deſſen Ehefrau An⸗ na Juliane zu Niederweiſel entliehen im März 1818 bei Conrad Ronſtadt zu Butzbach ein Ka— pital von 100 fl., wegen deſſen die Unterpfänder ſpäter dem Gläubiger adjudizirt wurden. Deſſen Er— ben wollen ſolche jetzt veräußern, können aber die Originalhypothek zur Löſchung nicht vorlegen, weß— halb alle, welche etwa Rechte auf dieſelbe in An— ſpruch nehmen wollen, zu deren Anzeige binnen 6Wo— chen unter dem Rechtsnachtheile hiermit aufgefordert werden, daß ſonſt ſolche unberückſichtigt bleiben und der Hypothekeintrag gelöſcht wird. Friedberg den 31. Dezember 1838. Großh. heſſ. fürſtl. ſolmſ. Landgericht
Hofmann.
Güter- Verpachtung. (27) Auf den Antrag der Kuratoren der Louiſe Groß, ſollen Montag den 28. l. M., Morgens 9 Uhr, in hieſigem Rathhauſe die derſelben gehörende, in den Gemarkungen Friedberg, Fauerbach und Ockſtaͤdt liegende Güterſtücke auf drei nach einander folgende Jahre öffentlich meiſtbietend verpachtet wer—
den.
Die Flurſchuͤtzen der betreffenden Gemarkungen ſind angewieſen, den Pachtliebhabern das Güterver— zeichniß vorzulegen.
Friedberg den 10. Januar 1839.
Der Beigeordnete Bender. Holzverſteigerung.
(41) Donnerſtag deu 24. d. M., Vormittags 10 Uhr, ſoll in dem hieſigen Gemeindewald, Diſtrikt Wagen-Kelder nachſtehendes Holz
1) 20 Stecken buchen Scheitholz,
355„ Prügelholz,
3) 5850 Stuͤck buchen Wellen,
4) 100„ 77„ und
A 0s„, eichen„ öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Die Zu— ſammenkunft iſt im Diſtrikt ſelbſt bei Nr. 1.
Die großh. Bürgermeiſter werden erſucht, die vorſtehende Verſteigerung in ihren Gemeinden be— kannt machen zu laſſen.
Obererlenbach den 15. Januar 1839.
Der großh. Bürgermeiſter Rupp.


