Ausgabe 
16.11.1839
 
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Intelligenzbla

für die

Vberhessen 1.

im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

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46.

Sonnabend, den 16. November 5 Amtlicher Theil. Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg

an die großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes.

Betreffend: Die Vornahme von Parzellen⸗Vermeſſungen während der Parzellenvermeſſung ganzer Gemarkungen.

digt werden. Friedberg den 8. November 1839.

In Folge eingelangten Schreibens großh. Oberfinanzkammer 1. Sect. weiſe ich Sie an, während des Betriebes der Parzellenvermeſſungen ganzer Gemarkungen die Vornahme von Privatvermeſſungen von Seiten patentiſirter und verpflichteter Geometer blos im äußerſten Nothfalle und alsdann nur unter der Bedingung geſchehen zu laſſen, daß dem betreffenden Kataſtergeometer vorher Anzeige davon gemacht und ihm die zur Bemerkung etwaiger Abänderungen in den Kataſteracten erforderlichen Notitzen eingehän⸗

Küchler.

Neue Ernde- Hoffnungen.

Es ſind noch keine vierzehn Tage her, daß im Geſammtgebiete des Großherzogthums Heſſen das ſchöne Dank- und Erndefeſt feierlich begangen wurde. Wir Wetterauer, denen der Himmel einen geſegne⸗ ten Boden verlieh und deren Hauptreichthum in dem Ertrage deſſen beſteht, was dieſer Boden liefert, hat ten vor Allen Urſache, bei dieſem Feſte mit dank⸗ barem Blicke gen Himmel zu ſchauen, woher uns auch dieſes Jahr eine ſolche Fülle von Früchten zu Theil wurde, daß wir auch diesmal wieder eine bedeutende Menge ablaſſen und dem Auslande zuzu weiſen vermögen. Wenn wir das im Allgemeinen ſagen können und ſagen müſſen, ſo wollen wir da mit nicht verhehlen, daß manche unſerer Produkte nicht gleich gut gediehen ſind. Baumfrüchte, nament⸗ lich Aepfel, Birnen und Zwetſchen haben nur in we⸗ nigen Strichen geerndet werden können. Auch die Sommerfrüchte ſind nur hier und da reichlich gewe⸗ ſen. Dagegen war die Ernde in Waizen und Korn

im Ganzen gut, und die Kartoffeln haben beſonders da, wo ſie während der langen Sommerdürre Feuch⸗ tigkeit hatten und ſpät geſteckt wurden, einen über⸗ reichen Segen abgeworfen.

Die kalten Tage, deren wir in unſerm vorletz⸗ ten Blatte erwähnten, waren bald zu Ende, und wir genoſſen ſeit 14 Tagen wieder ſolcher Tage, wie wir ſie um dieſe Jahreszeit kaum erwarten konn ten. Dadurch kam's, daß unſere Landleute Zeit gewannen, noch vieles von Dem zu beſorgen, was im Felde Noth thut.

Ganz beſonders wohlthätig bewies ſich aber die Witterung auf die junge Saat. Da wenigſtens, wo wir uns umſahen, ſteht dieſelbe ſo vortrefflich, wie wir nur wünſchen können, und hat, wie die Wetter⸗ auer ſagen, einen ſolchen Pelz gezogen, daß die Kornäcker ganz grün ſind und es faſt nicht möglich iſt, nur etwas vom Boden zu erblicken Das ſind neue Hoffnungen, ſowie neue Veranlaſſungen, dem großen Geber alles Guten dankbar zu ſeyn.