dperg un uguſt 1839. —
dberg Bußdut
1843
19— 1617 118— 15 /r
ermuntern mögen. , K. ermuntern mögen
Intelligenzblatt
für die
N 1
3 Lrovins
Vberhessen
im Allgemeinen,
den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
2
Sonnabend, den 10. Auguſt 0
1339.
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So eben iſt ein neues Büchlein erſchienen, das folgende beide Titel an ſeiner Stirne trägt: Yuſſuf⸗Paſcha und Lord Palmerſton oder die
Bad⸗Salzhaͤuſer Punctationen. Nebſt wich—⸗
tigen Revelationen und Beitraͤgen zur Ge—
ſchichte des ſiebenjaͤhrigen Krieges und der gegenwaͤrtigen orientaliſchen Wirren. Auch unter dem Titel:
Fuͤnfhundert Gulden fuͤr die Unabhaͤngigkeit des Vicekoͤnigs von Aegypten, oder Graf Puttli— poflipotolski und der Studioſus der Welt— weisheit Frohlieb im Conflict mit dem Schnei— dermeiſter Knipſcher im Bade zu Salzhauſen. Von einem alten Penſionaͤr.(Druck und Verlag von C. Bindernagel.“)
Wir glauben daſſelbe in doppelter Hinſicht un— ſern Leſern empfehlen zu können. 1) weil es hu⸗ moriſtiſcher Natur iſt und der Menſch dann und wann in ſich das Bedürfniß fühlt, ſey es über frem⸗ den oder über eigenen Humor ſein Zwerchfell durch Lachen etwas zu erſchüttern, und 2) weil die Haupt⸗ handlung in unſerer Wetterau ſpielt, der Herr Ver— faſſer darum auch vorzugsweiſe die Wetterauer im Auge hat und ſie nicht ganz ohne Moralia weg— gehen läßt. Was den erſten Punkt betrifft, ſo wol⸗ len wir unſern Leſern hier zvei Stellen aus dem Werkchen ſelbſt mittheilen, welche das Geſagte nicht mur belegen, ſondern auch zum Leſen des Ganzen
II.
——. Am ſpäten Abend deſſelbigen Tages, gerade zu
Stunde, da die Schnurren oder Pudeln in Gießen
*) Daſſelbe koſtet 36 kr.
von Wirthshaus zu Wirthshaus wanderten und über— all, wo das Biergeſumſe der den verſchiedenen Wiſſen— ſchaften befliſſenen Jugend ertönte, die Feierſtunde verkündigten(welche Stunde[Feierſtunde genannt wird, wie lucus a non lucendo, das heißt weil nach ihr die Studentengottheiten— Vulkan, der Gott der Tabakspfeife, Bacchus, der Gott der Weinwitze, und Cereviſius, der Gott der Bierwitze— nicht mehr gefei— ert werden ſollen), zu dieſer Stunde trug es ſich zu, daß aus einem der Carcerfenſter eine menſchliche Geſtalt heraus balancirte, und ſich leiſe, leiſe an dem Zipfel eines zerſchnittenen und an einander ge— knüpften Bettuches zur Erde nieder ließ— welches halsbrechende Manövre im Mondenſcheine gar ſchauer— lich anzuſehen war. Als dieſe Geſtalt,(wie der Leſer merkt, war es die des Studioſus der Welt— weisheit Frohlieb) noch etwa acht bis neun Fuß von der Erde entfernt war, wollte eben eine Perſon, welche einen großen dreieckten Hut auf dem Kopf ſitzen hatte und einen andern vor ihr hergehenden Menſchen am Rockzipfel feſthielt, unter ihr hinweg— ſchreiten mit den Worten:
— Marſch, du Schelm, auf die Polizeiwache!
Frohlieb, welcher meinte, dieſe Worte gälten ihm. ließ aus Schrecken den Zipfel des Tuches fahren. Er fiel, aber nicht auf die Erde, ſondern auf die Naſe desjenigen, deſſen Worte ihn ſo ſehr erſchreckt hatten. Der große dreieckte Hut ſchob ſich dem Letz— tern über die Augen herab und der Student machte mit Entſetzen die Entdeckung, daß er auf dem Rücken eines Polizeidieners ſaß, deſſen Kopf zwiſchen ſeinen Beinen ſteckte.
— Alle Teufel, was iſt denn das für ein Eſel, auf dem ich reite! rief Frohlieb.
— Prrrr.... Alle gute Geiſter loben Gott den Herrn! Ziehe von mir Satan! ſchrie der Poli— zeidiener, wickelte ſich aus Frohliebs Beinen los und lief davon.


