Ausgabe 
7.12.1839
 
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Concurrenz⸗Eroͤffnung.

Die Stelle des Kaſſiers des Mathildenſtifts des I. Bezirks wird erledigt werden. Fähige Bewer⸗

ber haben ſich binnen 14 Tagen bei dem Präſidenten des Mathildenſtifts anzumelden.

Hundsgeſchichte oder etwas mehr.

Ein Kauf⸗ und Handelsmann in einer an⸗ geſehenen Stadt am Rheine beſuchte vor nicht gar langer Zeit unſere Wetterau, wie das oft geſchieht. Wir wiſſen nicht genau, ob er in Frankfurt oder der Umgegend Geſchäfte ſchon gemacht oder noch hat machen wollen; das aber wiſſen wir, daß er in der Wetterau ſeine Verwandten beſuchte, welche Schreiber dieſes kennt und achtet. Nun iſt uns ja allen zum Theil an uns ſelbſt bekannt, daß man manchmal einen Zeitvertreib in der Hand haben muß, entweder eine Pfeife, oder einen Stock, oder, beſonders am Tiſch, ein Brodkrümmchen zum Kugel⸗ drehen und dergleichen. Unſer Landsmann hatte eine Gerte, als er ſich auf der Heerſtraße befand, die von Grünberg nach Friedberg fuhrt. Die Gerte fällt, oder er wirft ſie hin und will ſpater ſeinen Compagnon, nämlich einen gewandten Pudel, auf die Probe ſtellen, ob er auch ſein Eigenthum von fremdem zu unterſcheiden vermag.Such' verloren, ruft er ihm zu, und der Hund macht ſich auf den Weg, um zu ſuchen. Der Herr wartete eine Zeit lang; der Hund kommt aber nicht wieder zurück. Der Herr wendet endlich um und gelangt bis zu der Stelle, wo er die Gerte hingeworfen, der Hund iſt nicht da. Das iſt doch eigen, denkt er bei ſich ſelbſt; wo mag der Hund wohl hin ſeyn? Und indem er noch eine Zeitlang auf ſeinen Hund wartet, und ſeinetwegen in einige Verlegenheit geräth, ſiehe da kommt er auf einmal in aller Haſt gelaufen und apportirt nicht die weggeworfene Gerte, ſondern die Brieftaſche, in welcher der Herr eine Summe von zwanzigtauſend Gulden in Papieren aufbewahrt hatte. Der Herr iſt wie vom Donner gerührt; die Brieftaſche mit zwanzigtauſend Gul⸗ den verloren, ohne es zu merken, von dem Hunde wiedergebracht, der eine Gerte apportiren ſoll, das iſt auch keine Kleinigkeit! Und wir ſind überzeugt, Jeder von uns, dem ſo etwas begegnet wäre, würde nicht minder von Schrecken und Freude zugleich er griffen worden ſeyn. Jeder von uns wuͤrde aber auch dem wackeren Hunde einen recht herzlichen Dank durch zweifachesBravo mein Hündchen gebracht haben. Wir vermuthen ſtark, daß es hier geſchah, obgleich uns nichts davon geſagt wurde.

Kaſſe fur Taubſtumme- Konfirmanden. Für die Kaſſe für Taubſtumme-Konfirmafiden iſt eingegangen: Von P. S. 44 kr. Friedberg den 29. November 1839. Roller.

Bekanntmachungen von Behoͤrden. Hofraithe-Verſteigerung. (1136) Montag den 6. Januar 1840, Vormit⸗ tags um 11 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhaus die Hofraithe der Heinrich Königs Eheleute dahier, Pag. 56. Nro.% 73 beſtehend in Wohnhaus, Scheuer und Stall auf dem Hauck, neben Heinrich Waas gelegen, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden.

Friedberg den 14. November 1839. In Auftrag großh. heſſ. Landgerichts: Der großh. heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz. Stroh-Verſteigerung. (1182) Mittwoch den 11. Dezember l. J., Vor⸗ mittags um 10 Uhr, ſollen bei Gaſtwirth G. Oh⸗ meis dahier 26 Fuder Roggen⸗

12 Waizen⸗ 3 %»Wir

38 Gebund Schotenſtroh, ferner 1 Malter Wicken, 4 Meſten Linſen, Meſte Erbſen und 3 Malter Nachfrucht, ſowie eine große Parthie Spreu und Keil öffentlich meiſtbietend verſteigert werden, wozu man die Steigliebhaber einladet. Obererlenbach den 24. November 1839. Die Hochgräflich v. Ingelheim'ſche Rentei Ehehalt. Holz-Lieferung. (1201) Freitag den 27. d. M., Vormittags um 10 Uhr, wird die Lieferung von circa 100 Stecken buchen und 100 Stecken eichen Scheitholz für die Garniſon Friedberg auf dem Militär-Verwaltungs⸗ büreau dahier verſteigert. Friedberg den 5. December 1839. In Auftrag: Golz, Oberquartiermeiſter. Bekanntmachung. (1202) Die auf Montag den 23. Dec. angekün⸗ digte Verſteigerung der Immobilien des Balthaſar Kappes findet nicht ſtatt, was hiermit zur allgemei⸗ nen Kenntniß gebracht wird. Friedberg den 5. Dezember 1839. In Auftrag großh. Landgerichts Der großh. heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz.

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