Ausgabe 
23.6.1838
 
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dberg und m 1838.

Butzbach N kr. pf.

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Intelligenzblatt

für die

Mi dem iſten Juli kann auf dieſes Intelligenzblatt für das zweite halbe Jahr mit 40 kr.

trag jedoch voraus zu bezahlen iſt.

abonnirt werden, welcher Be⸗ Carl Bindernagel.

Ein Abend in dem Garten des Herrn Gaſt halters Simon zu Vilbel oder der evange liſche Singverein daſelbſt.

Cook und andere Seefahrer umſegelten die Erde; wir durcheilen dann und wann mit dem Hute und Stocke in der Hand die Nähe. Das thaten wir auch geſtern. Der eingeſchlagene Weg führte uns durch das geſellige Vilbel. Es war gegen Abend; die Sonne ſandte ihre letzten Strahlen über den Taunus. Unſer Magen lag uns ziemlich quer. Um ihm die gehörige Richtung wieder zu ver⸗ ſchaffen, kehrten wir im Gaſthaus zum Engel ein. Ein frugales Abendbrod verzehrten wir in dem mit ſchönen Anlagen gezierten Garten des Hrn. Simon. Während wir dieſes thaten, ertönte auf ein Mal der Choral:Chriſtus iſt mein Leben ꝛc. dreiſtim⸗ mig. Ein feierlicher Choralgeſang macht auf das Gemüth einen wunderbaren Eindruck; wir wurden wahrhaft erbaut an jenem und noch andern Chorälen. Dann folgten einige Lieder, von denen unsdie Lerche, von Herrn Rektor Müller componirt, durch das Liebliche der darin ſchwebend gehaltenen Sehnſucht und das aus der Erk'ſchen Sammlung bekannte:die Sonn' erwacht durch ſeine Harmo nie und Kraftfülle beſonders gefielen. Daß wir uns nach der Bedeutung, dem Zwecke ꝛc. erkundig⸗

ten, liegt nahe. Führen wir Nachfolgendes von

dem Erfahrnen an: Im Laufe dieſes Winters haben ſich in Vilbel

zwei Singvereine gebildet. Der eine, ſeit Oſtern gegründet, bezweckt die Verbeſſerung des evangeliſchen, der andere, etwas früher gegründet, die des katho liſchen Kirchengeſangs. Wir hörten den erſteren. Er beſteht aus 90 bis 100 Mitgliedern und wird von den Lehrern, Herrn Gruner und Perron geleitet. Am Anfange ſoll derſelbe viele Hinderniſſe von Außen zu überwinden gehabt haben; jetzt ſind dieſelben als aus dem Weg geräumt zu betrachten. Man glaubt, dieſe Hinderniſſe hätten die Anzahl der Mitglieder vergrößert; auch eifriger ſagt man ſeyen ſie geworden. Iſt dem ſo, ſo haben diejenigen, welche dieſe Schwierigkeiten veranlaßten, den aufrichtigſten Dank des Vereins rechtlich in Anſpruch zu nehmen.

Das ſind die eingezogenen Bemerkungen, an die wir noch einige anſchließen wollen.

Was die Fortſchritte betrifft, ſo muß ich beken⸗ nen, daß es alles Mögliche iſt, in ſo kurzer Zeit unter den obwaltenden Umſtänden ſo viel zu leiſten. Die Lehrer laſſen nach der Müller'ſchen Geſang lehre nach Ziffern ſingen; das ſoll getadelt worden ſeyn. Ihre Leiſtungen unterdruͤcken den Tadel ſchla gend. Das Zeichen der Darſtellung eines Ton's iſt Nebenſache; die ſichere Erreichung des Ziels das iſt und bleibt die Hauptſache. Sowohl den Stiftern, als auch den Mitgliedern gebuͤhrt ver dientes Lob. Unter den letztern befinden ſich die angeſehenſten Bürger, Bürgersſöhne und Bürgers töchter. Selbſt der Bürgermeiſter, Herr Hinkel,