Intelligenzblatt
für die
berhes sen
im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
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Sonnabend, den 21. April
1833.
4 5 Amtlicher Theil.
Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an ſaͤmmtliche großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes.
Betreffend: Die Errichtung eines Denkmals für Se. Königl. Hoheit den Höchſtſeligen Großherzog von Heſſen, Ludewig J.
Von großh. Miniſterium des Innern und der Juſtiz iſt verfügt worden, daß die für das Ludwigs— monument ſubſcribirten Beiträge der Gemeinden, Staatsdiener und Privaten durch die betreffenden Ge—
meinderechner erhoben werden ſollen.
Ich laſſe Ihnen daher gleichzeitig mit dieſem die deßfallſigen Subſcriptionsliſten unter dem Auftrage zugehen, ſolche alsbald den Gemeinderechnern mit der Weiſung zu behändigen, die Erhebung der Beträge unverzüglich zu beginnen, und dieſelben ſofort längſtens binnen 4 Wochen an mich unter Beiſchluß der betr.
Liſten einzuſenden.
Den Rechnern werden ſie eröffnen, die Liſten ſauber zu erhalten, da ſie als Einnahmebelege zur dem
nächſtigen Rechnungsſtellung benutzt werden müſſen. Friedberg den 19. April 1838.
Der großh. heſſ. Kreisrath des Kreiſes Friedberg
Küchler.
Der dritte Oſtertag zu Friedberg.
Der dritte Feiertag pflegt in der Regel nicht immer ſehr würdig begangen zu werden. Bei uns machte er eine ſo ehrenvolle Ausnahme, daß wir unrecht haben würden, wenn wir eine Erwähnung,
wie wir ihn gefeiert, unſern Leſern vorenthalten wollten.
Es fand nämlich an dieſem Tage das Feſt der Entlaſſung der Zöglinge des hieſigen Prediger-Se— minars und zwar auf recht würdige und wahrhaft herzerhebende Weiſe ſtatt. Um zehn Uhr rief das Geläute der Glocken von dem Thurme der Burg- kirche die Betheiligten wie das Publikum in das Gotteshaus. Sobald der anweſende Hr. Prälat Köh— ler und Hr. Superintendent Simon, die ſämmt⸗ lichen Geiſtlichen des Ortes, denen ſich mehrere aus der Umgegend angeſchloſſen hatten, und Lehrer des Prediger⸗Seminars mit den Zoͤglingen in der Kirche
eingezogen waren, begannen die letzteren das erſte der 3 dazu beſonders abgedruckten Lieder,„Der du ſtets unſre Zuflucht biſt“ ꝛc. Nach der Beendigung dieſes Geſanges hielt Herr Direktor Crößmann vor dem Altare eine treffliche, durch Gedankenreichthum ſich auszeichnende Rede, worin er hauptſächlich den Gang bezeichnete, den die Bildung des Geiſtlichen fürs Leben und Wirken hat. Auf dieſe Rede folgte der feierliche Geſang des hierzu eigens gedichteten ſchöͤnen Liedes: Du, Herr, haſt gnädig uns beſtellt, Zu wandern in das Erndtefeld, Wo deine Lieb' die edle Frucht Des Glaubens und der Liebe ſucht. Die Erndt' iſt groß, das Feld iſt weit: Noch lieget Nacht und Licht im Streit. O Vater, unſre Jünglingsbruſt Durchglüht hochheil'ge Thatenluſt. Das Licht ſoll ſiegen und dein Wort! Dein Wort iſt Licht und unſer Hort:


