Ausgabe 
25.11.1837
 
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im e den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

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Sonnabend, den 25. November

1837.

Zur Beherzigung fur reiche und zum Troſte für arme Eltern.

Es liegt in einer entbehrungsreichen Jugend ein unendlicher Segen, dieſe Wahrheit trat dem Einſender, deſſen entbehrungs reiche Jugend ihm auch zum Segen wurde, wieder recht lebhaft vor Augen, als er folgende Stellen in SickelsErziehungslehre für gebildete chriſtliche Mütter las und die er hier mit dem Wunſche mit⸗ theilt, daß arme Eltern, welche ihren Kindern am

Weihnachtsabende nur ſehr wenig bieten können,

Troſt daraus ſchöpfen, daß aber auch wohlhabende Eltern den Wink des erfahrnen Mannes nicht un⸗ beachtet laſſen möchten:

Die erſte Regel, welche Eltern befolgen muͤſſen, wenn ſie ihr Kind wahrhaft liebhaben, und ſeine Freude nicht mehr ſtören als mehren wollen, iſt, daß ſie nicht zu freigebig mit ihren Geſchenken ſind. Ein Kind, das mit Spielſachen zu reichlich beſchenkt wird, achtet ſie gewohnlich gar nicht, freut ſich wenigſtens nicht ſo des Einzelnen, als wenn es daſſelbe allein hätte, und wird, weil es die Spiel⸗ ſachen nicht achtet, ſehr leicht in den Fehler ver⸗

fallen, ſie muthwillig zu verderben.

Es geht dem Kinde mit den Spielſachen wie mit den Eßwaaren. Wie übermäßiges Eſſen ſeiner Geſundheit nachtheilig iſt, und wie es ſich dadurch den Magen verdirbt, ſo macht das Uebermaß in Geſchenken gegen dieſelben gleichgültig. Freuet ſich nun aber das Kind nicht mehr der Sachen, die es beſitzt, ſo verfällt es leicht noch in einen andern Fehler;

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es wird ungenügſam, und ſeine Anſprüche ſind um ſo weniger zu befriedigen, je mehr man darauf be⸗ dacht iſt, alle ſeine Wünſche zu erfüllen. Wie der Reiche mitten unter ſeinen Schätzen oft unzufrieden iſt, ſo geht es auch dem überreichen Kinde. Es achtet nicht, was es hat, und begehrt nur immer etwas Neues, das ihm dann wieder ſehr bald etwas Altes wird. Dieſe Ungenügſamkeit ſtört aber nicht nur die Freude ſeiner Kindheit, ſondern ſie begleitet es auch in das Leben, und Menſchen, die als Kinder durch überreiche Geſchenke verwöhnt wurden, ſind gewöhnlich ihr ganzes Leben hindurch unbeſcheiden in ihren Auſprüchen. Möchten dies beſonders die Eltern am Weihnachtsfeſte beherzigen, und nicht dem übertriebenen Aufwande unſerer Zeit auch beim Einkaufe der Weih- nachtsgeſchenke huldigen!

Hiſtoriſche Mis zellen. (Friedberg betreffend.) (Fortſetzung.)

Anno 1306 den 26. Juni wurde der hohe Altar in der Pfarrkirche zu Friedberg durch den Biſchof Siegfried von Chur feierlich eingeweiht.

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1309. Schöffen und Rath zu Friedberg beſtim⸗ men, daß jeder in der Stadt aufzunehmende Menſch, Mann wie Frau(nur Fürſten, Grafen, Dynaſten, und Geiſtliche ausgenommen) 20 Schilling köln. Den. zum Bau der Mauern, 9 Schill. zum Bau der Kirche und ein Viertel dem Burggrafen entrich⸗ ten ſolle.

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