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Derſelbe an dieſelben. 1
Betreffend: Die Geſuche um Straferlaß.
Nachſtehende in Nro. 10 des diesjährigen Regierungsblatts enthaltene Miniſterial-Bekannt⸗ machung haben Sie dem verſammelten Gemeinderathe ihrem ganzen Inhalte nach zu eröffnen, und mit dieſem dahin zu wirken, daß dieſelbe möglichſt zur allgemeinen Kenntniß in Ihren Gemeinden gelange.
Friedberg den 30 ſten März 1837.
„Es haben ſich in neuerer Zeit die bei uns einkommenden,
Küchler. meiſt unbegründeten, Straferlaßge⸗
ſuche ſo ſehr vermehrt; es wird hierdurch ſowohl uns, als den Behörden, welche die Strafen erkannt
haben, eine ſo zweckloſe Arbeitslaſt, den Supplic
ſtenaufwand erzeugt, daß wir nicht umhin konnen, brauchs eintreten zu laſſen.“
anten ſelbſt aber ein ſo unnöthiger und unnützer Ko⸗ die geeigneten Maaßregeln zur Abſtellung dieſes Miß⸗
„Ein großer Theil dieſer Geſuche entſteht durch den vielverbreiteten, aber durchaus irrigen
Glauben, man müſſe eine Bitte, währung erhalten;
ein Geſuch ein Mal abgeſchlagen worden iſt, werth ſind, ohne weitere Entſchließung lediglich zu „Die Behörden aber, ſich durch die Behauptung oder auch dieſe Beſcheinigung ausgeſtellt ſeyn, halten zu laſſen.“ Darmſtadt am 1. Februar 1837.
die bereits abgeſchlagen, nicht ſelten aber wird auch der Gnadenweg lediglich in der unlautern Abſicht einge⸗ ſchlagen und wiederholt, um dadurch die Vollſtreckun
„Wir bringen daher zur Kenntniß derer, welche es betrifft, Grunden eine Milderung der erkannten Strafen im Wege der Gnade
g der wohlverdienten
nur wiederholen und werde alsdann doch Ge—
Strafe zu verzögern.“ daß überhaupt nur aus beſonderen zu erwarten iſt, daß jedoch, wenn
ſolche Wiederholungen, welche keiner Berückſichtigung den Acten genommen werden ſollen.“ b 1
welchen die Vollſtreckung der Strafen zuſteht, werden hiermit angewieſen, Beſcheinigung, eines eingereichten weiteren Straferlaßgeſuchs, möge von wem ſie wolle, in Vollſtreckung der Strafe durchaus nicht auf⸗
Großherzogl. Heſſ. Miniſterium des Innern und der Juſtiz.
du Thil.
Prinz.
Noch einige Worte uͤber lebendig Begrabenwerden. (Aus dem allg. Anzeiger d. Deutſchen.)
Den Tod des Verbrechers öffentlich auf dem Richtplatze leiden, iſt Kleinigkeit, iſt Labſal gegen das Erwachen und Erſticken im Grabe! Hier wird man von den Armen des Todes im düſteren Grabe ergriffen, ohne Vorbereitung, mit dem heißeſten Verlangen nach Leben, ohne Schuld, ohne alle Mitwiſſenſchaft, und ohne jenes beruhigende Be⸗ wußtſeyn, durch ſeinen Tod irgend einem Geſchöpf nützlich zu ſeyn! Und nun die körperlichen Martern dieſes Todes! die toͤdtliche Beängſtigung; die er⸗ ſtickende Zuſammenſchnürung der Bruſt; das Strö⸗ men des Blutes nach dem Kopfe; das convulſivi⸗ ſche Zittern des ganzen Korpers; die vergebliche Anſtrengung der Muskeln, um die drückende Laſt abzuwälzen; der Geruch der benachbarten Leichen! Laßt ſich etwas Schauderhafteres denken?!
Folgt ihm nach in jenes dumpfe Grab, das erſt geſtern ſeinen betäubten, nicht todten Bewohner empfing. Eben jetzt verläßt ihn ſeine Betäubung, ſeine verſchlafenen Lebenskräfte ermuntern ſich, das
Herz bekommt ſeinen Schlag, die Seele ihr Be⸗ wußtſeyn wieder: er öffnet ſeine Augen; um ihn iſt alles finſter und öde: er will nach Erfriſchungen greifen, vergebens, er fühlt ſich zwiſchen Brettern eingeengt, die das Ausſtrecken ſeiner Arme verhin⸗ dern. Er ächzt, weint, ruft, fleht, will Alles um eine einzige Labung hingeben, umſonſt, er ſchmach⸗ tet unerhört. Nun fängt er an, ſein Elend zu ahnen, nun werden ſeine Ahnungen ihm zur Ge⸗ wißheit: daß er, für todt gehalten, hier im Grabe den Tod empfangen ſoll. Nun durchſtreichen alle Bilder der Vergangenheit ſeine Seele: ſein Weib, ſeine Kinder, ſeine ſonſtige Umgebungen. wird die Luft ihm zu enge, ſeine Kräfte verdoppeln ſich unter ſeiner Arbeit; ſeine Bruſt regt ſich rö— chelnd: ſein Geſicht glüht, das Blut entſtürzt ihm aus allen Oeffnungen, die Angſt überwältigt ihn; er reißt die Haare aus; zerfetzt ſeinen Leib; er wälzt ſich in Blut und Unrath. Und nun ſtrengt er ſeine letzte Kraft an, ſeine Hände gegen den allein gütigen Schöpfer zuſammenzufalten und um baldige Erlöſung zu flehen. Nun erſt entfährt ihm ſein
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