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Intelligenzblatt
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im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
44.
Die Wetterau im Oktober. Das uralte Spruchwort, dem man den frommen Sinn unſerer Väter ſo recht an der Stirne anſieht,
l»der Menſch denkts, Gott leikts⸗ hat ſich in dieſem Jahre bei uns wieder ganz be⸗ währt. Denn als im Sommer der Regen zu lange ausblieb, da wollte gar Mancher ſchon verzweifeln, und wir hatten Noth, nur an das Sprüchlein, daß
die Sonne noch keinen Bauer zum Lande hinaus
geſchienen habe, zu erinnern. Indeſſen hatten unſere
Landleute ihre Winterfrüchte eingethan, und mehr
und beſſere erhalten, als ſie erwarten konnten. Es
gab auch, wenn ſchon nicht überall viel, nachher
Gerſte und Hafer. Als wir aber in Nro. 33 unſers Blattes die Hoffnung ausſprachen, wir würden Kar⸗ toffeln bekommen, da zuckten Viele zweifelnd die Achſeln. a
Indeſſen brachte uns der 25. Auguſt, ſein Vor⸗ gänger und Nachfolger, einen wahrhaft gedeihlichen Regen. Nun wurden die Wieſen und Raine wieder grün, und es gab an vielen Orten noch Grummet, wo man ſchon alle Hoffnung dazu aufgegeben hatte. Was aber das Vorzüglichſte für uns war, unſere Kartoffern bekamen friſchen Muth zum Wachſen
und auch Kraft und Saft dazu. Das ſahen wir
jetzt, als es an das Einſammeln ging.
Die meiſten Landleute erndten eine weit großere Quantität, als ſie erwarten konnten, und ſie haben nicht Hände genug, um den Segen einzuleſen, und
i Manchem reicht ſein Keller nicht hin, um alles unter und er muß die übrigen in Gruben Das thut aber gar nichts; ſie bleiben im
zu bringen, bergen.
Sonnabend,
den 31. Oktober 1835.
Gegentheil den Winter hindurch, wenn man die Grube nicht an einen verkehrten Ort gemacht hat, friſcher als in den Kellern. Nur im Frühjahre möchte zu rathen ſeyn, ſie an trockene Orte zu brin⸗ gen, wenn man ſie den Sommer hindurch noch gebrauchen will.
So wären wir denn abermals zu unſrer Be— ſchämung gegen eine Hungersnoth reichlich geſchützt, und diejenigen von uns Wetterauern, welche from— men Sinn haben, werden nicht vergeſſen, dem lieben Gott für ſeinen Segen zu danken. Sie werden aber auch dabei ihrer Brüder nicht vergeſſen, welche nichts einzuſammeln haben.
Insbeſondere empfehlen wir ihnen die unglücklichen Bewohner von Ulrich⸗ ſtein, welche durch eine in der Nacht vom 7ten auf den Sten Oktober entſtandene Feuersbrunſt faſt um alle Habe gekommen ſin d.) a
Der Schuhmachergeſelle.
Es findet ſich manchmal unter dem Kittel oder dem abgeſchabten Wams eine ſo hochherzige Seele, daß man geneigt wird, den Kittel- oder Wammes⸗ träger zu umarmen, und wenn man Kronen zu ver⸗ geben hätte, dem, der in ihm ſteckt, wenigſtens die Bürgerkrone auf das Haupt zu drücken. So einer war jener Schuhknecht, von welchem uns öffentliche Blätter Folgendes berichten:
) Profeſſor Dieffenbach zu Friedberg iſt bereit, Gaben für ſie in Empfang zu nehmen, und durch ſſchere Hand den Unglücklichen zukommen zu laſſen.


