Ausgabe 
31.1.1835
 
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ſelben Jahre 1834, worin der Bau au; er auch beendigt werden konnte.*

Zur Einweihung wünſchte man einen Sonntag, auf daß eine kirchliche Feier damit verbunden werden könnte, und ſo wurde denn der 11. Januar des

neuen Jahres dazu beſtimmt. Bald nach der An⸗ kunft des großherzoglichen Kreisraihes von Fried berg, dem ſich der Profeſſor Dieffenbach als Freund des Unterrichtsweſens beigeſellt hatte, ver⸗ ſammelte der Lehrer ſämmtliche Schulkinder in dem bisherigen Schullokale. Als während des Geläutes die Gemeinde ſich in der Kirche verſammelt, ging er mit denſelben um 11 Uhr dahin. Hinter ihnen kam der Geiſtliche des Ortes nebſt dem groß⸗ herzoglichen Kreisrathe, hierauf der Bürgermeiſter mit den beiden Schulvorſtehern. Sobald der Geſang beendigt war, betrat der Geiſtliche die Kanzel, und indem er mit Benutzung des Evangeliums von der Heiligkeit und Wichtigkeit der Erziehung und des Unterrichtes ſprach, knüpfte er an das 0 das Beſondere in herzlicher Rede.

Nach Beendigung des Gottesdienſtes begab ſich der Zug in derſelben Ordnung nach dem neuen Schulhauſe, deſſen grün geſchmückter Eingang die Feier verkündete. Das Schulzimmer ſelbſt war mit Guirlanden geziert und in der Mitte gewahrte man auf einer Tafel mit vernehmlicher Schrift die Worte: Wie heilig iſt dieſe Stätte!

Nachdem die Schuljugend Platz genommen und den ChoralLobet den Herrn⸗ zweiſtimmig recht ſchoͤn begonnen und durchgeführt, die Gemeinde im Chor ihn beendigt hatte, ſprach zuerſt der Geiſtliche einige erhebende Worte in Beziehung auf den ange⸗ ſchriebenen Spruch, und ertheilte dann feierlich den Segen. Hierauf hielt der Kreisrath einen kurzen und kräftigen Vortrag, worin er beſonders die Kinder zur Dankbarkeit an ihre Wohlthäter, zur Frömmigkeit und Tugend ermunterte. Damit aber der Entſchluß, den ſie in feierlicher Stunde gefaßt, ſich an etwas knüpfe, mußte jedes derſelben her⸗ vortreten und dem Kreisrathe, dem Pfarrer und Lehrer die Hand reichen. Dieſe einfache Hand⸗ lung that eine ſolche Wirkung, daß aller Anweſen⸗ den Augen ſich mit Thränen füllten.

Als Zeichen der Erkenntlichkeit für den Lehrer und zur freudigen Erinnerung für die Kinder er hielt zum Beſchluſſe der Lehrer eine große Bretzel,

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Fremde ſchon zu viel.

des der Schulkinder eine ue 10 15 uu wir 5 nach Ser nahmen.* 1 0 daß Nachdem die Kinder ſich Tce e be⸗ f

ſo herzlich Theil genommen hatten an der Feier, und denen dieſer Tag gewiß unvergeßlich ſeyn wird, 1 erſt recht Zeit, ſich in dem neuen Hauſe umzuſehen,, der in dem Schulzimmer beſonders die bequeme Ein⸗ N richtung der neuverfertigten Subſellien ſo wie des fen Catheders ꝛc. zu betrachten, da ihnen 195 Sachen bir zum Theil fremd waren. i

Nach der Feier war der Geiſtliche ſo gefollig, Vue die Herren von Friedberg, den Lehrer, ſo wie den[ men

kamen die meiſten Glieder der Gemeinde, die alle 0 fin

Burgermeiſter und die Mitglieder des Orts⸗Schul⸗ daß

vorſtandes zu einem Mittagsmahle einzuladen. Gerne Jud

hätte auch die Gemeinde den Tag mit einem Tänz⸗ Lern

chen gefeterkz da ſie aber erſt einige Tage zuvor 1 daß einen Tanz gehalten, ſo ſchien's angemeſſener, ihn geſc in der Stille zu beſchließen. 0 Het Genug für jetzt hiervon, vielleicht wär's fur Hob Unſern Leſern aber, welche daß den richtigen Maasſtab hierzu in dem Inneren ha- 50 ben, wird's ſo hoffen wir nicht zuviel ſeyn. 5 Möchten dieſer armen Gemeinde recht bald wohl⸗* ken, habendere Gemeinden folgen und ſich ein bleibendes[ her

Denkmal ihres Sinnes für das Höhere und Beſſe ere fire gründen! N 2

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5 5 Zeiten des dreißigjaͤhrigen Krieges. 4 da Fünfte Gabe. 1 ene Grunelius, Bürger zu Friedberg, Soln Eu

des Pfarrer Grunelius zu Oſſenheim, hinterließ ſeiner 4 Familie ein Regiſter, worin er Mancherlei aus ſeinem 4 G0 Leben mittheilt. Hier geben wir aus demſelben die Erzäb⸗ 1 der lung der Kriegsſcenen zu Friedberg in dem Jahr 1640, in 1 Ve

welchem die Stadt ganz beſonders heimgeſucht wurde.. Di

Den 3. January ao. 1640 kamen die Roſſaiſche! S0 Völcker in die Statt mit Accort, Verſprachen zwar aua anfangs, ſie Woldten die Statt nicht mit Volck be⸗ 1 gen legen, nuhr Ein man oder 16 oder 20 Woldten ſte] lu Vnß alß Salvequarten alhie laſſenging aber Nach⸗ 1 0 gehendß Vil anderſt her, dan denſelbigen abendt u alß den 3 Januarj. Muſt Vnſer Hauptman noch in G1

der Nacht, alß ſchon die thor Verſchloſſen Wahren, lau

Vndt die Bürger die Wacht hiltten, mit ſeiner m Compagnj auß Burg, Vudt Statt, Vors Mäntzer bei thor, in die Vor Statt den 4 Januarj. Connfoirt⸗

ren ten ſie die Roſſaiſche Völcker Nach franckfurt.

alß ten,