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g . a Nn 1 Manhunt, Kirchliche Feier in Holzhauſen. maden Wer da wähnt, daß Sinn für Religiöſität und Kirchlichkeit bei uns erſtorben ſey, der konnte bharina; gh ſich am 2aten Mai zu Holzhauſen eines andern belehren. b. M. An dieſem Tage ſollte nämlich die feierliche den 8. d.) Aufnahme von einigen dreißig katholiſchen Bewoh⸗ M. nern des Ortes in die proteſtantiſche Kirche ſtatt a Cholet 2 5 ein Umſtand, welcher ſchon ſeiner Neuheit egen eine außerordentlich große Menge von r Eliſez g Menſchen— wir ſagen gewiß nicht zu viel, wenn vir behaupten, daß wohl 4 bis 5000 Menſchen inweſend waren— aus den näheren und entfern⸗ 13 Orten der Umgegend herbeigezogen hatte. Um 9 Uhr verſammelte der erſte proteſtantiſche
Theodor; gi
1 3 Geiſtliche, Herr Dekan Gebhard von Rodheim, . die Catechumenen und übrigen Beichtkinder in dem Schulzimmer, und hielt ihnen daſelbſt eine herzliche Beichtrede. Hierauf ſollte der feierliche Zug in die
ph 20 feirche gehen; es geſchah aber, was zu erwarten 5 var. Die Kirche war bereits vor dem Geläute ſo 103 tor von Menſchen angefüllt, daß nun weder Geiſtliche doch Organiſt noch Catechumenen nur hineinkommen
2 Mou konnten. Darum mußte ſchnell zur Anordnung eines Bottesdienſtes im Freien geſchritten werden, was
oſtrechi ſo Viele der Anweſenden ſchon vorher— theils um den, Gefahr zu verhüten, theils um eine größere Anzahl Bohmer n dem Gottesdienſte Antheil nehmen zu laſſen— gewünſcht hatten. Eine paſſende Stelle hierzu war — dad gefunden.
90 Vor dem Orte ſtehen auf freiem und gruͤnem
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Sonnabend, den 30. Mai
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Intelligenzblatt
im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
1835.
Platze einige ehrwürdige Linden. Dieſe ſchienen ganz geeignet, daß unter ihrem Dache die heilige Handlung vorgenommen wurde. Die Veranſtaltung dazu war ſchnell getroffen, indem man einige Tiſche zuſammenreihte, die herbei geholt wurden, und von denen Einer als Altar diente. Sofort begann ein feierlicher Geſang, nach deſſen Beendigung der Pfarrvicar von Rodheim, Herr Knabe, die Predigt über Joh. VIII, 12 hielt, in welcher er die Bedeu⸗ tung der Feier entwickelte und ſeinen Wunſch zur Ver⸗ einigung der beiden Confeſſionen anknüpfte. Hierauf ſprach Herr Dekan Gebhard ſalbungsvolle Worte an die Anweſenden und ſchloß mit der Anforderung zur Ablegung des Glaubensbekenntniſſes. Da erhob ſich in ihrem Namen der frühere katholiſche Geiſt— liche, Herr Helferich, und legte in kräftiger und feuriger Rede das proteſtantiſche Glaubensbekennt— niß ab, welchem, auf die Frage, ob die Catechu⸗ menen ſich zu demſelben bekennen, ein Ja erfolgte. Dieſem gemäß wurden ſie für aufgenommen erklärt und nun knieeten ſie nieder, um die Weihe zu er⸗ halten. Als ſie darauf von dem Geiſtlichen noch⸗ mals ermuntert worden waren, im Glauben feſt zu beharren und ſich eines frommen und chriſtlichen Lebens zu befleißigen, empfiengen ſie das Abend— mahl in beiderlei Geſtalt. Ein Gotteslied machte den Beſchluß. a
Wir möchten es als einen intereſſanten und äußerſt bedeutenden Zuſatz zu der ganzen Feier an⸗ ſehen, daß die neuen Proteſtanten nach geendigtem Gottesdienſte ihrem früheren Seelenhirten mit ei⸗ nem koſtbaren Exemplare der Bibel auf ſeidenem


