Ausgabe 
29.8.1835
 
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es wird ja was zu verſetzen geben.Meinthalb /,

bemerkte der Bürger;ich verſetz euch meinen Mantel

per Tag zu 6 Kreuzer, und wenn ich ihn in acht Tagen nicht wieder löſe, ſo iſt er verfallen. Es dauerte nicht lange, ſo war die Sache abgemacht; der Hebräer bekam den Mantel, und der Bürger erhielt vier Gulden baar, und ſomit zogen ſie weiter, und es wurde immer heißer, und der Mantelträger krächzte gewaltig unter ſeiner Laſt, denn er hatte nebenbei auch einen wohlbeſpickten Querſack. End⸗ lich kommen ſie doch glücklich in die ſchönen frank⸗ furter Gärten. Da ging der Bürger wegen eines gewiſſen Bedürfniſſes ein wenig bei Seite, und kam dann ganz fröhlich wieder zurück.Denkt euch meine Freude, ſagte er,eben find ich mein Geld wieder; ich hatt's in die Rocktaſche geſteckt, wo ich's gar nicht ſuchte.)

Und nun löſ'te er ſeinen ſchweren Mantel wie⸗ der aus, trug ihn die Paar Schritte bis nach Frankfurt ſelbſt, und freute ſich des Verſatzes. Man merke ſich aber, daß nicht jedes Verſetzen ſo glücklich abläuft wie diesmal. Gar Mancher iſt dadurch ſchon um Hab' und Gut gekommen.

Dan fag n n

Wer Gutes thut, trägt zwar den ſchönſten Dank in ſich ſelbſt; indeſſen kann man doch manch⸗ mal nicht umhin, ſich öffentlich auszuſprechen, wenn man von Dankgefühl durchdrungen iſt.

Die Tochter einer hieſigen Militär-Wittwe hatte das Unglück, mit einem das Geſicht entſtel⸗ lenden Gebrechen geboren zu werden.

Da dieſelbe bereits das vierzehnte Jahr erreicht hatte, die Mutter aber ganz mittellos iſt, ſo zwei⸗ felten Alle, ob dem armen Kinde würde geholfen werden können. Da erbot ſich Herr Dr. Küchler zu Darmſtadt zur unentgeltlichen Operation, und die Mutter hat jetzt nach kurzer Abweſenheit des

Kindes die Freude, daſſelbe wohl und ſo geheilt

wieder bei ſich zu ſehen, daß die ganze Nachbar⸗ ſchaft verwundernd zuſammen lief. Der Biedermann empfange hiermit für ſeine Mensch e ee lnng den wärmſten Dank!

(580)

Belanntmachungen v von Behörden.

1

Nee e u:

(560) Anna Dorothea Demmer aus melhauſen, deren dermaliger Aufenthaltsort unbe⸗ kannt iſt, wird hiermit aufgefordert, das von der

großh. badiſchen Zuchthausverwaltung zu Mannheim

anher geſendete Geld, im Betrage von 247 fl. 50 kr., binnen 3 Wochen in Empfang zu nehmen.

Nach Ablauf dieſer Friſt wird man ſolches in

die Staatsſchuldentilgungskaſſe deponiren. Groskarben den 3. Auguſt 1835.

Großh. heſſiſches e dato. E

Edietal ladung.

(572) Der Müller Peter Reuther zu Mat hat ſein Vermögen an ſeine Gläubiger g

koebel, abgetreten. Nach vorausgegangener Unterſuchung

ſeines Schuldenzuſtandes iſt daher zur ſummari⸗ e

ſchen Liquidation der Forderungen und zum Verſuch der Güte Termin auf den 11. September d. J., Vormittags 9 Uhr, anberaumt worden, worin die Glaͤubiger zugleich die efwaigen Beweis⸗ Urkunden vorzulegen haben. Den zurückbleibenden unbekannten Gläubigern wird der Rechts-Nachtheil der Ausſchließung angedroht, die ausbleibenden bekannten Gläubiger aber werden beim Vergleichs⸗Abſchluß als der Mehrheit beiter tend angeſehen werden. Gegeben Windecken den 12. Auguſt 1835. Kurfuͤrſtliches en Neuhof. Hofraithe⸗ Verfteigenn

(574) Montag den 7. September d. J., Vormit⸗ tags 10 Uhr, ſoll auf Antrag der Vormünder der Wilhelm Netziſchen Kinder erſter Ehe, die auf der breiten Straße gelegene Hofraithe Nr. 68(ohne

Scheune) auf hieſigem Rathhauſe unter den bei der

Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedin⸗ gungen und mit Vorbehalt der gerichtlichen Geneh⸗

migung an den Meiſtbietenden verkauft werden,

Nom⸗ 5

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Schießen

einladet u auch Tanz 1 beßtens gef 1 1 Stan

welches hiermit den Kaufluſtigen zur Kenntniß 0.(6557)

bracht wird. Friedberg den 18. Auguſt 1835. Der Beigeordnete Chr. Hecht.

Schaafpferche-Verſteigerung.

11 Uhr, ſollen die Schaafpferche vom Monat September auf hieſigem Rathhauſe einer öffent⸗ lich meiſtbietenden Verſteigerung ausgeſetzt 1 wozu die Steigliebhaber einladet Friedberg den 22. Auguſt 1835. 0 Der Beigeordnete Jakob Bechſtein

Montag den 31. d. M., Vormittags um f