Ausgabe 
28.11.1835
 
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viertel jährlich ausbezahlt wird. Auch hat die Ge⸗ meinde das Läuten und alle dahin einſchlagenden

Verrichtungen übernommen. Eben ſo hat 3) vor Kurzem der Orts⸗ und Kirchenvorſtand die Pfarrbeſoldung, die nicht ſelten eben ſo bunt,

wie die Schulbeſoldungen ſind, in eine runde Summe verwandelt. Der Antrag liegt der höhern Behörde

zur Genehmigung vor. Möge der Realiſirung nichts in den Weg treten! Pfarrer und Schullehrer ſollte man

allerwärts fix beſolden.

4) Die Verwandlung des Zehnten. Mit über⸗

wiegender Stimmenmehrheit hat ſich die Gemeinde

dafür erklärt. Treten keine Hinderniſſe ein, ſo wird

übers Jahr auch das Grundeigenthum von Privat⸗ laſten frei, was um ſo mehr zu wünſchen iſt, da

der Zehnte eine Beſteurung des Fleißes iſt.

Noch einen Wunſch erlauben wir uns anzu

b ſchließen. Aus alten Zeiten beſteht hier nämlich noch 19 die Obſervanz, daß das Rindvieh nicht nur bis

zum erſten Mai, ſondern auch ſchon wieder nach Verfluß des Bartholomäustags in die ſogenannte Alt⸗

wieſß geht. Groß iſt der Schaden, den dieſen Wie⸗

ſen ſie gehören den Gemeindsleuten dadurch zugefügt wird. Um die Zeit, wo ſich der zarte Keim des jungen Graſes dem Schooſe der Erde entwinden will, wird er zertreten. Gibts ein trock nes Frühjahr, ſo iſt die Heuernte, da die Wieſen ohnehin hoch liegen, ſchon halb verloren. Aus dem Grummet wird gewöhnlich nicht viel, es wird ſelten abgemacht; die Zeit zwiſchen der Heuernte und dem Bartholomäustage iſt zu kurz, als daß auf einem trock⸗ nen Boden gutes Grummet wachſen könnte. Erfahrne Oekonomen verwerfen ſchon deßhalb den Weidegang, weil das Vieh im Stalle eine gedeihlichere Ruhe genießt, reineres Futter bekommt, mehr und beſſere Milch gibt, mehr Dünger abwirft, ſich nicht erhitzt, nicht ermüdet ꝛc. Unſere Weiden ſind keine Alpen⸗ weiden. Um vor Hunger nicht umzufallen, muß das

Vieh auf ihnen oft das freſſen, was die Natur ß

ſtiefmütterlicher Laune hingeworfen hat. Man weiche vom Herkommen ab, und hege die Altwieß'. Iſt dieſer Punkt noch beſeitigt, darm bleibt bei uns, nach dem jetzigen Stand der Dinge, wenig zu wünſchen übrig. Unſere Gemeinde kann, ohne anderen Gemeinde zu nahe zu treten, ein Muſter genannt werden. Wir freuen uns darüber, und wünſchen, daß es überall ſo ſtehen möge.

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Empfangs ⸗Beſcheinigung. Für die Abgebrannten za ulrichſtein gingen bis

heute von hieſigen Einwohnern folgende Gaben bei mir ein:

1) von A. Kr. Wittwe fl. 17½¼ kt.

2) Hr. J. Kr.% 5 3 Mſ.. 1 5) einem Ungenannten 2, 24 60 17 Fr. Bgmſtr. R. 1 45 77

Summa 5 fl. 54 kr. wofür ich im Namen der Verunglückten danke. Zugleich erkläre ich mich bereitwillig, noch fernere Unterſtüͤtzungen für dieſelben anzunehmen.

Butzbach den 24. November 1835. Der Pfarrer Hammann.

Bekanntmachungen von Behoͤrden.

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Holzlieferung. (763) Dienſtag den 1. Dezbr. d. J., Morgens um 10 Uhr, wird die Lieferung von eixca 250 Stecken Buchen- und 50 Stecken Eichen⸗Scheitholz auf dem Bureau des Verwaltungs⸗Rathes 2. Batl. 4. Inf.⸗Regiments, verſteigert. Friedberg den 16. November 1835. In Auftrag: Golz, Oberquartiermeſter. Verſteigerung getragener Militärkleider und ausrangirtes Reitzeug.

(788) Mittwoch den 9. December d. J., des Vor⸗ mittags von 10 bis 12 und des Nachmittags von 2 bis 5 Uhr, wird in der hieſigen Cavallerie⸗Ca⸗ ſerne eine bedeutende Parthie getragener Montirungs- ſtücke, in Mänteln, Collets, Spencer, Reithoſen, Mützen, Halbſtiefeln, Schuhen ꝛc. beſtehend, ſodann eine nicht unbedeutende Parthie gebrauchter Pferde⸗ equipageſtücke, als: Teppiche, Sattelböcke, Sattel⸗ kiſſen, Steigbügel, Vorder- u. Hinterzeuge, Zäume, Stangen, Trenſen ꝛc. Parthieenweiſe an die Meiſt⸗ bietenden gegen gleich baare Zahlung öffentlich ver⸗ ſteigert. Butzbach den 19. November 1835. In Auftrag: Vollhard, Oberquartiermeiſter.

Mobilien ⸗Verſteigerung. (789) Nächſten Dienſtag, als den 1. Decbr., will die Wittwe des verſtorbenen Schumachermeiſters Johannes Muth von hier Folgendes gegen gleich baare Zahlung meiſtbietend verſteigern laſſen:

des Vormittags 9 Uhr in ihrer Wohnung, Bettwerk, Weiszeug, Kleidungsſtücke, Bettladen, Tiſche, Stühle, 1 Kommode, Zinn, Meſſing, altes A Fäſſer, Züber, Bütten, 1 Küchenſchrank, 11 Wandſchrank, 1 Backtrog, 1 Butlecfaß, Kiſten,