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fahren, wollen aber doch das Verzeichniß mit der Bemerkung ſchließen, daß wir hier nur das ganz ordinäre genannt haben und daß uns zur Beſchrei⸗ bung der kunſtvollſten und reichſten Gefaße der Raum gebricht. Damit ſich aber unſere Leſerinnen wenig⸗ ſtens etwas dabei denken, ſo erwähnen wir ein mit dem Namen Weinküh ler von dem deutſchen Herrn wee Gefäß, das 4 Fuß, 7 Zoll lang und 3 Fuß, 6 Zoll weit iſt, und ungefahr 500(ſchreibe fünfhundert) Pfund Silber wiegt, dabei aufs künſt⸗ lichſte gearbeitet ſeyn ſoll.
Es mag ſich recht gut und angenehm aus ſol— chen Gefͤͤßen eſſen oder trinken. Indeſſen gibt's doch auch Beiſpiele, daß man aus irdenem oder zinnernem Geſchirr ganz behaglich eſſen konnte, wenn man nämlich Hunger hatte und dabei genügſam war, und auch aus einem ſauber geſchwenkten ſel— terſer Waſſerkruge ganz gut zu trinken vermochte, wenn man Durſt hatte und dabei auch wieder ein wenig Genügſamkeit mitbrachte. Dem Ungenügſa⸗ men iſt ſelbſt das Silber nicht gut genug, ſo lang er weiß, daß es noch Gold gibt.
Ueber Bevoͤlkerung im Großherzogthum Heſſen.
Die erſten Hefte der von G. W. Freiherrn v. Wedekind herausgegebenen„vaterländiſchen Be— richte“ enthalten einen Aufſatz über die Verhält—⸗ niſſe der Bevölkerung im Großh. Heſſen, woraus wir für unſere Leſer Folgendes entlehuen.
Im Jahr 1815 war die Bevölkerung 627,197
Seelen, darunter in Starkenburg 218,345, in Ober⸗ heſſen 248,824, in Rheinheſſen 160,028. Dieſe theilten ſich wieder a) in männliche Perſonen Hin Starken⸗ burg 107,097, Y in Oberheſſen 123,153 und 3) in Rheinheſſen 76,958, b) in weibliche 1 in Star⸗
kenburg 111,248, 20 in Oberheſſen 125,671 und
3) in Rheinheſſen 83,070.
Im Jahr 1830 belief ſich die Geſammt-Bevöl⸗ kerung auf 786,930 Seelen, hatte mithin eine Zu⸗ nahme erhalten von 109,733. Starkenburg hatte 263,660, Oberheſſen 276,343, Rheinheſſen 196,927, Darunter waren a) männliche in Starkenburg 130,087, in Oberheſſen 137,497, in Rheinheſſen 96,105, b) weibliche in Starkenburg 133,573, in Oberheſſen 138,846 in Rheinheſſen 100,822. Man ſieht daraus, daß die Bevölkerung am ſtärkſten in
Die Zahl der weiblichen Geburten war in dieſer 3
Nie zugenommen hatte und am e 9 0 Oberheſſen; dort belief ſich die Zunahme auf 28,057, 60 hier nur auf 17,536. Während aber im Jahr 1815 0 se die weibliche Bevölkerung die männliche um 12,781 Un überſtieg, hatte die männliche dagegen ſo zugenon 1 men, daß im Jahr 1830 die weiblichen nur 9552 ie Seelen ſtärker war. Es iſt nämlich längſt bemertt 1 355 worden, daß die Zahl der männlichen Geburten ſic ich f zu den weiblichen verhält, wie 21 zu 20. Auch nul dieſes hat ſich bei uns wieder bewährt, wie aus nit Folgendem zu erſehen iſt. e In den 16 Jahren von 1815 bis 1830 beli 1. ſich die Zahl der männlichen Geburten in Starken⸗“ burg auf 72,198, in Oberheſſen 67,103, in Rhein. heſſen 54,872 im ganzen Großherzogthum auf 194. 263,
in Starkenburg 67,861, in Oberheſſen 63,886, Rheinheſſen 53,869, im gamzen Gesehen 184,616.
Leider haben während dieſer Zeit die unehelichen Geburten ſehr zugenommen. Im Jahr 1815 beliefen ſie ſich in Starkenburg auf 985, in Oberheſſen auf 863, in Rheinheſſen auf 636, im ganzen Großher, 610 zogthume auf 2484; im Jahr 1830 dagegen in 16 Starkenburg auf 1247, in Oberheſſen auf 1500 er de in Rhein! 99 auf 740, im ganzen Großherz zogthum. auf 3493. Die Zahl der ehelichen Geburten belief en, ſich 1815 ß 19,969, im Jahr 1830 auf 21, 705,
Wir hoffen, unſern Leſern nächſtens das Re⸗ f f 3 ſultat der im Herbſt 1834 vorgenommenen Zählung er; wenigſtens von dem Kreiſe Friedberg mittheilen 50 können.
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Wir wiſſen einen Ort, in welchem ür, eine Schule von 180 Kindern nicht einmal ein s.* Abtritt gebaut iſt.
Der Leſer wird vielleicht bemerken, ſo ewas
möchte wohl in Sibirien der Fall ſeyn, aber gewiß nicht bei uns. Einſender erwidert dagegen, daß es
nicht dort, ſondern mitten in der Wetterau iſt. Ex
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könnte noch weiter mittheilen, daß, während ſelbſ 190 arme Gemeinden für ihre Kinder ſchöne Schulhäuſet n d bauen, in dieſer wohlhabenden Gemeinde jene 1 üb⸗
Kinder nicht viel beſſer ſitzen, als in einem Stalle. 3 u,
5 Do! *) Anmerk. der Red. Das Obige iſt zwar eine ſehr a de Rüge; wenn die Sache aber nützt, ſo müſſen wir ſie 0 ſee


