Ausgabe 
26.12.1835
 
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Auch dem, welcher keine Kinder hat, und keine Kinder erfreuen kann und von keiner Kinderfreude

5 348 1 1 Das Weihnachtsfest. A

* 1 25 UHP e 1

begrüßt wird, öffnen ſich am Weihnachtsfeſte die Paradieſe der Kindheit in dem Morgenſchimmer und dem blühenden Frühlingsſchmucke ſeines Lebens; um den Gedanken des himmliſchen Kindes verſam⸗ meln ſich leicht und willig die ſeligen Träume der Kindheit und Alles, womit ein heiterer Himmel, eine lachende Welt und ein offenes, unbefangenes, reines, genügſames, ſorgenfreies, hoffendes Herz die Anfänge

des irdiſchen Daſeyns verſchönerten.

Wie ganz anders aber mit welcher ſtrahlenden Jugendwonne erſcheint dem das Feſt, der ſelbſt

Kinder hat, der Kinder beſchenken kann, um den die Kinderfreude tanzt und jauchzt und triumphirt!

Einige Bemerkungen uͤber den Kreis Friedberg und die Ergebniſſe der Verwaltung deſſelben ſeit der neuen Organiſation(1832).

8(Beſchluß.)

VIII. Gemeindeverwaltung und Verhält⸗

niſſe im Allgemeinen.

Wir haben in den vorderen Abſchnitten der mannigfaltigen Fortſchritte Erwähnung gethan, wel⸗ cher ſich die einzelnen Zweige der Verwaltung in dem Kreiſe Friedberg zu erfrenen hatten. Es könn⸗

ten deren noch mehrere genannt werden, wenn es

nicht zu weit führte, hier in alle Einzelheiten ein⸗ zugehen. Dahin gehörte z. B., daß ſeit dem Jahre 1832. 12,357 Klafter Orts- und Vieinalſtraße nach techniſchen Grundſätzen erbaut worden ſind u. dgl. m.

Wenn nun aber bei aller Mehrung gemeinnü⸗ tziger Einrichtungen und Anſtalten und bei dem größ⸗ ten Koſtenaufwande für die Erringung der höheren Zwecke der Geſellſchaft, dennoch die Vermögens ver⸗ hältniſſe der Gemeinden ſich immer günſtiger geſtal⸗ ten, der Schuldenſtand derſelben ſich bedeutend ge⸗ mindert und der Credit der Gemeinden des Kreiſes ausnahmslos auf den erwünſchteſten Höhepunkt ge⸗ ſtellt hat, ſo mag dies wohl als untrügliches Zei⸗

chen eines wohlgeordneten und gehörig überwachten

Haushaltes betrachtet werden dürfen.

Zur Bewahrheitung jener Angaben mögen fol⸗ gende kurze Bemerkungen dienen. 15

Das Geſammt-Vermögen der Gemeinden des Kreiſes Friedberg beläuft ſich nach ſeiner letzten in dieſem Jahr erfolgten Würdigung auf eirca

4,000,000 fl.

Die verzinsliche Schuldenmaſſe der Gemeinden iſt dagegen, ob wohl durch das Vermögen vielfach überwogen, gleichfalls nicht unanſehnlich.

Dieſelbe betrug im Jahr 1832 849384 fl. kr.

Dermalen beläuft ſich dieſelbe aber nur noch auf.

Es wurden daher in der verfloſ ſenen Verwaltungsperiode 6 abgetragen. 40680 52%%

Von den gedachten Gemeindeſchulden waren im

10.

Jahr 1832 Fedinslich: 5 8 0*.

. 808703 7 77 85

5 Ehrenberg. VCC 345963 fl. 108072 fl. 395349 fl.

Dermalen ſtehen dagegen die Gemeindeſchulden in folgender Weiſe verzinslich:. 12255 5

zu 0. 17 zu 4 77 V. 14,551 fl. 36 ½ kr. 83,684 fl. 33 kr. zu- A, T ee, eee ee eee 650,537 fl. 37/ kr. 59,0 0

Es iſt demnach der Zinsfuß von mehr als 400000 fl. herabgedrückt und dadurch den Gemein⸗ den eine Erſparniß an Zinſen von mehr als 3600 fl. jährlich erzielt worden. Ergebniſſe hat die von dem Großherzogl. Kreisrath

ergriffene Maasregel der Stellung der Gemeinde Schulden in Obligationen pre ee de⸗

beigetragen. Zugleich ſind dadurch die Gemei Schulden auf eine dem Wechſel der Aufkündigung und dem Wucher mancher Kapitaliſten und Makler fernerhin nicht mehr unterworfene Weiſe geregelt und eine unabänderliche Tilgungsnorm damit be⸗ gründet worden. Die Gemeinden werden ſich deſſen

in dem Laufe der Zeiten und wenn, was mit dem Wechſel der Verhältniſſe zuverſichtlich zu erwarten ſteht, der Zinsfuß anderwärts wieder ſteigen wird, zu ihrem großen Vortheil dereinſt zu erfreuen haben.

Friedberg den 22ten Dezember 1835.. Butz bach den 15ten Dezember 1838.

Auch hier tritt jetzt, wie an ſo vielen anderen

Orten, als Seltenheit ein ſehr fühlbarer Waſſerman⸗

gel ein. Brunnen mit ſonſt unerſchöpflichen Quellen

ſcheinen ſchier zu vertrocknen; und die Waſßreleitung ergießt ſich ſo ſparlich, daß die hier garniſoniren⸗

den Chevauxlegers ſich hart abmühen müſſen, um ihre Pferde ſatt zu tränken.

kaum nöthige 100 fl., um mehrere, faſt unmittelbar an der Waſſerleitung nach dem Walde reichlich über⸗

ſprudelnde Quellen aufzufangen und beizuleiten.

Pflicht gegen die Stadt, hauptſächlich aber gegen die Garniſon, gebieten dieſe Abhülfe ernſtlich. Wehe wenn jetzt hier ein Feuer ausbräche, wahrlich 505 möchte ich kein Glied des wohlweiſen Rathes eyn! l.

Zu dieſem günſtigen

u. Leicht wäre dieſem Uebel abzuhelfen, verwendete nur der Ortsvorſtand